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In jedem Menschen lebt eine tiefe Sehnsucht nach Sinn:9. Rhein-Meeting mit Trondheimer Bischof Erik Varden

Bischof Varden, Pater Carlin und Teilnehmerin im Gespraech
Datum:
16. März 2026
Von:
Newsdesk/ras
Am 14. März fand das 9. Rhein-Meeting statt. Zu Gast war der norwegische Trappistenmönch und diesjähriger Leiter der vatikanischen Fastenexerzitien Bischof Erik Varden OCSO.

Köln. Gerade in der postsäkularen Zeit seien die großen Fragen nach Sinn lebendig geblieben. Das hat Bischof Dr. Erik Varden OCSO beim 9. Rhein-Meeting im Kölner Maternushaus vor gut 400 Gästen betont. Er ergänzte „Wir leben in einer Zeit, in der alles Religion ist.“ Gerade deshalb müssten „wir Christen die wirklichen Fragen unserer Zeitgenossen hören“, anstelle „lange Antworten auf Fragen zu geben, die überhaupt niemand stellt“. Der Christ könne ein „Pontifex“, ein „Brückenbauer der Antworten sein“, weil er in der Person Jesu die entscheidende Antwort habe.

Zitat aus dem Paulusbrief

Mit dieser Aussage fast zum Ende eines knapp zweistündigen Podiumsgesprächs mit dem Leiter des Rhein-Meetings, Pater Dr. Gianluca Carlin FSCB, griff der diesjährige Leiter der vatikanischen Fastenexerzitien indirekt das Leitwort der Veranstaltung auf: „Ein Schatz in zerbrechlichen Gefäßen (2 Kor 4,7)“.

Das Zitat aus dem Paulusbrief bringe, so hatte es Veranstalter Carlin in der Begrüßung betont, die Paradoxie des Menschen zum Ausdruck: Er besitze eine unantastbare Würde, sei aber zugleich fragil, irrtumsanfällig und schwach. Man wolle auf dem Treffen bei diesem Faktum aber nicht stehen bleiben, weil der Mensch nach dem ganzen Licht greife, das bleibt. Dieses Licht sei Christus selbst.

Die Einladung des Rhein-Meetings an Bischof Varden erging lange bevor ihm die Aufgabe zuteilwurde, die Fastenexerzitien für die Führung des Vatikans in der ersten Fastenwoche zu halten. In Köln sprach er zum Thema „Wege aus der Einsamkeit“, wozu es ein in Englisch geschriebenes Buch des Bischofs von Trondheim mit dem Titel „The Shattering of Loneliness: On Christian Remembrance“ („Die Überwindung der Einsamkeit: Über ein christliches Gedächtnis“) gibt, 2018 erschienen, das bislang noch nicht in deutscher Sprache vorliegt. Das Podiumsgespräch vor Zuhörern aller Altersgruppen – es waren viele Familien und auch zahlreiche Jugendliche anwesend – setzte bei biografischen Ereignissen des Trappistenmönchs ein und weitete sich anschließend bis in den Horizont europäischer Kulturgeschichte.

Optimistische Grundhaltung

Der Grundton lautete dabei, dass der Christ gegen jegliche pessimistischen Annahmen eine optimistische Grundhaltung einnehmen kann. Beispielhaft zeigte Varden, der von 2013 bis 2019 die Trappistenabtei Mount St. Bernard in Leicestershire, England, leitete, dies an der Frage, warum es angeblich nicht gelungen sei, den christlichen Glauben an die gegenwärtige Generation junger Menschen weiterzugeben. „Jede Person ist eine Welt mit ihren Geheimnissen, Wünschen und Hoffnungen. Diese Welt muss man ernst nehmen“, so Varden. In jedem Menschen lebe eine tiefe Sehnsucht nach Sinn. „Als Christen können wir eine Antwort auf die Frage nach Sinn geben“, so der Zisterzienser der strengeren Observanz.

Ihn wundere es nicht, dass immer mehr Menschen in den europäischen Ländern der nachsäkularen Zeit um die Taufe bitten würden: „Sie ist logisch in einer Zeit, in der so viel zusammenbricht. Wir wissen nicht mehr, wer unsere Feinde und wer unsere Freunde sind und auch in der Kirche haben sich viele als unglaubwürdig gezeigt“, so Varden. Die „Realität Kirche“ gebe es aber seit 2000 Jahren, obwohl diese Jahre voll sind von unverständlichen Vorgängen. Die Taufe sei aber nur der erste Schritt. Es bestehe die Gefahr, dass viele wieder gehen würden. Der Glaube werde eben in „zerbrechliche Gefäße eingeschenkt“, und es bleibe die Aufgabe der Kirche, das „Übermaß der Kraft von Gott“ (2 Kor 4,7) an die Menschen weiterzugeben.

Das Rhein-Meeting entstand aus einer Gruppe von Personen, die der geistlichen Gruppe „Comunione e Liberazione“ angehören. Für den Sprecher der Veranstaltung, Pater Carlin, ist es wichtig, dass die Themen der Treffen deutlich machen, dass „der Christ etwas Einfaches in sich hat, was aber eine Sprengkraft hat, um eine Antwort auf die einfachen Fragen der Menschen zu geben“.

In diesem Jahr sprach auch Nathanael Liminski (CDU), Landesminister von NRW für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien, über die Spannung von christlichem Glauben und politischer Verantwortung sowie Professor Dr. Ulrich Voderholzer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über psychische Belastungen, Hintergründe und Resilienzfaktoren bei Jugendlichen heute.

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