850. Jahrestag der Erhebung - Pontifikalamt im Bonner Münster

4. Mai 2016 HA Medien und Kommunikation/Je, Bonner Münster/Stabsstelle Kommunikation

BONN. Am 2. Mai 1166, also vor genau 850 Jahren, wurden die Gebeine der beiden Stadtpatrone zu Ehren der Altäre erhoben und damit heiliggesprochen. Dieses Jubiläum feiert das Bonner Münster vom 2. bis 8. Mai 2016. In dieser Festwoche ist der Schrein der Stadtpatrone besonders geschmückt und die Gruft ist geöffnet.

 

Pontifikalamt mit Kardinal Woelki

1166 war es Erzbischof Rainald von Dassel, der zusammen mit Propst Gerhard von Are die Erhebung vollzog. 850 Jahre später kommt erneut der Erzbischof aus Köln nach Bonn. Rainer Kardinal Woelki feiert zu Ehren der Bonner Stadtpatrone am Sonntag, 8. Mai, um 18.30 Uhr ein feierliches Pontifikalamt, bevor die Gruft wieder geschlossen wird.

Während des gesamten Fests bleibt die Gruft geöffnet. Der rückwärtige Bereich der Krypta wird dabei abgetrennt, sodass Pilger dort ungestört beten können. Das reguläre Stadtpatronefest findet in diesem Jahr vom 9. bis 18. Oktober 2016 statt.

 

Große Jubiläen 2016

„Unter großer Anteilnahme von Klerus und Volk“, so erzählt die Kölner Königschronik, „erhoben Propst Gerhard von Are und Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen aus den steinernen Sarkophagen unter der Krypta und stellten sie in kostbaren Schreinen auf dem Hochaltar zur Verehrung aus.“ Gemeint sind die Heiligen Cassius und Florentius, die heutigen Bonner Stadtpatrone.

 

Die Erhebung fand am 2. Mai 1166 statt und war der symbolische Akt zur offiziellen Heiligsprechung. Doch geht die volkstümliche Verehrung noch viel weiter zurück. Eine erste Kirche über den Gräbern der Heiligen Cassius und Florentius wird bereits 691 urkundlich erwähnt, also vor genau 1325 Jahren. Um 1040 wurde dann der Grundstein für das Münster gelegt, wobei zunächst die Gräber der Heiligen mit einem Tonnengewölbe überbaut wurden, welches heute die Gruft unter der Krypta ist. Dort kann man die Gräber aus denen 1166 die Gebeine erhoben wurden noch sehen.

 

Cassius, Florentius und Gefährten

Der Legende nach kommen Cassius, Florentius und ihre Gefährten ursprünglich aus Theben (heute Ägypten), wo sich nachweislich das Christentum sehr früh entwickelte. Sie waren Soldaten des römischen Heeres, wollten aber den Kaiser nicht als Gott anbeten, ebenso wie all ihre Kameraden der sogenannten thebäischen Legion. Dies ließ sich der Kaiser nicht gefallen und ließ die gesamte Legion hinrichten. Diese frühen Märtyrer des Christentums feiert man in diesen Tagen überall am Rhein und in der Schweiz:

  • Xanten: Victor,
  • Köln: Gereon,
  • St. Maurice: Mauritius,
  • Solothurn: Victor und Ursus.