Erzbistum Köln veröffentlicht Jahresabschluss für das Jahr 2021

6. Oktober 2022 pek221006

Köln. Das Erzbistum Köln wappnet sich für die an­stehen­den wirt­schaft­lichen Heraus­forderun­gen. Die Aus­wirkung­en von Infla­tion, Energie­krise, Pan­demie und weiteren aktuellen Krisen­themen sind auch im kirch­lichen Bereich bereits deut­lich zu spüren. In diesen un­sicheren Zeiten setzt die Erz­diö­zese darauf, sich so auf­zu­stellen, dass sie ihren Ein­rich­tungen verläss­lich in ihrer Arbeit zur Seite stehen kann. Einen Beitrag dazu leistet das posi­tive Jahres­ergebnis für das Wirt­schafts­jahr 2021: Der am Donnerstag, 6. Oktober, vorgestellte Jahres­abschluss weist einen Über­schuss von rund 84,7 Mio. Euro aus. Im Jahr 2020 hatte das Erz­bistum hin­gegen mit einem Defizit von rund 4 Millionen Euro abgeschlossen.

Der Jahres­abschluss gibt weiter­hin Aus­kunft über die zur Ver­fügung stehenden Mittel und deren Ver­wendung. Demnach flossen auch im Berichts­jahr 2021 weit mehr als die Hälfte der verfüg­baren Kirchen­steuer­mittel in caritative Zwecke, in die Seel­sorge und in Bildungs­angebote für junge Menschen. Schwer­punkte bildeten dabei u.a. die regio­nale Seel­sorge mit 232 Millionen Euro (39,3 %), die ziel­gruppen­bezogene Seel­sorge mit 47 Millionen (8%) und die Caritas mit 58 Millionen Euro (9,7%). Rund 110 Millionen Euro (18,7 %) wurden für den Bereich Bildung und die Kinder­tages­stätten bereit­gestellt. Insgesamt beliefen sich die Aufwen­dungen im vergange­nen Jahr auf 901,3 Millionen Euro, die Erträge lagen bei 944,3 Millionen Euro. Für caritative Zwecke, Seel­sorge und Bildungs­angebote werden demnach täg­lich knapp zwei Millionen Euro aufgewendet.

Zuverlässigkeit der kirchlichen Angebote bleibt gewährleistet

Angesichts der heraus­fordernden wirt­schaft­lichen Entwick­lung soll der dies­jährige Über­schuss zu einem großen Teil in die Rück­lagen fließen. Finanz­direktor und Ökonom Gordon Sobbeck erklärt: „Es ist unser vor­rangiges Ziel, handlungs­fähig zu bleiben und die Zuver­lässig­keit unserer kirch­lichen Angebote zu gewähr­leisten. In Krisen­zeiten werden caritative und seel­sorg­liche Angebote von den Men­schen ver­stärkt ge­braucht. Gerade den carita­tiven Bereich werden die steigenden Energie­kosten jedoch schwer be­lasten. Dafür müssen wir genauso vor­sorgen wie für den Be­reich der Kirchen­gemeinden“. Im Laufe des Jahres 2022 wurden den Kirchen­gemeinden bereits rund 12 Millionen Euro zusätz­lich zu den eigent­lichen Planungen zur Ver­fügung gestellt. Diese Mittel stehen für kirchen­gemeind­liche Gebäude wie z.B. Kitas und Pfarr­heime zur Ver­fügung. Rund 1,4 Millionen Euro konnten zusätz­lich für die Unter­stützung geflüch­teter Men­schen aus der Ukraine bereit­gestellt werden. In der aktuellen Krise ist zudem geplant, rund 3 Millionen Euro für Einzel­fall­hilfen und Unter­stützung der Sozial- und Schuldner­beratung der Caritas­verbände zu veraus­gaben. Das Erz­bistum wird die auf die Energie­preis­pauschale ent­fallende Kirchen­steuer voll­ständig für diese Zwecke zur Ver­fügung stellen.

Sondereffekte im Jahr 2021

Mit Blick auf die weitere finanzielle Ent­wicklung zeichnet sich – trotz des aktuell guten Ergeb­nisses – keine Ent­spannung ab. Der aktuelle Über­schuss ergibt sich aus Abwei­chungen zwischen den ursprüng­lich im Wirtschaft­splan ein­ge­setzten Werten und den tat­säch­lichen Ent­wicklungen von Aufwen­dungen und Erträgen. „Die Wirtschafts­planung 2021, die ein Defizit 36,8 Millionen Euro aus­weist, erfolgte im Herbst 2020 in einem voll­kommen unsicheren Umfeld“, erklärt Sobbeck. Neben höheren lau­fenden Kirchen­steuer­erträgen führte die über­diözesane Kirchen­lohnsteuer­abrechnung (Clearing-Verfahren) für das Jahr 2017 zu einem unge­planten positiven Ergebnis­beitrag. Schließ­lich musste die Vor­sorge für Pensions­ver­pflichtungen nicht in dem Maße erhöht werden, wie im Wirt­schafts­plan 2021 angenommen wurde. „Wir sind dankbar für das positive Ergebnis 2021, weil es einen Beitrag zur Stärkung der wirt­schaft­lichen Substanz und Handlungs­fähig­keit in unserer lang­fristig ausge­richteten Finanz­politik leistet“, resümiert Sobbeck.

Kirchliches Engagement nachhaltig gestalten

Trotz der künftigen finanziellen Heraus­for­derungen wird das Erz­bistum auch in Zu­kunft weiter mit seinen Mitteln kirch­liches und gesell­schaft­liches Leben aktiv gestalten. Der aktuelle Finanz­bericht gibt zusätz­lich zur Dar­stellung des Jahres­abschlusses einen Einblick in die bereits be­stehende Viel­falt des sozialen Engage­ments im Erzbistum Köln, das mit den zur Ver­fügung stehenden Finanz­mitteln gefördert wird. Weitere große Investi­tionen wird das Erz­bistum in den kommenden Jahren im Bereich Nach­haltig­keit und Bewahrung der Schöpfung tätigen.

Den Finanzbericht 2021 finden Sie unter www.erzbistum-koeln.de/finanzbericht2021.