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Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammenbringen:Aktion Neue Nachbarn Altenkirchen: „Wir sind eine interkulturelle Gesellschaft“

Aktion Neue Nachbarn in Altenkirchen
Datum:
27. Sept. 2023
Von:
Newsdesk/dko
Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammenbringen

Gospel-Chor, inter­kul­turelles Ko­chen und Trommel­kurse – für Simon Mputu Ngimbi ist Inte­gra­tion mehr als nur der Be­such ei­nes Sprach­kurses. Der ge­bürtige Kongo­lese ist einer von ins­gesamt 22 Inte­grations­beauf­tragten der Aktion Neue Nach­barn (ANN) im Erz­bistum Köln. Mit rund 25 Ehren­amt­lichen unter­stützt er Ge­flüchtete im Kreis­deka­nat Alten­kir­chen, die we­gen Krieg, Ge­walt oder Ver­fol­gung ihre Hei­mat ver­lassen mussten. Sein Ziel: Men­schen mit und ohne Flucht­er­fah­rung zusammen­brin­gen und da­mit Inte­gra­tion gemein­schaft­lich vorantreiben.

Seit Juni 2022 ist Mputu Ngimbi haupt­amt­lich in der Flücht­lings­hilfe des Erz­bistums tä­tig. Mit krea­tiven Ideen und gro­ßem Enga­gement setzt sich der Inte­grations­beauf­tragte da­für ein, Ge­flüch­teten das An­kommen in Deutsch­land zu er­leich­tern ­– und das in vie­ler­lei Hin­sicht. Er bie­tet Schu­lungen für Ehren­amt­liche an, plant Aktivi­täten für ge­flüch­tete Menschen und or­gani­siert Sprach­paten­schaften. Da­bei steht immer das Mi­teinan­der im Mittel­punkt. "Ich bin davon über­zeugt, dass Inte­gra­tion nur erfolg­reich sein kann, wenn sie von vielen Men­schen mit­ge­tra­gen wird", er­klärt Mputu Ngimbi. Mit sei­nen An­gebo­ten möchte er nicht nur Ge­flüchte­ten hel­fen, son­dern auch Orts­ansäs­sige für den Kultur­aus­tausch mit Zu­wan­derern begeistern.

Das Erfolgskonzept der Aktion Neue Nachbarn

Menschen unter­schied­licher Her­kunft in Kon­takt zu brin­gen ist eine der wich­tigsten Auf­gaben der Ak­tion Neue Nach­barn. Seit No­vem­ber 2014 setzt sich die von Erz­bischof Rainer Maria Kar­dinal Woelki ini­tiierte Ak­tion für eine po­sitive Will­kommens­kultur von ge­flüch­teten Men­schen ein. Im Fo­kus stehen nicht nur die Ge­flüch­teten und ihre Be­darfe, die stär­ker in der Ge­sell­schaft wahr­ge­nommen wer­den sol­len, son­dern auch Ehren­amt­liche, die sich frei­wil­lig für Ge­flüch­tete ein­setzen und ih­nen – den neuen Nach­barn – hel­fen wol­len, in einem frem­den Land eine neue Heimat zu finden.

Beson­ders seit dem Aus­bruch des Krie­ges in der Ukra­ine ist die Be­deu­tung der Flücht­lings- und Inte­grations­ar­beit wie­der in den ge­sell­schaft­lichen Mittel­punkt ge­rückt. Bis heute ist im Erz­bistum Köln die Soli­dari­tät mit den Men­schen aus der Ukra­ine groß: In kür­zes­ter Zeit wur­den Hel­ferinnen und Hel­fer der Ak­tion Neue Nach­barn mobi­lisiert und be­ste­hende Infra­strukturen aus­ge­baut. Ge­flüch­teten Frauen und Kindern wurden Unter­künfte ver­mittelt und wesent­liche Ver­sor­gungs­ange­bote bereitgestellt.

Auch im Kreis­de­kanat Alten­kir­chen, zu dem ne­ben Alten­kirchen selbst auch Wis­sen, Hamm und Flammers­feld ge­hören, ha­ben Mputu Ngimbi und sein Team vie­le Men­schen aus der Ukraine auf­ge­nommen – ins­ge­samt 1971 Frauen und Kinder. Um ihnen eine Mög­lich­keit des Aus­tauschs und der Zu­sammen­kunft zu bie­ten, ha­ben sie kurzer­hand das Café Inter­na­tional wieder­eröff­net. We­gen der Corona-Pan­demie war der Treff­punkt ge­schlos­sen wor­den. Nun lebt er unter dem Na­men Café Kiew wie­der auf und ist zu einem wich­tigen Treff­punkt für die ukra­inischen Nach­barn ge­worden. Hier tref­fen sie sich alle zwei Wo­chen, um bei Kaf­fee und Ku­chen wich­tige Infor­ma­tionen zu Sprach­kursen oder Jobangeboten zu bekommen.

Wie kann Integration gelingen?

Der Bedarf an Hilfsangeboten ist weiterhin groß. Wegen des anhaltenden Krieges kommen immer mehr Menschen aus der Ukraine nach Altenkirchen. Besonders die Zahl der geflüchteten Kinder steigt. Um ihnen ein Stück Normalität und soziale Teilhabe zu ermöglichen, plant Mputu Ngimbi für sie regelmäßig Ausflüge und Freizeitaktivitäten. "Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Es ist wichtig, sie bei der Integrationsarbeit nicht außen vor zu lassen", erklärt der Integrationsbeauftragte.  

Ein essentieller Aspekt der Integrationsarbeit ist für Mputu Ngimbi ebenso der Spracherwerb. Durch den Besuch von Sprachkursen bekommen Geflüchtete die Möglichkeit, sich zurechtzufinden: Es erleichtert die Suche nach einer Erwerbstätigkeit, den Besuch beim Arzt oder die Suche nach einer Wohnung. Gleichzeitig stärkt es das Zugehörigkeitsgefühl und hilft beim Ankommen in der neuen Heimat. Der Integrationsbeauftragte organisiert deshalb regelmäßig interkulturelle Freizeitaktivitäten, die sich nicht nur an Geflüchtete, sondern an alle Menschen vor Ort richten. "Wir sind eine interkulturelle Gesellschaft, deshalb ermutige ich die Menschen miteinander in Kontakt zu treten und damit eine lebendige Integrationsarbeit zu ermöglichen. Besonders für die Geflüchteten sind diese Treffen unfassbar wichtig. Hier können sie die neue Sprache anwenden und das Gelernte aus dem Sprachkurs üben", so Mputu Ngimbi.

Ehrenamt als Schlüssel für erfolgreiche Integration

Doch ohne die Hilfe von Ehrenamtlichen, die sich aktiv dafür einsetzen, Geflüchtete als Teil der Gesellschaft und nicht als Gäste zu betrachten, würde das Erfolgskonzept der Aktion Neue Nachbarn nicht aufgehen. Davon ist auch Mputu Ngimbi überzeugt: "Ehrenamtliches Engagement ist unersetzlich. Unsere Ehrenamtlichen unterstützen Geflüchtete mit viel Herzblut und tragen wesentlich dazu bei, dass Geflüchtete in ihrer neuen Heimat ankommen und Vorurteile zwischen den Kulturen abgebaut werden". Der Integrationsbeauftragte möchte besonders junge Menschen für das Ehrenamt begeistern: "Jugendliche, die sich gemeinnützig engagieren, übernehmen früh Verantwortung und werden aktiv für die Belange von Bedürftigen sensibilisiert. Damit sind sie eine große Bereicherung für unsere Gesellschaft".

Diese Meinung teilt auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Rahmen ihrer "Im-Land-daheim-Tour" besuchte sie Ende Juni ehrenamtlich geführte Projekte und Initiativen. Dabei legte sie auch einen Stopp im Café Kiew ein. Hier kam sie mit Ehrenamtlichen sowie Geflüchteten ins Gespräch und bekam einen Einblick in die Integrationsarbeit der Aktion Neue Nachbarn. Dreyer lobte das große Engagement und betonte dabei nochmals die gesellschaftliche Bedeutung dieser wertvollen Arbeit: "Das Ehrenamt ist Kern unserer demokratischen und solidarischen Gesellschaft." Für Mputu Ngimbi war der Besuch der Politikerin sehr wertvoll: „Die Ministerpräsidentin hat sich die Probleme der Menschen angehört und sie ermutigt. Es war ein sehr offenes und konstruktives Gespräch“. Zum Schluss habe sie versprochen, das Café Kiew erneut zu besuchen.

Mputu Ngimbis Blick in die Zukunft ist zuversichtlich: "Die große Hilfe und Solidarität, die geflüchteten Menschen entgegengebracht wird, gibt mir Hoffnung. Mit vereinten Kräften können wir es schaffen, unseren neuen Nachbarn zu helfen und den interkulturellen Austausch zu stärken".

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