Food Truck der Aktion Neue Nachbarn machte an Wuppertaler Nordbahntrasse Station

16. Juli 2018 Newsdesk/Schoon

Wuppertal. „Hallo, kleine Pause?“ oder „Möchten Sie etwas leckeres essen?“ – viele Radfahrer staunten nicht schlecht, als sie am Samstag, 14. Juli, von Zainas Albasha, Ehrenamtliche bei der Flüchtlingshilfe Wuppertal, im Vorbeifahren freundlich angesprochen wurden. Direkt an der Nordbahntrasse, einer zur „Fahrradautobahn“ umfunktionierten stillgelegten Zugstrecke, hatte die Aktion Neue Nachbarn des Erzbistums Köln ihren Food Truck „EAT & GREET“ aufgebaut. Vor dem Loher Bahnhof bedienten Flüchtlinge und Ehrenamtliche die Vorbeikommenden gemeinsam. Gegen Spende konnten sie sich verschiedene Wrap- und Falafel-Variationen zusammenstellen lassen und über das Engagement der katholischen Flüchtlingsarbeit in Wuppertal informieren.

Betreut wurde die Aktion von Besuchern sowie Aktiven des TEEsalons, einem offenen Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische an fünf Standorten im Stadtgebiet. „Die Idee war, dass die Trasse Wuppertaler verbindet, genauso wie unsere Aktion“, erklärt Anja Hütten, Koordinatorin für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe im Seelsorgebereich Barmen-Nordost. Für den Ort hätten sie und ihr Team sich daher bewusst entschieden. Gerade bei schönem Wetter sei die Nordbahntrasse durch Radfahrer, Skater und Wanderer stark frequentiert. „Wir erhoffen uns davon, dass die Flüchtlingshilfe mehr ins Bewusstsein kommt und sich auch neue Menschen finden, die uns unterstützen“, so Hütten. Gleichzeitig zeige der Food Truck, was gemeinsam möglich sei. „Es ist eigentlich ganz einfach, einen Ort zu schaffen, an dem man Zeit mit den neuen Nachbarn verbringen kann“, sagte Hütten.

Miteinander Zeit verbringen bei Gesprächen etwas von der jeweils anderen Kultur erfahren, das kam auch bei Khaled Shehade aus Damaskus gut an, der zurzeit ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der Wuppertaler Caritas absolviert. „Ich finde den Stand eine gute Idee, weil deutsche Leute direkten Kontakt mit Flüchtlingen haben. Flüchtlinge haben wiederum die Chance, in den Unterhaltungen besser Deutsch zu lernen. Das ist gut für die Integration“, sagte Shehade. Wie auch die anderen Angebote des TEEsalons, helfe der Food Truck dabei, Vorurteile abzubauen.

Auch die Ortsbürgermeisterin von Wuppertal-Oberbarmen, Christel Simon (CDU), stattete dem Food Truck am Samstag einen Besuch ab. „Ich finde es gut, dass mit der Aktion des Erzbistums Köln ein Zeichen ausgesendet wird“, sagte Simon. Der TEEsalon und der Food Truck würden zeigen, dass Integration durch gegenseitige Hilfe möglich sei. „Das begrüßen wir als Stadt natürlich sehr“, so Simon.

Volle Kanne Nachbarschaft: TEEsalon in Wuppertal

Das Begegnungszentrum „Berliner Plätzchen“ in Wuppertal veranstaltet wöchentlich einen Teesalon. Hier können Flüchtlinge und Einheimische bei einem Tässchen ins Gespräch kommen. Zu den ehrenamtlichen Helfern zählen auch neue Nachbarn, zum Beispiel Nada Salo aus Syrien. (Mehr im Video)

 

Über EAT & GREET und Aktion Neue Nachbarn

Hinter „ EAT & GREET“ steht der Gedanke, dass das gemeinsame Kochen und Essen Menschen über Kulturgrenzen hinweg verbindet. Am Esstisch wird Vielfalt in der Gesellschaft direkt erfahrbar. „EAT & GREET“ hält in Kerpen, Düsseldorf, Langenfeld, Wuppertal, Mettmann, Köln, Wipperfürth, Rösrath, Brühl und Siegburg. Am 4. August hält der Food Truck beim Begegnungsfest „Strand international“ in Haan. Der vollständige Fahrplan ist auf der Internetseite www.eat-greet.de zu finden.

Die Aktion Neue Nachbarn wurde vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im November 2014 ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt der Aktion liegt derzeit in der Integration von Flüchtlingen. Projekte wie „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!“ oder „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ begleitet beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Ein Soforthilfefonds unterstützt darüber hinaus Gemeinden und Initiativen im Erzbistum Köln mit finanziellen Zuschüssen für die Flüchtlingshilfe.