CaritasStiftung im Erzbistum Köln zeichnet herausragendes Engagement aus. Publikumspreis für „Balu und Du“

15. November 2022 pek221115-DICV Köln

Köln. In feierlicher Atmosphäre hat die CaritasStiftung im Erzbistum Köln am Montag­abend (14. November) zum 26. Mal den Elisabeth-Preis verliehen.

1. Preis

Das Projekt „Schmitzundkunzt“ freute sich über den ersten Preis und damit über ein Preis­geld von 2.500 Euro. „So geht Nachbar­schaft!“, lautet das Motto der Kölner Initiative, deren Kern­kompe­tenzen Vernetzung und nachbar­schaft­licher Zusammen­halt sind. Das viel­fältige Angebot des Vereins bein­haltet unter anderem einen Räder- und Lasten­räder-Verleih, regel­mäßige Kleider­tausch­börsen, Urban Gardening-Projekte, einen Werkzeug­verleih und ein Kennen­lern­portal. Bei allen Ange­boten der Initiative ist Nach­haltig­keit eines der obersten Gebote.
www.schmitzundkunzt.de

Sonderkategorie „jung + engagiert“

Der erste Preis in der Sonder­kategorie „jung + engagiert“ und damit ebenfalls 2.500 Euro gingen an das „Liebig 257“. Die Nachbar­schafts­initiative bietet mit einem Wohn­zimmer, einem Quar­tiers­büro und eine kleine Werk­statt, einen Ort für nicht-kommerzielle Begegnung, Bildung und Kreativität. Die Angebote richten sich nach den Bedürf­nissen der Anwoh­nenden und werden auch durch sie mitgestaltet.
www.klugev.de

Zweitplatzierte

Für den Elisabeth-Preis ebenfalls nominiert waren das Düssel­dorfer Projekt „Wertschöpfung² – Frauen in prekären Lebens­lagen versorgen obdach­lose Menschen“ sowie der Kölner „Podcast ‚Zeit zu reden – Ereig­nisse, Erleb­nisse, Erinnerungen‘“. Für „jung + engagiert“ gingen die Pfad­finder der katholische Kirchen­gemeinde St. Sebastian in Solingen mit „Spiel und Spaß für ukrainische Kinder“ und die jungen Men­schen mit und ohne Behin­de­rung der Bonner Initiative „Brücke-Krücke e.V.“ ins Rennen um den ersten Platz. Alle Zweit­platzierten erhielten ein Preis­geld von jeweils 1.000 Euro.

Publikumspreis

Den diesjährigen Publikumspreis, ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert, erhielt das Projekt „Balu und Du“. Das Mentoring-Programm bringt Jugend­liche mit Kindern zusammen, die in heraus­for­dernden Um­ständen aufwachsen und sich über Zuwen­dung außer­halb der Schule freuen. Durch ihre Balus bekommen die Jungen und Mäd­chen einen anderen Blick auf das Leben, werden in ihrer persön­lichen Ent­wick­lung gefördert und lernen, wie man die Heraus­for­derun­gen des Alltags meistern kann.
www.balu-und-du.de

In diesem Jahr hatten sich rund 30 Projekte um den Elisabeth-Preis bewor­ben. Unter­stützt wurde die Preis­ver­leihung von der Kreissparkasse Köln.

Die Nominierten in der Kategorie "Elisabeth-Preis"

„Schmitzundkunzt“

Das Motto der Initiative „Schmitzundkunzt“ lautet „So geht Nachbarschaft!“ Vernetzung und nachbarschaftlicher Zusammenhalt sind die Stärken des Vereins. Das vielfältige Angebot beinhaltet unter anderem einen Räder- und Lastenräder-Verleih, regelmäßige Kleidertauschbörsen, Urban Gardening-Projekte, einen Werkzeugverleih und ein Kennenlernportal. Zudem offeriert ein gemeinnütziges Nachbarschaftsatelier Kunstschaffenden aller Art die Möglichkeit des „Raum-Sharings“. Bei allen Angeboten der Initiative ist Nachhaltigkeit eines der obersten Gebote.

„Wertschöpfung² – Frauen in prekären Lebenslagen versorgen obdachlose Menschen“

Durch die Einschränkungen und Abstandsregelungen der Corona-Pandemie hat sich eine Schnittstelle zwischen zwei betroffenen Hilfssystemen gebildet: Als Alternative zur Prostitution wurden im Juli 2020 neun Frauen beim SKFM Düsseldorf angestellt. Dort packen sie täglich bis zu 300 Versorgungs-Proviant-Tüten für Menschen, die in der Obdachlosigkeit auf Unterstützung angewiesen sind. Angestrebt wird der langfristige Ausstieg der Frauen aus der Prostitution oder aus anderen prekären Lebenslagen und der Einstieg ins Erwerbsleben. Mittlerweile kooperiert das Projekt mit dem Jobcenter und fünf Frauen konnten bereits eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt beginnen.

„Podcast ‚Zeit zu reden – Ereignisse, Erlebnisse, Erinnerungen‘“

Kölner Seniorinnen und Senioren erzählen im Podcast „Zeit zu reden – Ereignisse, Erlebnisse, Erinnerungen“ ihre Geschichte. Sie nehmen die Zuhörenden mit auf eine Reise durch ihr abwechslungsreiches Leben. Die spannenden Erzählungen regen zum Lachen und Nachdenken an und geben wertvolle Inspirationen für das Leben im Alter. Es entstehen neue und interessante Blickwinkel auf das – nicht immer mit positiven Gefühlen verbundene – Thema. Der Podcast gibt den Lebensgeschichten alter Menschen Raum und lässt diese noch einmal laut werden und aufblühen. Produziert werden die Podcast-Folgen im vertrauten Heim der Erzählenden.

Die Nominierten in der Kategorie "jung+engagiert"

„Spiel und Spaß für ukrainische Kinder“

„Jeden Tag eine gute Tat“, dies ist der Leitspruch der Pfadfinder. Die Pfadfinder vom Stamm Silva der Katholischen Kirchengemeine St. Sebastian in Solingen treffen sich wöchentlich zum gemeinsamen Spiel und Spaß. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind auch geflüchtete Kinder und Jugendliche zu den Zusammenkünften herzlich eingeladen. Beim gemeinsamen Toben und in den Gruppenstunden knüpfen die ukrainischen Kinder neue Kontakte und bekommen durch Spiel und Spaß Ablenkung von ihren schwierigen Erlebnissen. Für die Kleinen gibt es eine Spielgruppe im angrenzenden Kindergarten. Die Mütter und Väter können währenddessen bei Kaffee und Kuchen etwas zur Ruhe kommen und sich im Gespräch austauschen.

„Liebig 257 – Nachbarschaft gestaltet Stadt“

Einige Jahre waren die Türen des ehemaligen China-Imbisses, des Kiosks und des Friseurs in der Liebigstraße verschlossen. Mit dem „Liebig 257“ bekamen die Räumlichkeiten neues Leben. Nun bieten hier ein Wohnzimmer, ein Quartiersbüro und eine kleine Werkstatt einen offenen Platz, um sich außerhalb der eigenen vier Wände auszutauschen. 20 junge Ehrenamtliche arbeiten daran, einen Ort für nicht-kommerzielle Begegnung, Bildung und Kreativität zu schaffen. Eine Werkstatt mit einem Fahrradselbsthilfe-Angebot und einem 3D-Drucker ergänzt das Quartiersprojekt. Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Anwohnenden und werden auch durch sie gestaltet.

„Brücke-Krücke“

Schon seit 1981 sind bei Brücke-Krücke junge Menschen mit und ohne Behinderung zwischen 14 und 27 Jahren ehrenamtlich im Sinne der Nächstenliebe und Inklusion tätig. Die bunt gemischte Truppe plant, organisiert und veranstaltet gemeinsam Freizeitaktivitäten wie Ferienfahrten, Wochenendtrips, Partys, Videoabende, Theaterbesuche, Frühstücke und und und.... Momentan stehen ein Besuch im Kletterpark, ein Harry-Potter-Filme-Marathon und gemeinsames Kekse backen auf dem Programm. Alle Mitglieder beteiligen sich an den Aktionen entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten. So entsteht aus einer hohen Individualität der Mitglieder ein gemeinsames, inklusives Gruppenleben.

Drei Fragen an Thomas Hoyer (Organisationsteam Elisabeth-Preis)

Thomas Hoyer

Thomas Hoyer hat beim Elisabeth-Preis die Gesamtverantwortung für die Planung, Organisation und Durchführung der Preisverleihung. Im Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln leitet er die Stabsabteilung Stiftungen und Fundraising.

Was genau ist der Elisabeth-Preis und welche Rolle spielt er im Bereich der sozial-caritativen Arbeit?

Die Heilige Elisabeth von Thüringen ist die Patronin der Caritas. Sie war eine Königstochter, die Anfang des 13. Jahrhunderts lebte und sich in beeindruckender Weise um die Ärmsten der Armen kümmerte. Deswegen wurde der Preis vor 26 Jahren nach ihr benannt. Prämiert wird das Engagement von Menschen, die sich den sozialen Herausforderungen unserer Zeit in besonderer Weise zuwenden. Bewerben können sich Gruppen, Projekte und Initiativen, die sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet fühlen und sich mit der kirchlichen Caritas identifizieren.

Der Elisabeth-Preis will für ehrenamtliches Engagement begeistern, indem er es sichtbar macht. Zudem soll er unsere Wertschätzung ausdrücken und zu einer guten Kultur der Anerkennung beitragen.

Wie viele Bewerber gab es in diesem Jahr und wer sind die diesjährigen Preisträger?

In diesem Jahr haben sich rund 30 Projekte um den Elisabeth-Preis beworben.

Den ersten Preis und damit ein Preisgeld von 2.500 Euro erhielt das Projekt „Schmitzundkunzt“. „So geht Nachbarschaft!“ lautet das Motto der Kölner Initiative, deren Kernkompetenzen Vernetzung und nachbarschaftlicher Zusammenhalt sind. Das vielfältige Angebot des Vereins beinhaltet unter anderem einen Räder- und Lastenräder-Verleih, regelmäßige Kleidertauschbörsen, Urban Gardening-Projekte, einen Werkzeugverleih und ein Kennenlernportal. Bei allen Angeboten der Initiative ist Nachhaltigkeit eines der obersten Gebote.

Der erste Preis in der Sonderkategorie „jung + engagiert“ und ebenfalls mit 2.500 Euro dotiert, ging an das „Liebig 257“. Die Nachbarschaftsinitiative bietet mit einem Wohnzimmer, einem Quartiersbüro und einer kleinen Werkstatt einen Ort für nicht-kommerzielle Begegnung, Bildung und Kreativität. Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Anwohnenden und werden auch durch sie mitgestaltet.

Das Projekt „Balu und Du“ gewann den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis. Das Mentoring-Programm bringt Jugendliche und junge Erwachsene mit Kindern zusammen, die in herausfordernden Umständen aufwachsen und sich über Zuwendung außerhalb der Schule freuen. Durch ihre Balus bekommen die Jungen und Mädchen einen anderen Blick auf das Leben, werden in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert und lernen, wie man die Herausforderungen des Alltags meistern kann.

Womit konnten die drei Gewinner die Jury überzeugen? Was haben alle Bewerber gemein?

Das Nachbarschaftsprojekt „Schmitzundkunzt“ punktete mit seiner großen Vielfalt. Getragen durch Ehrenamtliche, bietet das Projekt hervorragende Möglichkeiten, sich zusammenzutun und zu vernetzen. Die für alle offenen Räume und Angebote sind in Anbetracht der zunehmenden Anonymisierung und Vereinsamung vieler Menschen in der Stadt sehr wertvoll. Die Jury kürte „Schmitzundkunzt“ auch als Anregung zum Nachahmen – so geht Nachbarschaft!

Das Projekt „Liebig 257 – Nachbarschaft gestaltet Stadt“ vereint eine außergewöhnliche Bandbreite an Ideen, Angeboten und Programmen. Beeindruckend ist, was trotz oder gerade durch die Corona-Pandemie möglich wurde: Jugendliche und junge Erwachsene packen an und schaffen durch direkten, sozialen Einsatz gemeinsam einen Ort der Begegnung und des Austausches für das gesamte Viertel.

„Balu und Du“ konnte die meisten Stimmen bei unserer Online-Abstimmung auf sich vereinigen.

Gemeinsam ist allen Initiativen eine hohe Motivation, sich zu solidarisieren. Die Ehrenamtlichen agieren mitfühlend, entwickeln Ideen und setzten sich ein, um ein besseres Miteinander zu erreichen.