Lesejahr B | 4. Sonntag im Jahreskreis

4. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr B

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Bibeltext: Mk 1, 21-28

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In Leichter Sprache

Jesus macht einen Mann gesund
Einmal kam Jesus in eine Stadt.

In der Stadt war eine Synagoge.

Die Synagoge ist ein besonderes Haus.

In der Synagoge können sich die Menschen treffen.

Und beten.

Und zusammen von Gott sprechen.

 

Jesus ging in die Synagoge.

Jesus erzählte den Menschen von Gott

Die Menschen staunten.

Die Menschen dachten:

Wenn Jesus redet, spüren wir Gott.

Die Menschen hörten Jesus gern zu.

 

In der Synagoge war ein Mann.

Der Mann war krank.

Der Mann hatte eine komische Krankheit.

Der Mann war von der Krankheit unglücklich.

Und nervös. 

 

Als der Mann Jesus sah, wurde der Mann sofort nervös.

Der Mann schrie laut.

Der Mann schrie:

Was willst du hier, Jesus?

Hau ab.

Ich weiß, wer du bist.

Du kommst von Gott.

 

Jesus sagte zu dem Mann:

Du sollst gesund werden.

Der Mann fing schrecklich an zu zittern.

Und zu schreien.

Danach war der Mann gesund.

 

Die Leute bekamen einen Schreck.

Die Leute sagten:

Was ist denn jetzt passiert?

Der Jesus hat  ja eine ganz besondere Kraft!

Die Kraft hat Jesus von Gott!

Jesus macht etwas ganz Neues.

Sogar die Krankheiten machen, was Jesus will. 

 

Die Leute erzählten überall, wie Jesus die Menschen gesund macht. 

Jesus wurde überall bekannt.

 

© evangelium-in-leichter-sprache.de

 

Zum Eintrag auf Evangelium in Leichter Sprache

Für Kinder:

„Was ist denn in dich gefahren?“, so fragen Mama oder Papa vielleicht manchmal, wenn du - über was auch immer – ausgerastet bist und so richtig wütend tobst. „Du bist ja gar nicht mehr du selbst!“

Die Menschen zur Lebenszeit Jesu stellten sich das damals so ähnlich vor, wenn Menschen krank waren oder sich anders verhielten, als es üblich war: Sie waren in ihrer Vorstellung nicht mehr ‚sie selbst’, sondern ‚ein anderer hatte von ihnen Besitz ergriffen’. Er war ‚von einem unreinen Geist besessen’.

Die oben abgedruckte Bibel-Geschichte spielt in einer Synagoge. Das war der Ort des Gebetes, der Ort, an dem sich die Gemeinden versammelten und auch der Ort, an dem die Schriften und die Gesetze von den Schriftgelehrten erklärt wurden. Viele meinten: wenn ich nur die Gesetze einhalte, so werde ich es Gott schon recht machen. Es war also sehr wichtig, auf die Schriftgelehrten zu hören.

Aber Jesus  redet nicht wie die Schriftgelehrten. Er redet wie einer, der Vollmacht hat. Das soll heißen: in der Begegnung mit ihm wird die Liebe Gottes spürbar. Jesus geht es nicht um das Einhalten von Gesetzen, sondern darum, sich der Liebe Gottes zu öffnen. Wenn er ‚mit Vollmacht’ redet, dann bedeutet das: er ist viel mehr als ein Gesetzeshüter, Lehrer, Ratgeber oder Richter – er ist Gottes Sohn selber, Gottes Liebe, die zu uns Menschen kommt.

Und das wird für die Menschen damals dann auch gleich sichtbar: Wo Jesus zu den Menschen kommt, da hat das Böse, das uns von Gott trennt, keine Macht mehr!

 

(Efi Goebel)

Für Erwachsene:

Die Berichte von Wunderheilungen, die Jesus im Neuen Testament zugeschrieben werden, hinterlassen die Leser oft ratlos oder gar verärgert: Wieso heilt er mich nicht oder einen kranken Menschen, der mir lieb ist?

Um die Heilungsberichte verstehen zu können, ist ein wenig Hintergrundwissen nötig, das die ursprünglichen Hörer des Evangeliums noch selbstverständlich hatten. Zum Beispiel galt Krankheit oder Besessenheit bei den Juden nicht als Schicksal, sondern als Folge einer Sünde. Je schwerer die Krankheit oder Behinderung, desto schlimmer musste wohl die Sünde gewesen sein. Dass sich Jesus einem Besessenen ganz ohne Kontaktängste zuwendet, galt damals als Skandal. Mehr noch, es geschieht in unserer Bibelstelle sogar während des Gottesdienstes in der Synagoge. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, spielt die Szene noch am Sabbat, also dem Tag, an dem jegliche Arbeit, selbst medizinische Hilfe, strikt verboten war. Jesus verstößt also gleich gegen eine Handvoll von Gesetzen. Den damaligen Hörern des Markusevangeliums müssen die Ohren geklungen haben angesichts dieses unerhörten Vorfalls.

Doch die eigentliche Botschaft wird sogar zweimal ausgesprochen: Jesus lehrt mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten. Das heißt, es geht ihm nicht um Rechtsvorschriften oder kleinliche Verhaltensfragen. Mit Vollmacht predigen heißt, Gottes Wort zu sagen, also jene Botschaft, die sich kein Mensch ausdenken kann: Das Wort von Gottes grenzenloser Liebe zu jedem einzelnen Menschen. Nur diese Botschaft, sie allein, kann Menschen dazu befähigen, nicht mehr ihrer Angst um sich zu folgen, sondern das zu tun, was das Gewissen gebietet. Zum Beispiel sich liebevoll um die Ausgestoßenen zu kümmern.

 

(Diakon Dr. Andreas Bell)

 


 

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