Dominikanerinnen von Bethanien, OP

Entstehung 

1866 gründete der französische Dominikanerpater Johannes Joseph Lataste mit Sr. Henrika Dominika Bernier in Südfrankreich die Kongregation der Dominikanerinnen von Bethanien. Zuvor hatte er bei Besinnungstagen in einem Frauenzuchthaus die Inhaftierten und ihre Schicksale näher kennengelernt. Voll Verwunderung stellte er fest, dass viele von ihnen eine innere Neuorientierung erlebt hatten und ihrem Leben nach der Haft einen tieferen Sinn geben wollten. Pater Lataste gründete die Kongregation, um Frauen mit sogenannter "Vergangenheit" die Möglichkeit zu geben, mit anderen Frauen als Schwestern innerhalb derselben Ordensgemeinschaft ein klösterliches Leben zu führen. 
Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die deutschen Schwestern aus Frankreich ausgewiesen und gründeten in Holland eine zweite, selbständige Bethanien-Kongregation, die 1960 die päpstliche Anerkennung erhielt. 1952 kamen die ersten Schwestern nach Deutschland.

Lebensform

Aus der Barmherzigkeit Gottes leben

Wer einmal eine tiefe Glückserfahrung gemacht hat, das Gefühl innerer Freiheit und Befreiung trotz aller äußeren Einschränkungen erlebte, sich zutiefst persönlich angesprochen wusste, wird diese existentielle Erfahrung nie mehr vergessen können. Menschen können derartige Erfahrungen unter den denkbar verschiedensten Umständen machen, z.B. inmitten einer persönlichen Lebenskrise, beim Überdenken des eigenen Lebensweges, der über viele Biegungen und Windungen hinweg doch einem verborgenen Plan folgt, in der Begegnung mit anderen Menschen und in der beglückenden Erfahrung, noch einmal von vorne beginnen zu können. Frauen, die in die Gemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien eintreten, sind derartige Erfahrungen nicht fremd.

Auch heute noch ist das gemeinsame Leben in der klösterlichen Gemeinschaft, die gegenseitige Akzeptanz und Annahme die tragende Basis. Beim Hineinwachsen in die Gemeinschaft ist die Berücksichtigung der jeweiligen persönlichen Situation der Normalfall. Regelungen gibt es als Leitschnur, nicht als "Gesetz". In ihren Tätigkeitsfeldern versuchen die Schwestern das auszudrücken, was sie für sich selbst als Lebenssinn erfahren haben:

  • In den drei Bethanien-Kinder- und Jugenddörfern geben sie jungen Menschen, die erschwerte Startbedingungen für ihren Lebensweg hatten, ein Zuhause und eröffnen ihnen somit neue Zukunftschancen.
  • In der pastoralen Begleitung von straffälligen Frauen und Jugendlichen zeigen sie den häufig diskriminierten Menschen, dass sie nicht abgeschrieben sind, und dass auch ihr Leben Reichtum und Tiefe enthält.
  • Mit der pastoralen Begleitung von Frauen in Krisensituationen, einsam und isoliert lebenden Menschen, Kranken und Alten geben die Schwestern ein Zeichen für den Wert allen menschlichen Lebens. In diesem Sinne ist ihr Einsatz kritisch und politisch zum Wohle der Benachteiligten und Unterdrückten unserer Zeit und Gesellschaft.

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