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Düsseldorf - Flughafenseelsorge hat bei Sorgen und Problemen ein offenes Ohr für Passagiere und Mitarbeiter:Flughafenseelsorge gibt Beistand vor dem Boarding

Der Schalter der Flughafenseelsorge in Terminal A, Abflugebene ist gut erkennbar an dem himmelblauen Logo.. Auf dem Bild (v.l.n.r.) sind Pastoralreferent Johannes Westerdick, Diplom-Sozialpädagogin Ute Clevers und der ehrenamtliche Mitarbeiter Jan-Georg Simon.
Datum:
13. Juli 2018
Von:
Stadtdekanat Düsseldorf/Polster, Newsdesk/Je
Düsseldorf - Flughafenseelsorge hat bei Sorgen und Problemen ein offenes Ohr für Passagiere und Mitarbeiter

Düsseldorf. Rund 3,9 Millionen Menschen werden in den kommenden Wochen vom Düsseldorfer Flughafen aus in den wohlverdienten Urlaub starten. In der Regel heißt das: Einchecken, Sicherheitskontrolle, Boarding, Flug, Landung am Zielort und nach einem erholsamen Urlaub wieder zurück in die Heimat. Doch was ist, wenn der Flug verpasst, das Portemonnaie gestohlen wird oder der Pass verloren geht? Wenn Familienmitglieder im Urlaub verunglücken, einen Unfall hatten oder es schlechte Nachrichten für Urlaubsrückkehrer gibt? Für alle kleinen und großen Sorgen, Nöte und Krisen der Passagiere, aber auch der Mitarbeiter gibt es am Düsseldorfer Airport die ökumenische Flughafenseelsorge.

In der Abflugebene am Seelsorge-Counter

Seit dem Sommer 2017 ist sie mitten drin im Geschehen, deutlich sichtbar mit einem eigenen Schalter, himmelblauem Logo und  dunkelblauen Westen. Die beiden hauptamtlichen Seelsorger, Pastoralreferent Johannes Westerdick (53) von katholischer und Diplom-Sozialpädagogin Ute Clevers (51) von evangelischer Seite, haben ein Team von 40 Ehrenamtlichen, die sowohl am Counter stehen als auch paarweise im Flughafengebäude unterwegs sind. Sie sprechen - je nach Können - Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und sogar Koreanisch und sie sind da: für 100.000 Passagiere am Tag, für 20.000 Mitarbeiter, für 50 Obdachlose - und das unabhängig von Herkunft oder Religion. 

Flughafen schreibt Lebensgeschichten

Alltag, Krisensituationen, soziale Hilfe – das sind die drei Säulen, auf denen die Arbeit basiert.  „Der Flughafen ist ein sehr spannendes Arbeitsumfeld. Oft steckt hinter einer einfachen Frage eine Riesengeschichte“, sagt Johannes Westerdick und nennt als Beispiel eine Französin, die aus Lyon kam und in Düsseldorf gestrandet war, weil sie ihren Anschlussflug nach Alicante verpasst hatte. „Sie war sehr aufgeregt und im Gespräch stellte sich heraus, dass ihr Sohn bei einem Motorradunfall schwer verletzt worden war, die Schwiegertochter ihn nicht überlebt hatte. Sie wollte unbedingt zu ihrem Sohn. Wir haben sie den Tag über betreut und für abends noch einen Flug nach Barcelona organisiert. Von dort aus konnte sie weiter nach Alicante.“

Geschichten wie diese gibt es viele. Da ist die Dame aus Dublin, die ihren Freund in Düsseldorf überraschen wollte, was schief ging und die dann in eine Lebens- und Liebeskrise geriet. Oder die Mutter, die ihrer Tochter nach der Rückkehr aus dem Thailand-Urlaub sagen musste, dass der Vater an einem Herzinfarkt gestorben ist.

Da ist auch der Jakobspilger, der den dritten Versuch zu der Reise startete, nachdem ihn vorher eine Krankheit davon abgehalten hatte. Oder die Schülergruppe deren Flug nach Rom gecancelt wurde und die es dank der Hilfe der Flughafenseelsorge doch noch rechtzeitig zum Internationalen Computerwettbewerb geschafft hat und schließlich Vizeweltmeister geworden ist.

Auch mal Gott ins Gespräch bringen

„Wir nehmen uns die Zeit zum Zuhören und begleiten die Menschen für eine kurze Zeit. Wir versuchen rauszuhören, was sie brauchen“, erzählt der Pastoralreferent und UteClevers ergänzt: „Wir sind aufmerksam für das, was noch hinter der Fassade, hinter der eigentlichen Frage steckt. Wir versuchen, das zu spüren und zu thematisieren und schauen natürlich auch, wie wir Gott ins Gespräch bringen können.“

Seit Oktober 2016 ist die Flughafenseelsorge ökumenisch aufgestellt, zuvor war sie 15 Jahre in evangelischer Hand. Anfangs hatte sie ihr Büro in der dritten Etage des Personalbereichs. „Dort waren wir aber nicht erlebbar, nicht sichtbar“, so Johannes Westerdick. „Mit der Eröffnung des Counters kam die große Veränderung. Im Mai beispielsweise hatten wir 2500 Kurzkontakte, rund 100 Kontakte lagen zwischen einer halben Stunde und drei bis vier Stunden.“

Kurzkontakte heißt: Menschen, die nach dem Weg fragen, die Toilette suchen, den Schalter ihrer Fluggesellschaft, oder einfach Unterstützung brauchen, weil etwas schief gelaufen ist. „In den letzten fünf Jahren hat sich das System Flughafen wahnsinnig verändert“, sagt Ute Clevers und Johannes Westerdick ergänzt: „Es ist alles serviceärmer geworden. Die Airlines sind nicht mehr mit eigenem Personal hier, sondern werden durch eine Serviceagentur vertreten. Die Groundhändler sind aber oft nicht  Entscheidungsbefugt und können dann auch nur an die Hotline der Fluggesellschaften verweisen.“ 

Im Krisenfall stehen 50 Notfallseelsorger bereit

Die Flughafenseelsorge ist gut vernetzt, weiß, wie das System Flughafen funktioniert und wie sie in die Hilfesysteme weiter vermitteln kann. Sie ist angedockt an das Notfall- und Safetymanagement des Flughafens und hat für den Krisenfall selbst ein Back-up-Team von 50 Notfallseelsorgern aus dem Umkreis. „Uns ist es wichtig, für die Menschen da zu sein, uns zu zeigen und zugleich zu sehen: Wir sind hier gewollt“, meint der Pastoralreferent. Eine kleine Aufmerksamkeit hat die Flughafenseelsorge noch für die Reisenden: Sie verschenkt Karten mit einem Segensspruch, quasi den „ Reisesegen to go“. Westerdick: „Die Menschen berührt das sehr und oft passt der Spruch auch genau zu ihnen und ihrer Situation.“

Die Flughafenseelsorge Düsseldorf

Die Flughafenseelsorge gibt es seit dem Jahr 2001. Seit Oktober 2016 ist sie in katholischer und evangelischer Trägerschaft. Den Schalter in Terminal A Abflugebene gibt es seit Juni 2017. Er ist montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr und am Wochenende von  10 bis 16 Uhr besetzt. Unter Telefon 0211 42121772 ist die Flughafenseelsorge 24 Stunden täglich erreichbar.

Im ersten Stock des Terminals gibt es außerdem einen Gedenkraum, in dem Andachten stattfinden, zum Beispiel im Gedenken an den Germanwings-Absturz vor drei Jahren oder eine Trauerfeier für einen plötzlich verstorbenen Mitarbeiter.

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