Lesejahr B | 30. Sonntag im Jahreskreis

30. Sonntag im Jahreskreis - Lesejahr B

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Bibeltext: Mk 10, 46-52

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In Leichter Sprache

Jesus macht einen blinden Mann gesund
 
Einmal ging Jesus eine Straße entlang.
Viele Leute gingen zusammen mit Jesus die Straße entlang.
Die Leute redeten alle durcheinander.
An der Seite von der Straße saß ein Mann.
Der Mann hieß Bartimäus.
Bartimäus war blind.
Und arm.
Bartimäus musste betteln.
Bartimäus hörte, dass viele Leute vorbei gingen.
Und dass alle Leute durcheinander redeten.
Und aufgeregt waren.
 
Bartimäus fragte die Leute:

Was ist los?
Die Leute sagten:

Jesus kommt vorbei.
Bartimäus freute sich.
Bartimäus rief laut:

Hallo, Jesus.
Jesus, hörst du mich?
Jesus, hilf mir.
 
Die Leute wurden ärgerlich.
Weil Bartimäus so laut schrie.
Die Leute sagten zu Bartimäus:

Halt den Mund!
 
Aber Bartimäus schrie noch viel lauter:

Hallo, Jesus.
Jesus, hilf mir.
 
Jesus hörte Bartimäus rufen.
Jesus sagte zu den Leuten:

Ich höre einen Mann.
Der ruft ganz laut.
Der Mann soll zu mir kommen.
 
Die Leute sagten zu Bartimäus:

Nur Mut.
Jesus sagt, du sollst kommen.
 
Bartimäus sprang auf.
Bartimäus lief zu Jesus.
Jesus fragte Bartimäus:

Was willst du?
Was soll ich für dich tun?
 
Bartimäus sagte zu Jesus:

Du bist ein lieber guter Lehrer.
Du kommst von Gott.
Du kannst Menschen gesund machen.
Ich möchte so gerne wieder sehen können.
 
Jesus sagte zu Bartimäus:

Du glaubst, dass ich dir helfen kann.
Darum kannst du ab jetzt wieder sehen.
 
Sofort konnte Bartimäus sehen.
Bartimäus war glücklich.
Bartimäus ging jetzt mit Jesus mit.

 

© evangelium-in-leichter-sprache.de

 

Zum Eintrag auf Evangelium in Leichter Sprache

Für Kinder:

Kannst du dir vorstellen, was es heißt, blind zu sein? Deine Augen sind dann wie verschlossen – nichts kannst du sehen, keine Farben, keine Formen. Du siehst die Sonne nicht, die dein Gesicht wärmt und nicht die Vögel, die in den Bäumen zwitschern. Das Gesicht deiner Eltern kannst du nur fühlen und die Freude deiner Freunde nur an deren Lachen hören. Immer musst du dich vorsichtig voran tasten, um nirgendwo gegen zu laufen.

Es gibt aber auch noch eine andere Form von Blindsein. Das ist, wenn du zwar alles sehen kannst mit deinen Augen, aber dein Herz blind ist für all das, was wirklich wichtig ist für Dich, für andere und für unsere ganze Welt. Du siehst nur dich selbst, deine Wünsche  und deinen Vorteil. Aber die Freude und die Sorge in den Gesichtern der anderen erkennst Du nicht. Du übersiehst, wo jemand dich anschaut, weil er deine Hilfe braucht. 

Bartimäus ist blind. Er sitzt am Stadttor von Jericho und bettelt. Tag für Tag sitzt er da – was soll er auch sonst tun? Als er hört, dass Jesus kommt, erkennt er seine Chance. Lautstark ruft er: „Jesus, hilf mir!“ Jesus wendet sich ihm zu. Da wirft Bartimäus alles Hindernde ab. Er bleibt nicht sitzen. Er springt auf und nutzt seine Chance. Da sagt Jesus zu ihm: „Geh! Dein Glaube hat dir geholfen.“ Im gleichen Augenblick kann er wieder sehen, und er folgt Jesus auf seinem Weg.

 

(Norbert Koch)

Für Erwachsene:

Die Bibel ist zu einer Zeit und in einer Gegend entstanden, wo die Menschen noch Andeutungen verstanden und Bilder entschlüsseln konnten. Wir müssen das erst wieder in aller Bescheidenheit lernen.

Worum geht es heute? Im Evangelium vom letzten Sonntag waren die Jünger noch begriffsstutzige Menschen, die mit dem angekündigten Leiden Jesu nichts zu tun haben wollten, sich aber um die Sitzordnung im himmlischen Reich stritten. Sie folgten Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem zwar körperlich, aber nicht mit ihrem Herzen.

In diesem Evangelium geht es um einen wirklichen Jünger Jesu. Bartimäus steht so im Mittelpunkt der Erzählung, dass von Jesus nur wenige Worte berichtet werden, aber alle Handlungen gehen von dem blinden Bettler aus. Denn darum geht es im Glauben und nur darum: Gottes Wort hören und danach handeln.

Bartimäus hat begriffen, worum es im Glauben geht. Er meint nicht, er müsste sich bei Gott erstmal etwas erarbeiten, sondern vertraut darauf, dass Gott die Gesunden wie die Kranken gleichermaßen liebt, die Promis wie die Nobodys, ohne jeden Unterschied. Jeden Menschen ruft Gott noch heute wie damals den Bartimäus. Und jeder soll Christus auf seinem Weg folgen, das heißt, aus der grenzenlosen Liebe des himmlischen Vaters heraus seinen eigenen Lebensweg gehen. Sehend werden heißt, die letzte Wahrheit über diese Welt zu erkennen: dass nichts und niemand aus den liebevollen Händen des Schöpfers herausfallen kann. Das muss man nicht erbetteln.

 

(Dr. Diakon Andreas Bell)

 


 

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