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Menschenkette für den Frieden

Bonn-Bad Godesberg - Schweigeminuten von Christen und Muslimen - 8000 Teilnehmer
15. Januar 2015; StA Kommunikation / Je

Die Attentate in Paris haben die Menschen erschüttert. In Bad Godesberg haben die Bezirksbürgermeisterin, der Dechant und die Katholische Kirche von Bad Godesberg, der Evangelische Konvent Bad Godesberg, die marokkanische Moscheegemeinde, die Synagogengemeinde Bonn, das Haus der Generationen, sowie der Interreligiöse Dialogkreis unter Beteiligung der König-Fahad-Akademie deshalb gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Dialog gesetzt. Am 14. Januar riefen sie zu einer Menschenkette auf.

 

Etwa 8000 Menschen bildeten ab 19.30 Uhr die Lichterkette quer durch die Innenstadt von Bad Godesberg und schufen so eine Verbindung zwischen der marokkanischen Moschee mit der Marienkirche.

 

„Obwohl ich ein wenig Angst hatte, bin ich hierhin gekommen, denn ich war neugierig, wie es ablaufen wird. Dass so viele Leute da waren, war gut und hat mir die Angst genommen“ sagt eine Teilnehmerin aus Friesdorf im Anschluss.

Vincent und Joel beteiligten sich als ehrenamtliche Helfer. Die beiden 18jährigen meinen: „In Bad Godesberg leben viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Da finden wir es wichtig, dass hier vor Ort ein Zeichen gesetzt wird.“

 

Vor der Moschee verteilten Muslime heißen Tee an die Teilnehmer. So kamen Muslime und Christen ungezwungen in den Dialog. Besonders viele junge Menschen hatten sich auf den Weg gemacht. Mit Kerzen in der Hand erzählen Ben (11), Julia (12), Konrad (11) und Theo (12): „Wir wollen an die toten Menschen in Paris denken und in Bad Godesberg Frieden schaffen. Wir denken, dass man seine eigene Meinung haben darf, aber dass man auch andere Menschen und Religionen respektieren muss. Darum sind wir heute hier.“ Dieses Zeichen der Solidarität und des Respekts der Menschen, Kulturen und Religionen war für viele Teilnehmer eine Herzensangelegenheit.

 

Um 20 Uhr wurden fünf Schweigeminuten gehalten. Beeindruckend still wurde es auf den sonst viel befahrenen Straßen. „Bei den Schweigeminuten habe ich in die Kerze geschaut und ein wenig gebetet“, erzählt später eine Frau an der U-Bahn-Haltestelle. Durch das Läuten der Glocken der Godesberger Kirchen wurde die Aktion für ein friedliches Zusammenleben beendet.

 

Auch in anderen Städten des Erzbistums finden in diesen Tagen verschiedene Aktionen des Dialogs, der Solidarität und des Gedenkens statt. Am Kölner Dom wurde auf der Bahnhofsseite ein Plakat angebracht, auf dem aus der »Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen« des Zweiten Vatikanischen Konzils zitiert wird: „Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen und jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“

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