111 Jahre Caritas Köln:Caritas und KVB machen auf Bedeutung von Gemeinschaft und Ehrenamt aufmerksam

Ein gemeinsamer Kaffee, ein Spaziergang oder ein regelmäßiger Besuch sind oft ein erster Schritt aus der Einsamkeit. Wo Menschen einander Zeit schenken, entstehen Verbindung, Zugehörigkeit und neue Perspektiven. Ehrenamtliche Begegnungen sind deshalb ein wichtiger Schlüssel im Kampf gegen Einsamkeit. Dieses Engagement stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung von Caritas Köln und KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe).
Anlass ist das 111-jährige Bestehen der Caritas Köln, die ihr Jubiläumsjahr unter das Motto „Gemeinsam, nit einsam“ gestellt hat. Seit März fährt eine eigens gestaltete Caritas-Bahn durch das Kölner Stadtgebiet und macht auf die Arbeit des größten Wohlfahrtsverbandes der Stadt aufmerksam. Als Botschafterin des Jubiläumsmottos „Gemeinsam, nit einsam“ lädt sie dazu ein, einander bewusster wahrzunehmen, Gemeinschaft zu stärken – und so Einsamkeit vorzubeugen oder Wege aus der Einsamkeit zu ermöglichen.
KVB gratuliert Caritas Köln zum Jubiläum
„Als KVB bewegen wir nicht nur Menschen, sondern auch Themen, die unsere Stadtgesellschaft bewegen. Dass die Caritas-Bahn mit der Botschaft ‚Gemeinsam, nit einsam‘ durch Köln fährt, macht ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen für viele sichtbar und erinnert uns daran, wie wertvoll Zusammenhalt, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung sind. Dafür engagiert sich die Caritas Köln mit ihren Angeboten in der ganzen Stadt in beeindruckender Weise. Dafür ein herzliches Dankeschön und Gratulation zu diesem besonderen Jubiläum“, würdigte KVB-Vorstandssprecher Marcel Winter das langjährige Engagement der Caritas für die Menschen in Köln.
Wie dieser Einsatz in der Praxis konkret wirkt, zeigte das Beispiel von Katharina Oxenius, Ehrenamtskoordinatorin in den Kölsch Hätz Nachbarschaftshilfen und zudem selbst ehrenamtliche Begleiterin. Das gemeinsame Projekt von Caritas und Diakonie bringt Menschen zusammen, stärkt Nachbarschaften und unterstützt dabei, Einsamkeit vorzubeugen. Ehrenamtliche besuchen Menschen, begleiten sie im Alltag oder verbringen Zeit mit ihnen. Nicht selten entstehen daraus langfristige Beziehungen und Freundschaften: „Als ich mich bei Kölsch Hätz engagiert habe, war mein Wunsch, einem Menschen Zeit zu schenken. Aus einer Begegnung ist eine vertrauensvolle Freundschaft entstanden, die bis heute trägt. Solche Erfahrungen machen viele unserer Ehrenamtlichen“, erläuterte Oxenius den besonderen Wert des Engagements.
Aufruf für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Dass solche Begegnungen heute wichtiger denn je sind, betonte auch Markus Peters, Vorstandssprecher der Caritas Köln. „Einsamkeit ist kein Ausdruck individuellen Scheiterns, sondern eine strukturell bedingte, weit verbreitete und zutiefst menschliche Erfahrung, die jede und jeden von uns treffen kann“, so Peters. „Gemeinschaft und soziale Teilhabe entstehen dort, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen.“ Hier setzt die Caritas an. „Das Engagement unserer Ehrenamtlichen ist unglaublich wichtig“, betonte Peters. „Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe und unterstützen unsere hauptamtlichen Mitarbeitenden in wertvoller Weise. Sie zeigen jeden Tag: Gemeinsam geht vieles besser und macht Köln lebenswerter“, erklärte Peters und ergänzte: „Daher ist es wichtig, starke Strukturen zu schaffen. Denn Ehrenamt ist unbezahlbar, aber nicht kostenlos: Es braucht Förderung, Räume, Zeit und verlässliche Unterstützung durch den Staat.“
Welche besondere Bedeutung das Ehrenamt für die Menschen und die Gesellschaft spielt, erläuterte Nils Freund, Leiter des Stabs Engagement – Gesellschaft – Gemeinden der Caritas Köln. „Ehrenamt schafft Begegnungen. Viele Menschen brauchen nicht zuerst ein Angebot oder eine Dienstleistung. Sie brauchen jemanden, der zuhört, Zeit schenkt und Interesse zeigt. Oft sind es gerade solche verlässlichen Beziehungen, die helfen, Einsamkeit zu überwinden.“
„Gemeinschaft und Zusammenhalt wachsen dort, wo Menschen zusammenkommen, einander begegnen, sich unterstützen und füreinander Verantwortung übernehmen. Genau deshalb ist auch die Caritas seit 111 Jahren ein unverzichtbarer Ausdruck kirchlichen Handelns in Köln“, erklärte Stadtdechant Monsignore Robert Kleine. „Die Caritas macht sichtbar, was Nächstenliebe konkret bedeutet: den Menschen zuzuwenden, die Unterstützung brauchen, und niemanden allein zu lassen. In einer Zeit, in der viele Menschen unter Einsamkeit leiden, ist das wichtiger denn je“, so Kleine.
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