Impulse zur Zeit

Impulse zur Zeit für Religionslehrerinnen und -lehrer

Lebenslinien, die sich entwickeln und verwickeln in der Zeit … wie Algen am Strand.

Da ist jemand, aus dem sie sind und leben, aus dem sie hinausgelassen sind ins Dasein, doch nie von ihm verlassen
… unendlicher als das Meer: Gott – in Zeit und Ewigkeit.

 

... zur Zeit - für Religionslehrerinnen und -lehrer

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

1.700 Jahre – „eine Geschichte mit Zukunft“, so hat es die Bundeskanzlerin anlässlich des laufenden Jubiläumsjahres ‚1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘ ausgedrückt. Das Jahr 321 markiert in besonderer Weise die Existenz jüdischen Lebens in Deutschland, denn am 11. Dezember 321 bestätigte Kaiser Konstantin die Berufung jüdischer Bürger in den Kölner Stadtrat. Das Dekret war im Rahmen der derzeit noch laufenden Ausstellung In die Weite im Kolumba-Museum in Köln ausgestellt. 
Das Christentum hat eine einzigartige Beziehung zum Judentum, es ist seine Schwesterreligion. Die Rede von der gemeinsamen Wurzel ist ein bedeutender Aspekt für die Theologie. Aufgrund der theologischen und geschichtlichen Bedeutung des Judentums für das Christentum und damit auch für das kulturell-gesellschaftliche Leben in Deutschland haben die (An-)Fragen, Vorbehalte, das Interesse und die Neugier für das Judentum und das jüdische Leben, für die Elemente religiöser Überzeugungen und Praktiken, aber auch für die leidvolle Geschichte der Juden in Deutschland ihren Ort im Religionsunterricht. Eine Sensibilität und Offenheit für den Anderen, wie das Festjahr es sich erhoffen lässt, kann es nur durch Bildung geben – und religiöse Bildung leistet hierzu einen ganz zentralen Beitrag. 
 
Anlässlich des Jubiläumsjahres möchten wir Ihnen für dieses Jahr eine weitere Ausgabe der ‚Impulse zur Zeit‘ anbieten. Der Titel lautet: „1700 Jahre. Eine Geschichte mit Zukunft“. In den Anregungen für Religionsunterricht und Schulpastoral soll das Anliegen des Jubiläumsjahres deutlich werden, jüdisches Leben hier vor Ort sichtbar und vielfältig wahrnehmbar werden zu lassen und junge Menschen dafür zu sensibilisieren, in der Pluralität ihrer Lebenswelt gemeinsam die Gesellschaft und Zukunft des Zusammenlebens zu gestalten. 
 
Über die bereits bekannten Rubriken hinaus haben wir Ihnen als .pdf-Dokument ein paar Beiträge aus den diesjährigen Print-Ausgaben der Impulse hinzugefügt, u.a. finden Sie unterrichtspraktische Hinweise, die anlässlich des Jubiläumsjahres in den Heften 1/2021 und 2/2021 als Sonderseiten erschienen sind. Auch für Heft 3/2021 ist eine weitere Sonderseite geplant. 
Um im Unterricht Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Religionen vertiefend miteinander ins Gespräch zu bringen, möchten wir Sie auf die Plakataktion #beziehungsweise hinweisen (https://www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de/). Dort finden Sie Anregungen in Form von Unterrichtsbausteinen und Materialien zu Festen und Feiern im Judentum und Christentum. Die NRW-Plakate können Sie über die Homepage des Erzbistums Köln einsehen: www.interreligioeserdialog.de
 
Mit Blick auf das Ende des Jahres und die kommende Adventszeit laden wir Sie dazu ein, die Dezember-Ausgabe der ‚Impulse zur Zeit‘ 6/2020 auch in diesem Jahr zu nutzen („‚The same procedure as every year?‘ – Ja, nur anders! Eine weihnachtliche Absage an die Mentalität des ‚Absagens‘“), auch wenn wir mit Ihnen auf ein Weihnachtsfest ohne große Einschränkungen hoffen. 
 
Mit dieser Hoffnung wünschen wir Ihnen für die kommenden Wochen alles Gute und Gottes Segen.

 

Impuls Nr. 4-2021
„1.700 Jahre. Eine Geschichte mit Zukunft“

 

 

Als Baum in der Wüste

 

In trockenem Boden,
unversorgt auf der Suche – aber wonach?
Unwirtliche, entbehrungsreiche Umgebung,
wie das alles überstehen?

 

Hilft es da nicht, gemeinsam auf dem Weg zu sein,
denselben Ursprung zu haben?
Aus demselben Grunde Kraft zu schöpfen,
versorgt zu sein – und nicht allein.

 

Es braucht tiefe Wurzeln,
eine Gewissheit, geborgen zu sein – verwurzelt.
Erfahrene Weggefährten, ältere Geschwister:
so ist man nicht alleine unterwegs.

 

Thomas Frings

 

 

Psalm 63

1 Ein Psalm Davids. Als er in der Wüste Juda war.
2 Gott, mein Gott bist du, dich suche ich, *
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir schmachtet mein Fleisch *
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
3 Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit.
4 Denn deine Huld ist besser als das Leben. *
Meine Lippen werden dich rühmen.
5 So preise ich dich in meinem Leben, *
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
6 Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen.
7 Ich gedenke deiner auf meinem Lager *
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
8 Ja, du wurdest meine Hilfe, *
ich juble im Schatten deiner Flügel.
9 Meine Seele hängt an dir, *
fest hält mich deine Rechte.
10 Die mir nach dem Leben trachten, um mich zu vernichten, *
sie müssen hinabfahren in die Tiefen der Erde.
11 Man gibt sie preis der Gewalt des Schwerts, *
sie werden den Schakalen zur Beute.
12 Der König aber freue sich an Gott! /
Wer bei ihm schwört, darf sich rühmen. *
Doch allen Lügnern wird der Mund verschlossen.

 

 

Schulpraktische Impulse für die …

 

...die Primarstufe:

Der Beitrag lädt dazu ein, zu entdecken, wie jüdische Menschen heute ihren Glauben leben und Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Christentum wahrzunehmen. Davon ausgehend regt er dazu an, zu reflektieren, was wichtig ist, damit Menschen unterschiedlichen Glaubens miteinander ins Gespräch kommen können.

Impuls für die Primarstufe – Wahrnehmen und entdecken (beschreibbares PDF-Dokument)

 

...die Sekundarstufe I:

Die drei Beiträge, die insbesondere für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I konzipiert sind, betrachten jüdisches Leben und Glauben auf ganz unterschiedliche Weise: Da ist zum einen der Impuls zur jiddischen Sprache, die tief in unserer Alltagssprache verwurzelt ist. Der zweite Beitrag regt an, sich mit einer Mitmachausstellung zum Jubiläumsjahr zu beschäftigen und die Ruhetage tiefer in den Blick zu nehmen (#letshaveabreak). Schließlich stellt der dritte Beitrag den Roman Theos Reise in den Mittelpunkt, konkret: Theos Begegnung mit Rabbi Elieser.

Impuls für die Sekundarstufe I – Jiddisch (beschreibbares PDF-Dokument)

Impuls für die Sekundarstufe I – Mitmachausstellung
Impuls für die Sekundarstufe I – Mitmachausstellung (Hinweise für die Lehrkraft)

Impuls für die Sekundarstufe I – Theos Reise (beschreibbares PDF-Dokument)

 

...die Sekundarstufe II:

Von den beiden Unterrichtsbeiträgen für die Sekundarstufe II thematisiert der eine die Herausforderung, als Jude in Deutschland zu leben. Anhand des Kurzfilms Masel Tov Cocktail aus dem Jahr 2020 können sich Schülerinnen und Schüler v.a. der Einführungsphase oder älteren Sek. I, provozieren und herausfordern lassen von den Stereotypen, denen der Protagonist begegnet und zwischen denen er seine Religiosität zum Ausdruck bringt. Der andere Beitrag nimmt vergleichend Ostern und das Pessachfest in den Blick, indem die Haggadah und das Exsultet als feierliche Texte der jeweiligen Festliturgie miteinander in Beziehung gebracht werden.

Beide Beiträge sind jeweils mit einem Lehrerkommentar versehen, der Erwartungshorizonte und Hilfestellungen bietet.

Impuls für die Sekundarstufe II – Religiosität (beschreibbares PDF-Dokument)
Impuls für die Sekundarstufe II – Religiosität (Hinweise für die Lehrkraft)

Impuls für die Sekundarstufe II – Ostern beziehungsweise Pessach (beschreibbares PDF-Dokument)
Impuls für die Sekundarstufe II – Ostern beziehungsweise Pessach (Hinweise für die Lehrkraft)

 

…Schulpastoral inSPIRIerT:

Der schulpastorale Beitrag lädt zu einer Spurensuche ein: Jüdisches Leben, jüdische Spuren in der Nachbarschaft, im Viertel, in der Stadt gilt es zu entdecken und durch Beispielfilme zu vertiefen.

Impuls für die Schulpastoral

 

…„Nachlese“

Auch in den Impulse-Heften dieses Jahres war das Jubiläumsjahr Thema. Der Bericht aus dem Irmgardis-Gymnasium über Stolpersteine und die Ausstellung ‚We, the six million‘ wird begleitet von zwei unterrichtspraktischen Impulsen: Der erste nimmt ebenfalls Pessach und Ostern vergleichend in den Blick, jedoch für Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe. Der zweite Beitrag beleuchtet den christlich-jüdischen Dialog von der Karfreitagsfürbitte bis zum geschwisterlichen Gespräch; dieser Beitrag ist für den Religionsunterricht der Oberstufe entwickelt.

Impulse 1-2021 – Erinnern im 21. Jahrhundert (Bericht aus dem Irmgardis-Gymnasium Köln)

Impulse 1-2021 – Frei von Sklaverei (Unterrichtsbeitrag für Jg. 5/6)

Impulse 2-2021 – Christlich-jüdischer Dialog (Unterrichtsbeitrag für die Oberstufe)

 

Die Impulse zur Zeit wurden gestaltet aus dem Kreis der Referent/innen der Abteilungen 'Schulische Religionspädagogik und Katholische Bekenntnisschulen' sowie ‚Schulpastoral und Hochschulen‘: Dr. Dominik Arenz, Stefanie Bartsch, Barbara Beier, Michael Bold, Beate Brinkmöller, Thomas Bruns, Robert Buchholz, Elke Chladek, Stefanie Esser, Johannes Euteneuer, Marie Euteneuer, Bernd Foitzik, Dr. Nina Frenzel, Andrea Gersch, Birgit Hess, Gregor Hofmeister, Regine Klein, Bernhard Mosbacher, Michael Neumann, Winfried Scharrenbroich, Gabriele Stammen, Michael Wittenbruch, Christina Zimmermann.

Rabbiner Jehoschuah Ahrens aus Darmstadt und Herrn Thomas Frings vom ‚Referat für Dialog und Verkündigung‘ gilt unser herzlicher Dank für die Begleitung und Durchsicht der Beiträge.

Redaktion: Andrea Gersch, Dr. Nina Frenzel, Dr. Dominik Arenz

Die ‚Impulse zur Zeit‘ sind CC BY-SA 4.0 lizenziert; abweichende Urheberrechtsangaben sind jeweils am Bild bzw. Text verzeichnet. Sollten wir trotz intensiver Nachforschungen zu Urheberrechten nicht fündig geworden sein, bitten wir um Benachrichtigung der Redaktion.

Kontakt: impulse@erzbistum-koeln.de

 

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