Klaus Gertz

Kaplan

Berufungswege sind manchmal Umwege. - Mein Name ist Klaus Gertz. Ich bin geboren und aufgewachsen in Wipperfürth im Oberbergischen, habe nach dem Abitur in Trier Jura studiert, in Dortmund mein Referendariat absolviert und danach kurz in Bochum gearbeitet. Im Laufe dieser Zeit wurde mir jedoch klar, dass ich mit einem Beruf im juristischen Bereich nicht glücklich werden würde.

Bei der Frage, welcher Beruf es stattdessen sein könnte, blieb ich an dem Wort „Priester“ hängen. Darum habe ich nach kurzem Zögern 2005 in Bonn angefangen, Theologie zu studieren und im Collegium Albertinum zu leben. Nach abgeschlossenem Studium bin ich Seminarist des Priesterseminars in Köln geworden und wurde im Jahr 2011 zum Diakon geweiht. Teil der zurzeit vor allem praktisch ausgerichteten Ausbildung ist auch die Mitarbeit im Seelsorgebereich Much. In diesem Jahr werde ich, so Gott will, am 15. Juni im Kölner Dom zum Priester geweiht werden.

Warum heute Priester werden? Die Lebenswege derjenigen Priester, die ich kenne, weisen eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten auf. Aber letztlich, so scheint mir, hat doch jeder seine eigene Geschichte, seine eigenen Beweggründe und Erwartungen, weswegen er sich für diesen Beruf und für diese Berufung entschieden hat.
Für mich sind in der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst vor allem zwei Dinge wichtig geworden: Zum einen die Beschäftigung mit den Texten der Bibel, vor allem mit denen des Neuen Testaments, und die Frage, was diese Texte uns heute sagen können; und zum anderen die Freude am Umgang mit Menschen, das Hinhören auf ihre Anliegen, das Anteil-Nehmen an ihrer Gottessuche.

Wer sich heute auf einen Berufungsweg einlässt, der lässt sich in gewisser Weise auf ein Abenteuer ein. Kirche und Gesellschaft sind im Umbruch; vieles hat sich geändert und weitere Dinge werden sich ändern. Wie genau Kirche in zwanzig Jahren aussehen wird, lässt sich kaum sagen.
Trotzdem möchte ich jedem, der vor der Frage steht, ob Jesus Christus ihn in seine besondere Nachfolge ruft, Mut machen, dieser Frage nachzugehen. Viele Menschen stellen die Frage nach Gott, sei es ausdrücklich oder stillschweigend; und diese Frage wach zu halten und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Antworten darauf zu geben, das ist eine spannende Aufgabe.

Diakon Klaus Gertz, im Diakonenjahr 2011/12