Der ehemalige Solinger Stadtdechant hatte im Jahr 2016 einen eigenen Stiftungsfonds im Stiftungszentrum gegründet
Für die meisten Menschen, denen Prälat Heinz-Manfred Jansen in seinem Leben begegnete, war er vor allem „der Pastor“, ein leidenschaftlicher Seelsorger. Seine vertrauten Weggefährten sahen in ihm aber auch einen „verlässlichen Freund“. In seiner Zeit als Solinger Stadtdechant von 1986 bis 2010 gehörte Pfarrer Heinz-Manfred Jansen sicher zu den prägendsten Persönlichkeiten der Solinger Kirche. Am 23. März 2026 ist er im Alter von 82 Jahren gestorben. Der gebürtige Dürener wuchs in Köln-Ehrenfeld auf. Die Aufbruchsstimmung im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils war für ihn eine zentrale Erfahrung seiner Studienzeit.
Am 3. Februar 1969 empfing Jansen durch Kardinal Josef Frings im Kölner Dom die Priesterweihe. Ein Dienst, der für sein Leben von grundlegender Bedeutung wurde: „Stünde ich, wie vor 50 Jahren, noch einmal vor der Entscheidung, ob ich Christus als Priester nachfolgen will, ich würde, wie damals, antworten: Adsum - Hier bin ich! Ich bin bereit!“, schrieb er anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums 2019.
„Wenn der priesterliche Dienst – besonders durch kirchliche und gesellschaftliche Veränderungen und Probleme in den vergangenen Jahren – auch nicht immer leicht war, so hat die Freundschaft mit Christus und das Zusammenleben mit vielen Menschen, sowie das Dasein für sie, meinem Leben Sinn und Erfüllung gebracht. Denn es war für mich immer eine lohnende und große Aufgabe, Menschen die Botschaft vom göttlichen Leben in Fülle zu verkünden und Christus für sie berührbar werden zu lassen,“ schrieb Jansen im Rückblick auf seinen langjährigen priesterlichen Dienst.
Nach Stationen als Kaplan und Religionslehrer in Wesseling und Köln-Buchheim kam er 1980 nach St. Joseph in Solingen-Ohligs. Von 1986 bis 2010 war er Stadtdechant von Solingen. Besonders die Jugendpastoral und die Unterstützung Wohnungsloser galten als seine Herzensthemen.
„Die Armen sind mir ans Herz gewachsen. Vor allem die, die auf der Straße leben, keine Bleibe mehr haben und noch viel weniger ein Zuhause“, sagt Jansen. „Christus hat den ganzen Menschen im Blick und so verstehe ich auch meinen priesterlichen Dienst.“ Einem Obdachlosen Ansehen und Würde zu geben, aber auch finanzielle Hilfen über den örtlichen Caritasverband – das war dem ehemaligen Solinger Stadtdechanten immer wichtig. Aber auch den jungen Menschen und ihrer Berufung galt seine Aufmerksamkeit. Sie seelsorgerisch zu begleiten und zu unterstützen, wenn sie einer priesterlichen Berufung folgen wollten, war ihm ein weiteres Herzensanliegen. Ebenso lag ihm sehr an einer guten Förderung der Kirchenmusik, für die er sich in den Pfarreien, in denen er wirkte, nach Kräften einsetzte. Im Jahr 2016 hat er daher einen Stiftungsfonds im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gegründet mit den Anliegen der Unterstützung von Obdachlosen, der Förderung von Priesternachwuchs und der Förderung von Kirchenmusik.
Zum Goldenen Priesterjubiläum wünschte er sich nichts für sich persönlich, sondern bat, den Pastor-Jansen-Fonds mit Spenden zu unterstützen, um diesen Anliegen Nachdruck zu verleihen. Als Pfarrer im Ruhestand wirkte Jansen seit 2015 noch als Subsidiar in St. Josef und Martin in Langenfeld, bis seine gesundheitlichen Kräfte nachließen und sich sein Wirkungskreis vor etwa drei Jahren vor allem auf die eigenen vier Wände beschränkte. Nach langer, geduldig ertragener Krankheit ist er in der Passionswoche 2026 gestorben. In seiner Wahl-Heimat Ohligs auf dem Friedhof St. Joseph hat er nun seine letzte Ruhestätte gefunden.
Weiterführende Infos:
Pastor-Jansen-Fonds
Gründung: 2016
Zweck: Förderung von Priesternachwuchs in Skandinavien und Mittel-, Ost- und
Südosteuropa, Förderung der Kirchenmusik in Solingen und Langenfeld, Caritasverband Wuppertal/Solingen für die Solinger Obdachlosen und Bergisches Hospiz Burgholz, Kirchengemeinde St. Joseph in Solingen-Ohligs, St. Martin/Josef in Langenfeld, Abtei Maria Laach, Verein vom Heiligen Land
Rechtsform: Stiftungsfonds der Erzbischöflichen Stiftung Köln
Stiftungskonto: IBAN DE 41 3706 0193 0034 0000 18