Die stark beanspruchte Wandseite wird hydrophobiert, um den Feuchteeintrag in das Mauerwerk zu reduzieren

10. November 2022 pek221110-Kolumba

Köln. In den kommenden Wochen werden erneut die straßen­seitigen Fassaden am Kolumba – Kunstmuseum des Erz­bistums Köln einge­rüstet und komplett wasser­abwei­send behan­delt. Nach­dem zwischen August 2018 und März 2019 rund 2.400 m² Mauer­werk saniert worden war, zeig­ten sich im Früh­jahr 2020 erneut Ab­platzungen des Lehm­ver­putzes an den oberen Wand­partien in den soge­nannten Turm­räumen. Seinerzeit hatte man ent­stan­dene Spannungs­risse zwischen Fugen und Back­stein ver­füllt und die stark saugenden Mörtel­fugen hydro­phobiert. Die jahres­zeitlich bedingten Temperatur­schwan­kungen haben im Mauer­werk dann doch wieder zu feinsten Krakelee-Rissen geführt, die an den von Schlag­regen bean­spruchten West- und Südseiten des Gebäudes Nieder­schlag­wasser ins Innere leiten. Dies führt weder zu einer Beein­träch­tigung der ausge­stellten Kunst­werke noch kurz­fristig zu gra­vierenden Bauteil­schädigungen.

Zusammen mit dem Architekten Peter Zumthor und einem Bauphysik-Spezialisten hat sich der Bauherr vor dem Hinter­grund dieser beson­deren Situation und in Kennt­nis der vorhan­denen Baumaterial-Eigen­schaften jetzt für eine kom­plette Hydro­phobierung der besonders bean­spruchten Wand­seiten entschieden. Dabei wird ein wasser­abwei­sendes, unsicht­bares Material aufge­tragen, das zwar die vor­handenen und immer wieder entste­henden Feinst­risse nicht schließen kann, jedoch den Feuchte­eintrag in den Mauer­quer­schnitt insge­samt reduziert.

Hierzu werden die Wand­seiten an der Brücken- und an der Kolumbas­traße partiell einge­rüstet. Teilweise werden auch einzelne Wand­partien von Hub­steigern aus bear­beitet. Die Arbeiten dauern voraus­sichtlich bis Weih­nachten dieses Jahres. Für die Planung und Bear­beitung der beschrie­benen Tätig­keiten ein­schließlich aller Neben­kosten sind 145.000 Euro kalkuliert.

Erst wenn feststeht, dass die Auf­bringung dieser zusätz­lichen Hydro­phobierungs­schicht die Mauer­werks­durch­feuchtung nachhaltig verhindert, soll der Innen­wand­verputz an den Schad­stellen in den beiden Ober­licht­sälen erneuert werden. Alle Betei­ligten sind zuversicht­lich, dass mit dem jetzt auszu­führenden Ab­dichtungs­ver­fahren eine Lösung der Pro­bleme gelingt.