Javier del Rio, Seminarist im Pastoralkurs

Mein Name ist Francisco Javier del Rio Blay, geb. 1983 in Valencia (Spanien). Zurzeit bin ich Seminarist des Erzbischöflichen Priesterseminars in Köln und bereite ich mich – zusammen mit fünf anderen  Kandidaten – auf die heiligen Weihen vor. Es war ein recht langer Weg, auf dem Gott mich hierher getragen hat, worüber ich Ihnen/Euch gerne berichten möchte.

 

Ich bin in Valencia aufgewachsen, zusammen mit zwei Brüdern und zwei Schwestern. Als ich fünf Jahre alt war, haben sich bedauerlicherweise meine Eltern getrennt. Alle fünf Geschwister sind bei der Mutter geblieben und haben jedoch regelmäßig Zeit mit dem Vater verbracht. Auf dieser Weise aufzuwachsen war überhaupt nicht einfach, weil die Werte, die unsere Mutter uns vermittelt hat, anders waren – ja manchmal sogar widersprechend – als die unseres Vaters.

Unsere Mutter hat versucht, so gut sie konnte, uns den katholischen Glauben mithilfe des neokatechumenalen Weges zu übergeben, den sie im Jahr 1975 kennengelernt hat. Im Jahr 1999 bin ich selber in eine solche Gemeinschaft innerhalb der Pfarrei eingetreten.

 

Unser Vater aber wollte uns vom Glauben fernhalten – er selbst hat sich von der Kirche ganz distanziert – und hat uns vermittelt, wie wichtig es ist, Karriere zu machen, um eine Sicherheit für die Zukunft zu haben. Gestützt auf diese Idee habe ich mich seit meiner Kindheit abgemüht, die möglichst besten akademischen Ergebnisse zu bekommen. Ich habe z.B. an mehreren mathematischen Olympiaden teilgenommen, wobei ich relativ gut abgeschnitten habe.

Allgemein war ich innerlich gespalten. Auf der einen Seite wollte ich erleben, was in der Kirche verkündigt wurde (z.B. Gott über alles lieben). Auf der anderen Seite habe ich mein Herz an meinem Lebensprojekt festgemacht. Dies bestand – neben der Karriere – auch darin, sich eine Freundin zu suchen.

 

In dieser Situation kann ich sagen, dass Gott mir begegnet ist. Erstens konnte ich durch den vielen Kontakt mit dem Wort Gottes in der Gemeinschaft lernen, auf ihn zu hören. Allmählich habe ich begriffen, dass Gott mich liebt, wie ich bin, dass ich mich nicht abzumühen brauche, mein Lebensprojekt unbedingt durchzusetzen.

 

Im Jahr 2005 habe ich Gott besonders erfahren, erstens im Rahmen einer Pilgerfahrt nach Amsterdam als Vorbereitung auf den Weltjugendtag. Dort habe ich wirklich gespürt, dass mein Leben von Gott erfüllt werden kann, auch wenn ich nicht heirate und keine Karriere mache. Da hat mich ein Wort Jesu angesprochen: „Was nützt es dir, die Welt zu gewinnen, wenn du aber dein Leben verlierst?“. Dieses Wort hatte gerade meinen Namenspatron, den Hl. Franz Xaver, zur Umkehr gebracht, als der Hl. Ignatius von Loyola es ihm sagte. Bis heute erfahre ich die Hilfe meines Namenspatrons, dessen Fürsprache ich immer mehr erfahre.

Beim Weltjugendtag in Köln habe ich dann innerlich gespürt, wie Gott mich ruft, auf meine ´alten Schläuche´ zu verzichten, in die ich ständig den alten Wein gefüllt habe, damit Er mir neuen Wein in neue Schläuche einschenkt. Dort habe ich meine Bereitschaft erklärt, überall hin zu gehen, um in einem missionarischen Priesterseminar zum Priester ausgebildet zu werden. Zu meiner großen Freude wurde ich ins missionarische Priesterseminar „Redemptoris Mater“ der Erzdiözese Köln geschickt, an den Ort, wo ich meine Berufung entdeckt habe.

 

Nach all diesen Ereignissen muss ich sagen, dass das Wort Gottes wahr ist. Gott ist derjenige, der unser Leben wirklich erfüllen kann. Ich habe auch erfahren, mit welcher Liebe und Geduld Gott mit mir umgegangen ist. Er hat mich in aller Freiheit zur Nachfolge gerufen und lässt mich erfahren, dass ich das Leben wahrhaftig gewinne, wenn ich es um seinetwillen verliere.  

Ich bitte Sie/Euch um Ihr/Euer Gebet.