Ich sah normale Leute an und dachte: „Fragen sie sich: wer bin ich, wer hat mich geschaffen, was ist das Leben? Könnte es nicht sein, dass die Leute sich diese Frage nicht stellen? Könnte es nicht sein, dass das Problem in mir liegt, dass ich ein selbstverliebter, seltsamer Mensch bin?“ Ich spürte etwas auf mir wie eine nasse Decke, die mich zwang, ständig die Wahrheit zu suchen.“ (Kiko Argüello, Das Kerygma, St. Ottilien 2013, S. 24)
Und wieder waren es philosophische Gedanken, die Kikos Leben eine Wende gaben. Er las Henri Bergson. Ihm zufolge lasse die Intuition die Wahrheit erkennen. Die Intuition sei der Vernunft überlegen. Kikos Intuition sagte ihm, dass die totale Absurdität nicht der letzte Grund der menschlichen Existenz sein könne. Er schrie zu Gott und bat: „Wenn es dich gibt, dann hilf mir, denn vor mir habe ich den Tod!“ Und die Antwort Gottes kam. Kiko beschreibt sie als eine Erfahrung der Geistmitteilung, wie sie der Apostel Paulus im Römerbrief schildert: „So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ (Röm 8,16).
„Da schrie ich zum Herrn und empfand in mir in jenem Augenblick plötzlich die Gewissheit, dass Gott existiert! Ich empfand es nicht wie eine Schlussfolgerung, wie eine Theorie, nein, nein! Gott existierte: es war wie eine substanzielle Berührung.“ (Kiko Argüello, Das Kerygma, St. Ottilien 2013, S.28)