Erzbistum Köln – Pfadfinder als Friedensbotschafter – Zeichen für Vielfalt und Toleranz

17. Dezember 2018 Newsdesk/Je

Köln. Das Friedenslicht aus Bethlehem ist am 3. Adventssonntag im Erzbistum Köln angekommen. Über 1500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nahmen das Friedenslicht in einem Gottesdienst im Kölner Dom entgegen. Pfadfinder aus dem DPSG-Stamm Alfred Delp aus Neuss hatten das Friedenslicht zuvor aus Linz abgeholt. Anschließend wurde es von Pfadfinderinnen und Pfadfindern weitergegeben und in die Gemeinden des ganzen Erzbistums getragen.

Noch am Nachmittag brachten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht in staatliche, kirchliche und soziale Einrichtungen. "An vielen Orten brennt über Weihnachten das Friedenslicht als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität", erläuterte Pfarrer Dr. Dominik Schultheis, Diözesankurat der DPSG im Erzbistum Köln. "Wann immer man sich für eine bunte Vielfalt einsetzt, wird man selbst zum Licht für all jene, die sich ausgegrenzt fühlen. Und wo immer das gelingt, wird nicht erst Weihnachten, dann ist es bereits."

Aussendungsfeier mit Gänsehaut-Feeling

Pünktlich zur Aussendungsfeier trugen sie das Friedenslicht in mehreren Laternen in einer von vielen Bannerträgern angeführten Prozession feierlich in den vollbesetzten Kölner Dom. Allein dies war schon, wie es der Stammesvorsitzender Stephan Kiener ausdrückte, "sowas von Gänsehaut-Feeling", dass die diesjährige Friedenslicht-Aktion den 15 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenena aus Neuss eindrücklich in Erinnerung bleibt. Dazu dürfte auch der Luxus einer Sitzheizung zu zählen sein, die es – anders als in der Kölner Kathedrale – im Linzer Dom gegeben habe, wie eine andere Delegationsteilnehmende augenzwinkernd anmerkte.

Vielfalt und Toleranz in Kirche und Gesellscaft

Ausgehend vom Thema Frieden standen Toleranz und Vielfalt in Gesellschaft und Kirche im Mittelpunkt des Gottesdienstes. So war die Kernbotschaft des Gottesdienstes: Die Bereitschaft, offen auf Andersdenkende und Anderslebende zuzugehen, sie verstehen zu lernen, respektvoll mit allen Menschen umzugehen und sie einzubinden, statt auszugrenzen, bildet die Basis für ein friedliches Miteinander.

„Heute verteile ich nicht bloß ein Licht des Friedens, sondern werde selbst zum Licht für alle, die am Rand stehen“, nahm die Katechese alle Gottesdienst-Teilnehmer in Verantwortung.

Friedens-Demonstration im Dom und auf der Straße

Im Dominnern warben viele Plakate und Transparente für eine offenere und buntere Gesellschaft. In einer Aktion während des Gottesdienstes überlegten die Teilnehmenden, wo sie sich in ihren persönlichen Bezügen wie Schule, Uni und Arbeitsplatz für mehr Toleranz und Vielfalt einsetzen können. Dies tun zu wollen und damit zu "Friedens-Botschaftern" zu werden, besiegelten sie durch einen Daumenabdruck auf den Transparenten.

Als sichtbares Friedenszeichen zogen die Mitfeiernden mit dem Friedenslicht nach dem Gottesdienst auf den Bahnhofsvorplatz. Damit wollen sie ein Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung setzen.

Der Gottesdienst wurde vom VCP (Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder), der PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) veranstaltet.

Aktion Friedenslicht

Das Friedenslicht wird jedes Jahr im November von einem Kind in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet und dann nach Wien gebracht. Von dort aus verteilen es Pfadfinder in die Städte und Dörfer Europas. Während der Weihnachtsgottesdienste werden die Kerzen in den Kirchen am Friedenslicht angezündet. 

Die Aktion Friedenslicht gibt es seit 1986. Sie wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seit 25 Jahren verteilen Pfadfinder das Friedenslicht in ganz Deutschland.