Liebe Schwestern und Brüder,
drei Jahre war ich Erzbischof von Berlin. In den vergangenen drei Jahren ist mir Berlin zu einer zweiten Heimat geworden, und viele Menschen sind mir dort ans Herz gewachsen. Unabhängig davon ist mir in meinen Berliner Jahren das Rheinland und damit auch unser Erzbistum Köln immer Heimat geblieben.

Hier bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen, habe meine ersten Erfahrungen mit Glaube und Kirche gemacht, hier war ich in meiner Heimatgemeinde über lange Jahre als Ministrant und Lektor und an meiner Schule in der Jugendarbeit engagiert, hier bin ich zum Priester und Bischof geweiht worden. Und hier leben nicht nur meine Familie, sondern auch viele meiner Freunde. Ich bin also einer von Ihnen, einer, der mit vielen von Ihnen eine gemeinsame Wegstrecke zurückgelegt hat, der mit so manchem von Ihnen Glauben und Leben, Freude und Leid, Angst und Hoffnung geteilt hat und der jetzt in seinem Heimatbistum Ihr Bischof sein darf – nach Josef Kardinal Frings als zweiter Kölner Priester in der jüngeren Geschichte unseres Bistums.

So möchte ich Ihnen allen zunächst herzlich dafür danken, dass Sie mich wieder so gut aufgenommen haben. Das hat mir den „Neustart“ bei Ihnen sehr erleichtert und mir Mut gemacht!

(Aus dem Wort des Erzbischofs zur Amtseinführung)

Mit einer bunt gezeichneten Bistumskarte heißt das Erzbistum Köln seinen neuen Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki herzlich willkommen. Das Poster am Domforum ist 10 Meter breit und 12 Meter hoch. Mit großen und kleinen (nicht nur kirchlichen) Wahrzeichen der verschiedenen Regionen symbolisiert das „Wimmelbild“ die Vielfalt des Erzbistums und der Menschen, die darin zuhause sind.

Das mit 2,1 Millionen mitgliedsstärkste Bistum Deutschlands (Stand: 2014) zeigt sich hier in all seinen Facetten – mit Kirchen, Denkmälern, Kulturschätzen, Legenden, Kalauern, Arbeitgebern, Naturschönheiten und natürlich mit seinen Einwohnern. All dies wird nun zur neuen alten Heimat für Kardinal Woelki.

 

Der Künstler der Wimmelkarte: Paul Grabowski

Die Karte des Erzbistums Köln stammt aus der Feder von Paul Grabowski. Der Grafikdesinger wurde am 1. Juli 1983 in Chorzów (Polen) geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Deutschland. Aufgewachsen ist er in Wertheim in Baden-Württemberg.

Von 2004 bis 2009 studierte er Kommunikationsdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Nach Stationen bei Werbeagenturen wie JWT in Frankfurt oder TBWA in Berlin ist er seit 2008 für unterschiedliche Agenturen und Kunden als freischaffender Illustrator und Grafikdesigner aktiv. Für seine Arbeiten wurde er bereits mit internationalen Preisen, wie dem renommierten Red Dot Award, ausgezeichnet. Seit vier Jahren wohnt der Vater eines Sohnes in München.

Entstehung der Auftragskomposition

Alle Kriterien eines sehr persönlichen Geschenks erfüllt die Vertonung „Nos sumus testes“, die die Kölner Dommusik dem neuen Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, zu seiner Einführung schenkt. Bei diesem Hymnus nach dem Wahlspruch Woelkis handelt es sich um eine Auftragskomposition an Klaus Wallrath, Kirchenmusiker in St. Margareta, Düsseldorf-Gerresheim. Der 55-jährige hat damit dem Wunsch von Domkapellmeister Eberhard Metternich entsprochen und aktuell ein Werk für vier Chöre, Bläser und Orgel geschrieben.

Sehr bewusst hat der Komponist dabei die spezifischen Gegebenheiten der Kölner Kathedralmusik berücksichtigt. Denn zur Einführung des neuen Bischofs werden alle vier Chöre am Dom - der Kölner Domchor, der Mädchenchor am Kölner Dom, die Domkantorei Köln und das Vokalensemble am Kölner Dom - das festliche Pontifikalamt mit rund 300 Sängerinnen und Sängern musikalisch gestalten. 

Uraufführung "Nos sumus testes"

"Nos sumus testes" - Woelkis Wappenspruch

Entlehnt ist der Wahl- und Wappenspruch Kardinal Woelkis der Apostelgeschichte. Im vollen Wortlaut lautet das Zitat: „Nos sumus testes horum verbo-rum et Spiritus Sanctus, quem dedit Deus omnibus oboedientibus sibi“ – Wir sind Zeugen dieser Ereignisse und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen. „Ich freue mich sehr über diese Herausforderung und habe der Bitte, ‚Nos sumus testes’ in Musik umzusetzen, sehr gerne entsprochen“, kommentiert Klaus Wallrath seine jüngste Komposition, die er selbst auch noch nicht gehört hat und die zur Einführung von Kardinal Woelki uraufgeführt wird.

Bislang hat auch er die einzelnen Tonabfolgen, Harmonien und Strophen des Stücks nur auf seinem Klavier entwerfen und hören können. Der Gesamteindruck im Dom, wo die vier Chöre jeweils einzeln hintereinander von sehr unterschiedlichen Stellen aus singen werden, wird daher auch für Wallrath einen Überraschungseffekt haben. „Trotz der vierchörigen Anlage spielt bei dem Werk – wie bei vielen meiner Kompositionen – der Gedanke der Praktikabilität eine wichtige Rolle“, sagt der Kirchenmusiker. Das heißt, später könne dieses Stück, bei dem in den vier Strophen auch Texte aus dem 1. Johannesbrief und dem 2. Korintherbrief vertont wurden, durchaus auch in reduzierter Besetzung aufgeführt werden. 

Auch Metternich, der erst im Dom die Realisierung dieser Auftragskomposition in ihrem räumlichen Kontext erleben kann, ist gespannt auf ihre Wirkung. „Klaus Wallrath hat die christliche Zeugenschaft eines jeden, um die es bei diesem Satz aus der Apostelgesichte geht, mit seiner Musik in einen größeren Zusammenhang gestellt, weitere Bibelstellen zum selben Thema auf die einzelnen Chöre verteilt und auf die Kernaussage abgestimmt.“ Darüber hinaus verstehe er es großartig, räumlich zu komponieren. „Ich verspreche mir von diesem Werk“, so der Domkapellmeister, „dass die Botschaft, die dem Wahlspruch des neuen Erzbischofs inne wohnt, in ihrer Tiefe und Aktualität, aber auch als Auftrag an uns erfahrbar wird.“ (Beatrice Tomasetti) 

Komponist Klaus Wallrath

Klaus Wallrath absolvierte ein Studium der katholischen Kirchenmusik-Abschluss: Staatliches Kantorenexamen- sowie ein künstlerisches Klavierstudium an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Zu seinen Lehrern zählten Prof. Leonore Auerswald (Klavier), Prof. Heinz Odenthal (Chorleitung) sowie Prof. Hans Kast (Dirigieren). Seit 1987 ist er als Kirchenmusiker an der Basilika St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim sowie als Seelsorgebereichsmusiker im Seelsorgebereich Düsseldorf-Niederbergisches Tor tätig.

Bischofsstab von Kardinal Frings

Ein Bischofsstab als Symbol der Verbundenheit

Der Bischofsstab, den der neue Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki symbolisch im Einführungsgottesdienst führt, ist ein Stab mit Geschichte: er wurde vor etwa 70 Jahren für den damaligen Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings (1887−1978) von der Neusser Pfarrgemeinde St. Quirinus in Auftrag gegeben. Angefertigt wurde der so genannte „Fringsstab“ zwischen 1942 und 1946 von der Bildhauerin Hildegard Domizlaff (1898−1987). Für den Einführungsgottesdienst erhält Woelki, der wie Frings aus dem Erzbistum Köln stammt, den Stab als Symbol der besonderen Verbundenheit mit dem Erzbistum.

Fringsstab: Orpheus

Beschreibung des Stabes

Die Krümme des Stabes ist aus gegossenem Silber gefertigt. In ihrer Mitte sind der „Gute Hirte“ mit dem verlorenen Schaf auf den Schultern und der mythologische Sänger Orpheus mit der Lyra (Leier) dargestellt.

In der Gegenüberstellung des Hirten und der heidnisch-antiken Figur des Orpheus greift Domizlaff frühchristliche Bildmotive auf. So galt Orpheus dem frühen Christentum als vorausdeutende Darstellung Christi. Wie Christus ist er in die Totenwelt herabgestiegen und wird auf antiken Darstellungen als Hirte dargestellt. Beide Darstellungen nehmen damit direkten Bezug auf das Hirtenamt des Bischofs.

Am zylinderförmigen Knauf über dem Griff des Stabes sind die Gottesmutter Maria, der heilige Joseph als Namenspatron des Kardinals und der Patron des Neusser Münsters, der heilige Quirinus, dargestellt.

Fringsstab: Hl. Joseph

Nach dem Tod von Kardinal Frings

Josef Kardinal Frings schenkte seinen Bischofsstab am 14. Dezember 1969 Dr. Hubert Luthe zu dessen Bischofsweihe. Die beiden waren sich sehr verbunden. So war Bischof Luthe bis 1968 Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär des Kardinals und begleitete diesen unter anderem auch zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach Rom. Luthe,  von 1991-2002 Bischof von Essen, verstarb am 4. Februar 2014 und hinterließ dem Kölner Dom testamentarisch den „Fringsstab“. Er ist am 7. April 2014 vom Essener Dompropst Thomas Zander an den Kölner Dompropst Dr. Norbert Feldhoff überreicht worden und wird nun in der Kölner Domschatzkammer präsentiert.

Fringsstab: Gottesmutter Maria

Die Künstlerin

Die Bildhauerin Hildegrad Domizlaff, die 1916 zum Katholizismus konvertiert war, fertigte seit den 1940/50er Jahren zunehmend Kunstwerke für den liturgisch-sakralen Bereich. Zwischen 1941 und 1980 ließen sich nicht weniger als zwölf deutsche Bischöfe von Domizlaff ihre Bischofsstäbe gestalten. Der Stab für Kardinal Frings war der zweite Bischofsstab, den die Künstlerin schuf.

Quelle: www.dombau-koeln.de
Fotos: Bistum Essen, Achim Pohl

Gebet für den neuen Erzbischof

Herr Jesus Christus,
auf dich ist die Kirche gegründet
und du begleitest sie allezeit durch deinen Geist.
Wir danken dir für unseren neuen Erzbischof Rainer 
und bitten dich:

Lass in ihm
das Feuer des Heiligen Geistes brennen und
die Freude des Evangeliums spürbar sein.
Gib ihm alle Kraft
für seinen Dienst im Erzbistum Köln und
hilf ihm, die Zeichen der Zeit
hier aufmerksam wahrzunehmen.

Stärke ihn mit deinem Wort,
damit er den Menschen
in Freude und Hoffnung, in Trauer und Angst
aufrichtig und geduldig zur Seite steht.

Lass ihn selber Worte finden,
die uns im Glauben stärken, zur Liebe bewegen
und uns weiter bringen auf dem Weg der Einheit und des Friedens.
Schenke ihm die Weisheit
und das nötige Geschick der Leitung,
dass alle mit ihm zusammenwirken und
in ihrem Dienst hoffnungsvoll bleiben.

Stärke uns alle durch deine Nähe
und sei du selber der Weg, auf dem wir gehen.

Amen.

Caritas-Projekt Mamica

Anstelle von Geschenken hat Rainer Maria Kardinal Woelki zu seiner Einführung am 20. September 2014 um Spenden für das Projekt „Mamica“ des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen gebeten. Das im  März 2013 ins Leben gerufene Projekt fördert die sprachliche und soziale Integration von schwangeren Roma-Frauen und Roma-Müttern mit kleinen Kindern. Derzeit nehmen rund 25 Frauen und insgesamt 40 Kinder an dem Projekt teil.

Roma-Frauen sind in Deutschland häufig sozial nicht integriert und von Armut betroffen. Sprachschwierigkeiten, Arbeits- und Wohnungslosigkeit sowie ein unsicherer Aufenthaltsstatus verhindern in vielen Fällen ein „Fußfassen“ in der Gesellschaft.

Am gesellschaftlichen Leben teilnehmen

Mit dem Projekt „Mamica“ sollen den Frauen persönlichen Lebensperspektiven aufgezeigt werden.

Durch Sprachkurse und Unterstützung bei Themen wie Haushaltsführung, Umgang mit Geld, Erziehung, kindliche Förderung, gesunde Ernährung und Gesundheitsvorsorge werden sowohl den Frauen selbst, als auch deren Kindern bessere Teilhabechancen in Deutschland ermöglicht.

Damit die Teilnehmerinnen auch über ihren Stadtteil hinaus mobil sein können, bekommt jede von ihnen ein Monatsticket für den Öffentlichen Nahverkehr. Dies ermöglicht ihnen und ihren Kindern, an unterschiedlichen gesellschaftlichen und sozialen Angeboten in der Stadt teilzunehmen.

In wöchentlich stattfindenden Sprachkursen lernen die Frauen zusammen Deutsch und werden je nach ihrem Kenntnisstand individuell gefördert. Sowohl durch dieses Sprachkursangebot als auch durch regelmäßige Informationsveranstaltungen werden die Frauen in ihrer Eigeninitiative und ihrem eigenverantwortlichen Handeln gestärkt.

Raum zum Erfahrungsaustausch

Die thematischen Schwerpunkte der Informationsveranstaltungen ergeben sich aus persönlichen Fragen der Teilnehmerinnen und von Mitarbeitern wahrgenommenen notwendigen Themen. Referenten aus unterschiedlichen Bereichen und Beratungsdiensten stehen den Frauen als Experten mit Rat und Tat zur Seite. In den Projekträumen können sich die Teilnehmerinnen außerdem über ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen.

Dass das Projekt eine Erfolgsgeschichte ist, zeigt sich beispielhaft am Werdegang einer Teilnehmerin, die im Jahr 2002 mit ihrem Ehemann nach Deutschland gekommen ist. Der  Caritas-Verband half ihr damals bei der Wohnungssuche, nachdem sie zunächst mit ihrem Mann in einem Flüchtlingswohnheim untergekommen war. Die Frau ist in Deutschland lediglich geduldet und besitzt keine Arbeitserlaubnis. Seit ihrer Einreise hat sie 5 Kinder zur Welt gebracht und ist seit etwa drei Jahren alleinerziehend. Da sie in ihrem Heimatland nie die Möglichkeit gehabt hatte eine Schule zu besuchen, war sie Analphabetin. Durch das Projekt „Mamica“ lernt sie nun Lesen und Schreiben und erweitert im Rahmen der angebotenen Projektmaßnahmen ständig ihre Deutschkenntnisse.

Langjährige Erfahrung in der Unterstützung von Sinti und Roma

Durch seine langjährige Erfahrung im Bereich der Migrations- und Flüchtlingsberatung erkannte der Caritasverband Wuppertal/Solingen bereits 2006 die besondere Situation und die spezifischen Problematiken von Roma-Flüchtlingsfamilien. Seitdem gab es zahlreiche Projekte zur Förderung und Unterstützung dieser Zielgruppe. So wurde von Juni 2007 bis Dezember 2007 - im Rahmen des Sonderprogramms für Jugend und soziale Brennpunkte  des Landschaftsverbands Rheinland - das Projekt „Skola“ zur Förderung von Roma-Kindern und ihren Familien durchgeführt, dem aufgrund der positiven Erfahrungen im Jahr 2008 das Projekt „Sansa“ folgte. Seit dieser Zeit besteht eine enge Kooperation mit dem Ressort für Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal sowie mit weiteren relevanten Akteuren aus den Bereichen Integration und Migration beziehungsweise der Jugend- und Familienarbeit.

Das Projekt „Mamica“ wurde vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 vom Europäischen Flüchtlingsfond finanziert. Die Caritasstiftung hat die Finanzierung des Projekts vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 2015 übernommen. Durch das fortgeführte Projekt sollen die soziale und gesellschaftliche Integration nachhaltig sichergestellt und die Roma-Frauen in ihren neuen Lebensperspektiven gestärkt werden.

Spendenübergabe

Exakt 38.593,14 Euro waren das Spendenergebnis zur Amtseinfühung von Kardinal Woelki; das Erzbistum Köln rundete diese Summe auf 50.000 Euro auf.  

Genau zwei Monate nach der Amtseinführung übergab Kardinal Woelki diese Spenden zusammen mit einem großen Weckmann.

Bischof

Der Bischof (griechisch epískopos = „Aufseher“) ist der Leiter und Vorsteher eines Bistums. Er wird vom Papst ernannt, in manchen Bistümern, abhängig von den rechtlichen Gegebenheiten, nach der Wahl durch das Domkapitel. Die violette Soutane sowie das Brustkreuz und der Siegelring gehören zu seiner Amtstracht; zu feierlichen Gottesdiensten und Amtshandlungen trägt er Bischofsstab und Mitra.

Bischöflicher Stuhl

Als Bischöflichen Stuhl bezeichnet man im übertragenen Sinn das Amt des Bischofs mit seiner gesamten Verwaltung während seiner Bischofszeit. Stirbt der Bischof oder tritt er zurück, spricht man von einer Vakanz des Bischöflichen Stuhls. Des Weiteren ist der Bischöfliche Stuhl auch als Körperschaft des öffentlichen Rechts Verwalter über die ihm eigenen Vermögenswerte.

Bistum; Diözese

Ein Bistum, auch Diözese genannt, ist ein territorial umschriebener Verwaltungsbezirk unter der Leitung eines Bischofs. Seine Errichtung, Änderung und Aufhebung erfolgt durch den Papst. Gegliedert ist das Bistum in Dekanate und Pfarreien, ggf. auch Regionen und Bezirke.

Dom; Kathedrale

Das Wort Dom kommt vom Lateinischen „Domus Dei“ und bedeutet „Haus Gottes“. Es ist das Hauptgotteshaus eines Bistums und damit die Bischofskirche. In ihm befindet sich die „Kathedra“, der Sitz des Bischofs. Die Begriffe Dom und Kathedrale bezeichnen beide dasselbe, werden aber regional unterschiedlich benutzt.

Episkopat

Mit Episkopat bezeichnet man sowohl das Amt des Bischofs als auch die Gesamtheit der Bischöfe. Es stammt aus dem Griechischen (siehe „Bischof“) und bedeutet so viel wie „Vorsteher“ oder „Aufseher“.

Erzbischof; Metropolit

Das Wort Erzbischof stammt vom Griechischen „archi-episkopos“ und bedeutet so viel wie „der erste Aufseher“. Der Erzbischof, auch Metropolit genannt, ist ein Bischof, der einem Erzbistum (s.u.) vorsteht. Er ist innerhalb seines Bezirks für die Einhaltung des Kirchenrechts zuständig und darf andere Bischöfe weihen. Kennzeichen der Erzbischöfe ist das vom Papst verliehene Pallium, ein fünf bis 15 Zentimeter breites weißes Band, in das sechs schwarze Seidenkreuze eingestickt sind. Getragen wird das Pallium wie eine Stola und nur bei Hochfesten.

Erzbischöfliches Haus (in Köln)

Das Erzbischöfliche Haus in Köln ist Teil eines umfassenden Gebäudekomplexes an der Gereon- und Kardinal-Frings-Straße. Es beherbergt Priesterseminar, Diakoneninstitut, Bistumsarchiv, Offizialat und weitere Diensträume sowie die zum Priesterseminar gehörenden Kirche. Erzbischof Josef Kardinal Frings legte am 27. Oktober 1957 den Grundstein; Architekten waren Hans Schumacher und Dombaumeister Willy Weyres. Heute steht das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz. Im Erzbischöflichen Haus sind Büros, Sitzungsräume, Wohnungen und auch die Privatwohnung des Erzbischofs untergebracht.

Erzbistum; Erzdiözese

Das Erzbistum ist ein Bistum, dem mehrere andere Bistümer (so genannte Suffraganbistümer) zugeordnet sind. Gemeinsam bilden sie eine Kirchenprovinz. Dem Erzbistum Köln sind die Bistümer Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier zugeordnet. Geleitet wird das Erzbistum von einem Erzbischof (auch Metropolit). In Deutschland gibt es die sieben Erzbistümer: Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München-Freising und Paderborn.

Erzbistum Köln

Das Erzbistum Köln ist ein territorial abgegrenzter kirchlicher Verwaltungsbezirk, der sich in Nordrhein-Westfalen und teilweise in Rheinland-Pfalz erstreckt. Es ist mit knapp 2,1 Millionen Katholiken (Stand 31. Dezember 2013) das mitgliederstärkste Bistum unter den deutschen Diözesen, gefolgt von Freiburg und Münster mit je rund 2 Millionen Katholiken.

Weltweit betrachten sind Diözesen wie Mexico (7,8 Millionen Katholiken), São Paulo (rund 5,5 Millionen) oder auch Mailand (etwa 4,9 Millionen) von der Katholikenzahl her weit größer.

Kardinal

Der Titel Kardinal, lateinisch „cardinalis“ (wichtig), wird per Dekret vom Papst, in der Regel an Bischöfe, verliehen. Ein Kardinal ist zur Papstwahl berechtigt und zur besonderen Mitverantwortung an der Gesamtleitung der katholischen Kirche verpflichtet: Als Mitglied der römischen Kurie (Kirchenleitung) übernimmt er im Vatikan besondere Aufgaben.

Kathedra

Die Kathedra (griechisch „Lehrstuhl“) als Symbol der apostolischen Vollmacht eines Bischofs befindet sich im christlichen Kirchenbau in der Bischofskirche (Kathedrale oder Dom) auf einem hervorgehobenen Platz beim Altar. Im Kölner Dom steht sie im Altarraum auf der linken Seite vor einer der Säulen. Der Begriff wird auch im übertragenen Sinn verwendet als Bezeichnung für den Bischofssitz als Institution.

Kathedrale

siehe Dom

Metropolit

siehe Erzbischof

Mitra

Die Mitra ist eine traditionelle liturgische Kopfbedeckung kirchlicher Würdenträger. Sie wird meist nur bei Pontifikalhandlungen getragen.

Monsignore

Päpstliche Auszeichnung, die so viel wie „Kaplan Seiner Heiligkeit“ bedeutet.

Nuntius

Der Apostolische Nuntius vertritt als päpstlicher Botschafter sowohl den Papst als auch die Interessen des Staates Vatikanstadt gegenüber den Ortskirchen. Er ist bei der Regierung angesiedelt und akkreditiert.

Vakanz

Zeit, in der ein bischöflicher Stuhl wegen Rücktritts oder Tod des Bischofs unbesetzt ist.

Wahl zum Erzbischof (in Köln)

Nach dem Tod bzw. Amtsverzicht des Erzbischofs ernennt entweder der Papst einen Apostolischen Administrator oder das Domkapitel wählt einen Diözesanadministrator. Der Administrator hat kirchenrechtlich die gleichen Vollmachten wie ein Bischof, jedoch soll er in der Zeit der Vakanz keine Neuerungen einführen, die den zukünftigen Bischof binden würden. Der Administrator besitzt keines der üblichen Beratungsgremien (Priesterrat, Geistlicher Rat,…) mehr. Der Administrator leitet das Bistum bis zu der Sekunde des Amtsantrittes eines neuen Erzbischofs, dann endet sein Amt.

Für die Wahl eines neuen Erzbischofes erstellt das Domkapitel eine Liste mit drei Kandidaten und schickt sie an den Nuntius. Dieser betreut den Informativprozess. Dabei kann er sich bei Priestern und Laien erkundigen, was sie von den Kandidaten halten; die Antworten wertet er aus. Aus allen Vorschlägen und Voten stellt der Nuntius eine Vorschlagsliste zusammen, die er nach Rom schickt.

Dort berät die Bischofskongregation darüber und unterbreitet die Vorschläge dem Papst. Dieser schickt eine Dreierliste zurück, aus denen dann das Domkapitel wählt. Nimmt der Kandidat die Wahl an, fragt der Dompropst gemäß Konkordat (staatskirchenrechtlicher Vertrag) bei der Landesregierung an, ob „Bedenken politischer Art“ gegen den Kandidaten vorliegen. Erst nach Zustimmung der Landesregierung teilt das Domkapitel dem Heiligen Stuhl den Namen des Gewählten mit, so dass der Papst den Kandidaten zum Erzbischof ernennen kann.

 

 

Einführung von Rainer Maria Kardinal Woelki als Erzbischof von Köln am 20. September 2014