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Fabiane Kuhl ist 37 Jahre alt und lebt in Siegburg. Sie wurde christlich erzogen, doch Kirche und Glaube spielten in der Kindheit der Gymnasiallehrerin kaum eine Rolle. Ihre Eltern entschieden, Fabiane nicht taufen zu lassen – sie sollte später selbst wählen. Der Zugang zum Glauben kam über persönliche Erfahrungen. Situationen, die sie belasteten, ließen in ihr eine Verbindung zu Gott wachsen. „Das sind Momente, in denen ich gemerkt habe, dass Glauben mein Leben leichter macht“, sagt sie.
Für Fabiane bedeutet Glauben vor allem Vertrauen: darauf, dass Erfahrungen einen Sinn haben – und dass sie nicht alles allein tragen muss. „Gott wird das regeln“, sagt sie und lacht. Gleichzeitig wächst in ihr der Wunsch nach Gemeinschaft. Sie entscheidet sich, Teil der katholischen Kirchengemeinde Sankt Servatius in Siegburg zu werden. Mit der Entscheidung kommen auch Fragen: Was kommt da auf mich zu? Was wird von mir als neues Mitglied der Gemeinde erwartet? Doch im Gespräch mit Pfarrer Karl-Heinz Wahlen klären sich ihre Zweifel schnell und Fabiane ist sich sicher: „Das ist auf jeden Fall mein Weg.“

Als Fabiane mit ihrem Anliegen das erste Mal ins Pfarrbüro kommt, ist Pfarrer Karl-Heinz Wahlen zunächst überrascht – selten begegnet er einem so freien Zugang zum Glauben. Für ihn zeigt sich aber genau darin, was Kirche sein kann: Ein Ort, an dem Menschen ihren eigenen Glaubensweg nachspüren können. Auf Fabianes Weg wird der Pfarrer zu einem wichtigen Begleiter. Fabiane beginnt als Katechetin in der Firmvorbereitung. Wenige Wochen später wird sie getauft – für sie der feierlichste Moment. Es folgen Erstkommunion und Firmung. Eine Zeit, in der sie Gemeinschaft findet und andere mit ihrer Offenheit inspiriert.
In ihrem Leben habe sich durch die Entscheidung auf den ersten Blick gar nicht so viel verändert, sagt Fabiane – und doch fühlt sie sich weniger allein. In der Gemeinde erlebt sie, dass Glaube viele Formen haben kann. Sie fühlt sich angenommen und willkommen. Auch Pfarrer Wahlen betont: Kirche ist kein exklusiver Kreis, sondern eine Gemeinschaft mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubenswegen. „Wir haben Platz für alle.“ Gerade diese Vielfalt mache Kirche lebendig und zukunftsfähig.
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