Köln - EMAS-Zertifikat überreicht - Mit "Grünem Hahn" ausgezeichnet

12. August 2015 (PEK150812)

Erzbistum Köln. Unter der Registrierungsnummer DE-142-00081 hat das Generalvikariat des Erzbistums Köln das europäische Umwelt-Audit-System EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) durchlaufen und nach erfolgreichem Abschluss heute das EMAS-Umweltzertifikat erhalten. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki nahm das Siegel entgegen aus der Hand von Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg, und Ulf Reichardt von der Industrie- und Handelskammer Köln.

 

Mit der Validierung nach EMAS sind zugleich die Bedingungen für das ökumenische Umweltsiegel „Grüner Hahn“ gegeben. Für dieses kirchliche Umweltmanagement überreichten Dr. André Witthöft-Mühlmann, Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Dr. Volker Teichert, Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft FEST, das Zertifikat an den Erzbischof.

 

„Die Umweltzertifizierung bestärkt uns auf unserem Weg zu immer mehr Nachhaltigkeit im Erzbistum Köln, und sie ist zugleich Beleg für die bereits sichtbaren Erfolge unserer bisherigen Bestrebungen“, sagte Kardinal Woelki bei der Überreichung. „Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Generalvikariats, die mit Ideen, Engagement und Umweltbewusstsein dazu beigetragen haben, den Zertifizierungsprozess erfolgreich zu durchlaufen. Die beiden Umweltsiegel sind uns ein zusätzlicher Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Papst Franziskus hat zuletzt in seiner Umweltenzyklika darauf hingewiesen, dass wir alles daransetzen müssen, ‘die Schöpfung zu achten und zu hüten, jedem Menschen Aufmerksamkeit zu schenken, der Kultur des Verschwendens und des Wegwerfens entgegenzuwirken, um eine Kultur der Solidarität und der Begegnung zu fördern‘“, so Woelki.

 

Umweltmanagementsystem EMAS

Das Umweltmanagementsystem EMAS ist ein Instrument, die Umweltleistung von Unternehmen und Organisationen systematisch und langfristig zu verbessern. Es ist geleitet von der Erkenntnis, dass die Mitarbeitenden die treibenden Kräfte einer nachhaltigen Entwicklung zum Schutz der Umwelt sind. Fachlich begleitet von der Stabsstelle Umweltmanagement im Gene­ralvikariat wurde ein solches Managementsystem mit Bestandsaufnahme, Umweltleitlinien, Umweltprogramm und schließlich Umwelterklärung Schritt für Schritt in der Bistumsverwaltung etabliert. EMAS basiert auf der Verpflichtung, über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus die eigene Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bestandsaufnahme, Ziele und turnusmäßiger Soll-Ist-Vergleich gehören zu einem Regelkreislauf, der diesen Prozess gewährleistet und kontinuierlich Verbesserungen einfügt.

 

Umweltsiegel "Grüner Hahn"

Der „Grüne Hahn“ ist ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden und Einrichtungen, das von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gemeinsam mit „kate Umwelt & Entwicklung“ (Stuttgart) entwickelt und besonders auf die Belange von Kirchengemeinden und Einrichtungen abgestimmt wurde. Daher basiert der „Grüne Hahn“ vielerorts auf ehrenamtlichen Strukturen, legt großen Wert auf Ressourcensparen, Bildungsarbeit, Umweltkommunikation und allgemein indirekte Umweltauswirkungen. Grundlage ist der Leitfaden „Grünes Buch“, das als Managementhandbuch, Dokumentensammlung und Handlungsanleitung dient. Es erklärt und begleitet den Weg zu einem zertifizierten Umweltmanagementsystem mit einer Vielzahl von Checklisten und Vorlagen und legt Wert auf eine breite Beteiligung. Die Einführung wird kontinuierlich von ehrenamtlichen Kirchlichen Umweltauditoren betreut. Dazu wurden in vielen Landeskirchen und Diözesen ehrenamtlich tätige Frauen und Männer zu „Kirchlichen UmweltauditorInnen“ ausgebildet. Die Zertifizierung erfolgt dann durch staatlich geprüfte Gutachter oder durch ehrenamtliche Kirchliche Umweltrevisoren. Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, dass sich das Umweltmanagement nicht nur punktuell, sondern in die Breite der Kirchen ausweitet.

 

Das Erzbistum Köln hat seine Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten in seiner Initiative „ moveo“ gebündelt und bereits 2011 ein Klimaschutzkonzept beschlossen. Es sieht vor, bis 2020 eine CO2-Einspa­rung von 25 Prozent basierend auf den Werten von 2007zu erreichen. Eine vorausgehende Bestandsaufnahme identifizierte als die wichtigsten Umweltauswirkungen für das Erzbistum die Bereiche Immobilien, Mobilität und Beschaffung. Ein dezidierter Maßnahmenkatalog beschreibt, wie die Umweltziele erreicht werden sollen. Konkret wird der Papier-, Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch sowie der CO2-Ausstoß bei der Mobilität reduziert. Das Klimaschutzkonzept wurde 2014 veröffentlicht und wird seit diesem Jahr umgesetzt. Zwei Klimaschutzmanager in der Stabsstelle Umweltmanagement begleiten den Prozess.