Online-Rechner unterstützt bei Frage nach Leistungsanspruch

13. Januar 2023 Newsdesk/ke; Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V.

Köln. Können Men­schen nicht für ih­ren ei­genen Lebens­unter­halt sor­gen, springt in Deutsch­land der Staat ein. Seit dem 1. Ja­nuar 2023 er­halten Men­schen bei Ar­beits­losig­keit un­ter gewissen Voraus­setzun­gen Bürger­geld, ehe­mals Hartz IV.

On­line-Rech­ner er­mittelt An­spruch auf Bürger­geld

Ob ein An­spruch be­steht, er­mittelt ein On­line-Rech­ner der Caritas – ganz ein­fach, ano­nym und werbe­frei. Grund­lage für die Be­rechnung sind die Regel­sätze des Bür­ger­gel­des – ei­ner allein­stehen­den Per­son stehen jetzt 502 Euro zu. Die Höhe des Bür­ger­geldes für eine Fa­milie ist ab­hängig von den Kos­ten für Kalt- und Warm­miete, dem Alter und der An­zahl der Kin­der sowie vom Ein­kommen der Part­nerin oder des Part­ners.

Zut­dem wert­den die jet­weilit­gen Lebenst­umt­stände und dat­durch entt­stehent­de Mehrt­bedart­fe bet­rückt­sich­tigt, zum Bei­spiel bei Allein­erzie­henden, Schwan­geren, Men­schen mit Be­hin­derung oder bei Krank­heit.

Caritas schafft se­riöses Ange­bot zur Orien­tierung

In Deutsch­land leben knapp fünf Millionen Men­schen von Bürger­geld, in Nord­rhein-West­falen 1,5 Millionen.

"Viele Rech­ner, die das Inter­net bis­her bereit­hält, sind kompli­ziert, ver­langen die Ein­gabe von sen­siblen Da­ten oder sind voller Wer­bung“, sagt Michaela Hofmann, Refe­rentin für Armuts­fragen im Diözesan-Caritas­verband. „Wir haben ein se­riöses Ange­bot ge­schaffen, das be­troffe­nen Men­schen eine ver­läss­liche Orien­tierung gibt."

Rund um den On­line-Rech­ner fin­den sich auf der Web­site viele Fra­gen und Ant­worten zum Thema Bürger­geld. Zu­dem wer­den wohn­ort­nahe Be­ratungs­stellen der Ca­ritas und ihrer Fach­ver­bände auf­gelis­tet.

Drei Fragen an Michaela Hofmann (Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V.)

Michaela Hofmann ist Referentin für Allgemeine Sozialberatung, Armutsfragen, Frauenhäuser und Gewaltschutz beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln. Sie erklärt, wie der Bürgergeld-Rechner der Caritas funktioniert.

Wie ist die Idee für den Bürgergeld-Rechner entstanden?

In den Treffen von Menschen mit Armutserfahrungen und vielen Gesprächen mit Ehrenamtlichen wurde immer wieder mitgeteilt, dass die Berechnungen für das Arbeitslosengeld nicht verstanden werden und auch nicht klar sei, wann ein Anspruch besteht. Die Rechner, die digital zu finden seien, seien sehr kompliziert und nur für Menschen mit Erfahrung zu bedienen und zu verstehen.

Das war der Ausgangspunkt für Überlegungen, einen Rechner und eine Seite mit Informationen zu entwickeln. Ziel ist es, Menschen ihre Zugänge zu Leistungen einfach zu gestalten und einen Hinweis darauf zu erhalten, wann sich ein Antrag lohnt.

Was unterscheidet diesen Rechner von anderen Anbietern?

Der Rechner ist einfach zu handhaben und verlangt keine größeren Fachkenntnisse, um ihn zu bedienen. Dadurch kann er in der Berechnung nicht genau sein, bietet aber einen Anhaltspunkt für mögliche Leistungen.

Zudem müssen keine Personendaten eingegeben werden, er ist werbungsfrei und Verlinkungen finden nur auf offizielle Seiten der Bundesagentur für Arbeit oder auf Ministeriumsseiten statt. Für uns zählt, dass Informationen einfach und verständlich, werbungsfrei und anonym erhältlich sind.

Welche Beratungsangebote für Betroffene gibt es neben dem Bürgergeld-Rechner?

Über die Seite www.caritasnet.de/das-steht-dir-zu/ueberblick können Informationen zu anderen Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag, Elterngeld usw. abgerufen werden und grundsätzlich Beratungsstellen gefunden werden, die Unterstützung und Hilfe vor Ort leisten.

Über die Onlineberatung der Caritas www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung wird eine digitale Beratung für die unterschiedlichsten Lebenssituationen angeboten.

Die Caritas und ihre Verbände stehen vor Ort allen Menschen bei allen Problemen und Krisen kostenfrei zur Verfügung.

Die Fragen stellte Dagmara Kowalkowski vom Newsdesk für den Newsletter des Erzbistums Köln am 12. Januar 2023.

Über den Diözesan-Caritasverband für das Erzbi­stum Köln e. V. (DiCV)

Der Diözesan-Caritasverband (DiCV) für das Erzbi­stum Köln e. V. ist der Dachverband der katholischen Wohlfahrtspflege im Erzbistum Köln und vereint 13 Stadt- und Kreis-Caritasverbände.

Unter dem Motto "Not sehen und handeln" fasst der DiCV viele soziale Aktivitäten der katholischen Kirche im Erzbistum Köln zusammen. Als Spitzenver­band steht der DiCV in der Mitverantwortung für die sozialen Verhältnisse auf Landesebene und tritt für Solidarität in der pluralen Welt ein, für gerechte Lebensbedingungen, für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Schaffung sozialer Mindest­standards.

Eine der wichtigsten Aufgaben des DiCV ist die Beratung der angeschlossenen Einrichtungen und Dienste in wirtschaftlichen Fragen, die er in Kirche, Ge­sellschaft und Politik vertritt. Der DiCV initiiert und begleitet Projekte, sorgt für finanzielle Mittel und bietet den rund 57.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Tausenden ehrenamtlich Engagierten Begleitung und Fortbildung an.

Dem DiCV sind 275 Mitglieder als Träger von mehr als 1.950 Diensten und Einrichtungen im Rheinland und den angrenzenden Kreisen angeschlossen. Das Spektrum reicht von Krankenhäusern über Altenheime bis zu Kindergärten und Beratungsstellen.

Ebenfalls dazu gehören auch die Fachverbände Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) und IN VIA zur Caritas-Familie. Teil des Hilfenetzes der Caritas im Erzbistum Köln sind außerdem der Kreuzbund, die Selbsthilfe- und Helferge­meinschaft für Suchtkranke und ihre Angehörigen, der Malteser-Hilfsdienst, die Vinzenz-Konferenzen und die Caritas-Konferenzen.
(Quelle: DiCV)