Hilfe für Menschen im Osten Europas – soziale und pastorale Aufgaben – bundesweite Kollekte

28. Oktober 2019 Newsdesk/Je

Am 2. November 2019, dem Allerseelentag, geht die Kollekte aller Gottesdienste an das Hilfswerk Renovabis. Die katholische Solidaritätsaktion unterstützt die Priesterausbildung in den ehemals kommunistischen Ländern Ost- und Südosteuropas. Angehende Priester sind für den Wiederaufbau der damals verfolgten Kirche von überaus großer Bedeutung.

Auch 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sind viele Ortskirchen auf finanzielle Unterstützung und Solidarität bei der Förderung ihres priesterlichen Nachwuchses angewiesen.

Einschränkungen durch niedrige Kollektenergebnisse

In den vergangen Jahren musste Renovabis seine Hilfe allerdings deutlich einschränken, weil die Allerseelen-Kollekte (in diesem Jahr an einem Samstag) oft eher gering ausfällt.

Davon berichtet Dr. Christian Hartl, Renovabis-Hauptgeschäftsführer: „Viele Priester im Osten Europas leben von Messstipendien, zuzüglich einer von Renovabis ausbezahlten „Existenzhilfe“. Leider ist die Zahl der Messstipendien, die an uns weitergeleitet werden, in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Deshalb mussten wir unsere Unterstützung in diesem Bereich vielerorts einschränken. Ich bitte Sie deshalb, zu prüfen, ob Sie uns Messstipendien für Priester im Osten Europas zukommen lassen können.“

Im Erzbistum Köln lag das Ergebnis der Allerseelenkollekte 2018 bei 27.631,96 Euro. 

Weißrussland: Priester-Sein inmitten von Armut, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit

Konrad Potyka ist Priester im kleinen Bistums Pinsk in Weißrussland. Er kümmert sich als Seelsorger um die drei Gemeinden Stolowitsche, Gorodischtsche und Rusino. Inmitten von Armut, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit ist vor allem die Seelsorge gefragt. Pater Potyka stärkt und fördert in gemeinsamen Ausflügen, Exerzitien und Gebetstreffen die Familien. Der Staat ist weder in der Lage, diese Angebote finanziell zu unterstützen, noch für den Lebensunterhalt der Priester zu sorgen. Renovabis bereichere ihn ungemein; die Gebete und Spenden seien für ihn und alle Priester in Weißrussland „ein großer Segen“, sagt Pater Potyka. 

Religiöse Vorurteile im Kosovo abbauen

96 Prozent der Bevölkerung im Kosovo sind Muslime. 1,5 Prozent bekennen sich zum serbisch-orthodoxen, ca. 2,2 Prozent zum römisch-katholischen Glauben. Spannungen machen das Miteinander immer wieder schwierig. Herausforderung oder Chance für die Ortskirche? Für Salesianerpater Dominik Querimi auf jeden Fall eine Chance, Vorurteile und Spannungen abzubauen. Er leitet ein katholisches Schulzentrum in Gijlan, 45 Kilometer von der Hauptstadt Pristina entfernt. Dort sind alle willkommen. Doch es gebe oft Rückschläge, wenn etwa „ein Imam in der Moschee gegen das Zentrum gewettert und den Eltern davon abgeraten hat, die Kinder hierher zu schicken, weil es ein schlechter Einfluss für sie wäre“, sagt Pater Dominik.

Trotz der Rückschläge gibt der Pater nicht auf: Er will das Schulzentrum mehr ins Bewusstsein der lokalen Bevölkerung rücken und ist dabei sehr kreativ. Er ruft die Schüler dazu auf, die beinahe unzähligen kleinen braunen Tannenzapfen auf dem Schulhof einzusammeln. Aus den über 50 000 gereinigten Tannenzapfen entstand in 53 Tagen ein 90 Quadratmeter großes Mosaik. Es zeigt Mutter Theresa, Johannes Bosco und den albanischen Nationalhelden Skanderbeg. 

Zwei Schüler schlugen es dem „Guiness-Buch der Rekorde“ vor. „Ich habe dann tatsächlich einen Anruf aus London bekommen“, erzählt Pater Dominik lachend. Nach einigen Tagen kam die Urkunde und der Pater ist seitdem Rekordhalter für das größte Tannenzapfenmosaik. Die Menschen kamen zu Veranstaltungen ins Zentrum und sahen sich das Mosaik sowie die Arbeit von und mit den Schülern an.

„Ohne die Hilfe, besonders aus Deutschland, müssten wir die Schule wahrscheinlich zumachen“, erzählt Pater Dominik. Langsam, aber erfolgreich: Die Leute verlieren ihre Angst und verlieren ihre Vorurteile. Die Schule entwickelt sich durch die Eigenleistung und Selbstorganisation der Schüler und Verantwortlichen.

Über das Hilfswerk Renovabis

1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet, unterstützt Renovabis kirchlich-pastorale Projekte, soziale Aufgaben, Bildungsprojekte in 29 Ländern. In Ost- und Südosteuropa leistet Renovabis Hilfe zur Selbsthilfe. Besonders die Priester arbeiten in kleinen, aber aktiven Gemeinden und sind auf die Spenden angewiesen.

In den letzten 26 Jahren half Renovabis in 29 Staaten im Osten Europas bei der Verwirklichung von rund 23.650 Projekten mit einem Gesamtvolumen von gut 745 Millionen Euro (Stand: April 2019).