„Kölns bekannteste Haftrichterin“ wird unabhängige Aufarbeitung sicherstellen

29. März 2021 pek210329-kli

Köln. Die ehemalige Ermittlungsrichterin Erika Nagel gehört ab sofort dem Beraterstab in Fragen des Umgangs mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener im Erzbistum Köln an. Mit ihrer Expertise wird sie die Fortführung der unabhängigen Aufarbeitung sicherstellen.

Der Beraterstab berät den Erzbischof zu vorliegenden Fällen und gibt Entscheidungsempfehlungen. Der Beraterstab setzt sich aus externen Experten aus den verschiedenen Fachbereichen, wie etwa der Kinder- und Jugendpsychiatrie, zusammen.

Nagel kommentiert ihre Ernennung: „Die Berufung in den Beraterstab des Erzbistums Köln ehrt mich. Ich freue mich, einen aktiven Beitrag für den Schutz und die Genugtuung von Missbrauchsopfern zu leisten und das Erzbistum bei der wichtigen Aufgabe einer konsequenten Aufarbeitung zu unterstützen“.

Erika Nagel wurde 1980 zur Richterin ernannt und wurde 1987 Ermittlungsrichterin in Köln. Ab 1990 war sie als Ermittlungsrichterin auch Haftrichterin und arbeitete hierbei im Polizeipräsidium Köln. 1999 drehte die ARD über sie einen Film mit dem Titel „Ab in den Knast“. Im Jahr 2001 erhielt sie die Ehrenmedaille des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Da sie mit RAF-Terroristen zu tun hatte, stand sie seit 1989 für mehrere Jahre unter Polizeischutz. 2017 wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Sie engagiert sich im Vorstand der Juristenvereinigung Lebensrecht und ist Mutter von vier Söhnen.

Auch bei der Einrichtung einer unabhängigen Aufarbeitungskommission, zu der Kardinal Woelki bereits am 15. März eine Vereinbarung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig gegengezeichnet hat, wird Nagel beteiligt sein.


Weitere Informationen zur Einrichtung der unabhängigen Aufarbeitungskommission:
https://www.erzbistum-koeln.de/news/Weiterer-Meilenstein-fuer-unabhaengige-Aufarbeitung-sexualisierter-Gewalt-im-Erzbistum-Koeln-gelegt/