12. November 2022 pek221112-uni

Bergisch Gladbach/Bensberg. Am 11. und 12. November traf sich der Diözesan­pastoral­rat im Kardinal Schulte Haus in Bens­berg. Die Sitzung war vor dem Hinter­grund aktueller Pro­bleme und künftiger Heraus­forde­rungen im Erz­bistum von inten­siven Dis­kussionen geprägt.

Unter der externen Moderation von Eberhard Stahl ging es am Freitag um eine kritische Bestands­auf­nahme: Die spannungs- und konflikt­belastete Situa­tion wurde offen und persön­lich in einer respekt­vollen Atmosphäre ange­sprochen. Themen waren u.a. das laufende Ermitt­lungs­ver­fahren der Kölner Staat­sanwalt­schaft gegen Kardinal Woelki, das jüngste State­ment und die fehlende Kommuni­kation der Kölner Bischöfe zu ihrem Abstimmungs­ver­halten auf der Ver­sammlung des Synodalen Wegs.

Das vom Moderator erbetene Meinungs­bild zur weiteren Arbeits­fähig­keit des Gremiums spiegelte die breit gefächerte Stimmungs­lage der Dele­gierten. Am Ende des Tages verein­barte das Gremium mit deut­licher Mehrheit die an­stehen­den Sachf­ragen – trotz aller Irri­tationen und Konflikte – weiter zu be­sprechen. Einige Mitglieder kündigten an, am zweiten Tag nicht teil­zu­nehmen. Dies wurde mit Respekt aufgenommen.

Am Samstag befasste sich der DPR zuerst mit dem Thema Gemeinde­teams. Im Erzbistum soll ermög­licht werden, die Verant­wortung für das kirch­liche Leben vor Ort an Gemeinde­teams zu über­tragen. Vera Krause und Frank Reintgen von der Diözesan­stelle für den Pasto­ralen Zukunfts­weg stellten den Mitgliedern des DPR eine Analyse der bis­herigen Erfah­rung mit Gemeinde­teams in mehreren Pilot­pro­jekten vor. Diese sollen künftig dynamisch und unter Be­teili­gung der Akteure vor Ort sowie mit pro­fessioneller Unter­stützung ent­wickelt und aufge­baut werden. Damit soll den unter­schied­lichen Situationen vor Ort Rechnung getragen werden. In einem Votum unter­stützte der DPR ein­stimmig den Vor­schlag, den sich Kardinal Woelki ausdrücklich zu eigen machte.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Rechts­form zukünftiger Pastoraler Einheiten im Erzbistum. Ende 2022 sollen die Zuschnitte der rund 60 Pastoralen Einheiten fest­stehen, über deren Rechts­form wird aber erst später ent­schie­den. Dazu schlug Msgr. Markus Bosbach einen konkreten Entschei­dungs­weg vor. Wichtig ist, dass dieser von einer hohen Parti­zipation, Trans­parenz und Verbind­lichkeit geprägt ist. So soll eine breite Akzeptanz erreicht werden. Der Vor­schlag wurde ein­stimmig bei zwei Ent­haltungen angenommen, Kardinal Woelki stimmte umgehend zu.

In der Abschluss­runde kam noch einmal die besondere Polarität dieser Sitzung zur Sprache: Auf der einen Seite die erheblichen Irrita­tionen, die nicht besei­tigt werden konnten. Auf der anderen Seite aber auch die engagierte Zusammen­arbeit zum Wohle der Men­schen im Erz­bistum Köln.

Der Diözesanpastoralrat (DPR)

Der DPR ist das höchste Beratungsgremium des Erzbischofs. Seine Mitglieder setzen sich zusammen aus Vertretern des Diözesanrates, der Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten, der ständigen Diakone, der Priesterschaft, dem Führungsteam des Generalvikariats, der Ordensleute, der Katholiken anderer Muttersprachen, der Geistlichen Gemeinschaften und des Kirchensteuer- und Wirtschaftsrates.