Sieben Fragen an Rolf Steinhäuser, den neuen Apostolischen Administrator des Erzbistums Köln

11. Oktober 2021 Newsdesk

Herr Weihbischof? Herr Apostolischer Administrator, wie ist denn jetzt die protokollarisch korrekte Anrede?

Rolf Steinhäuser: Wir sollten beim Weihbischof bleiben, Apostolischer Administrator, das ist doch ein Wortungetüm, das kommt nicht gut rüber.

Wie gehen Sie an Ihre neue Aufgabe ran, haben Sie schon einen Plan?

Steinhäuser: Plan ist vielleicht ein bisschen viel gesagt. Ich gehe mit Respekt an die Sache ran, als Rheinländer würde ich sagen, da habe ich ziemlich viel „Schiss“. Auf der anderen Seite bin ich ein Mensch mit Grundzuversicht und Vertrauen. Ich lasse mich jetzt also auf etwas ein und hoffe, dass das gut geht.

Ihnen bleibt ja nicht viel Zeit, wie sehen Sie das, viereinhalb Monate, eine lange oder eine kurze Zeit?

Steinhäuser: Um die Dinge wirklich zu verändern, ist das zu knapp. Prozesse brauchen, gerade wenn es um viele Beteiligte geht, eine andere Länge. Das ist aber glaube ich gar nicht meine Aufgabe. Ich soll so etwas wie eine Initialzündung versuchen, ich soll etwas auf den Weg bringen, und ich muss das nicht mit dem Anspruch tun, dies in eine fertige Form zu gießen.

Was bringen Sie mit für diese Initialzündung, als Mensch, als Priester, oder anders herum, was für ein Typ sind Sie?

Steinhäuser: Vor allem habe ich ein positives Bild vom Menschen, Ich bin neugierig auf Menschen und das, was sie bewegt. Ich möchte Menschen erleben und etwas von ihnen mitkriegen. Und ich sage immer:“das Glas ist halb voll“. Jedenfalls bin ich immer bereit, Neues zu lernen, mich mit Neuem vertraut zu machen. Als Priester bin ich, wenn ich mich da selbst richtig einschätze, ein glaubender Mensch, ein hoffender Mensch und ich versuche, auch ein liebender Mensch zu sein. 

Viele sprechen von einer Vertrauenskrise im Erzbistum Köln, wie wollen Sie verloren gegangenes Vertrauen wiederaufbauen?

Steinhäuser: Das klingt mir jetzt doch sehr voluntativ. Da kann man doch jetzt nicht einfach sagen, ich mache das. Vertrauen wird einem geschenkt, man kann darum werben. Und Vertrauen entsteht vor allem dann, wenn man gute Erfahrungen miteinander macht. Wenn man merkt, da geht was, da lässt mich keiner hängen.  Das heißt, ich hoffe, dass Menschen Erfahrungen mit mir machen, die ihnen wenigstens ein anfanghaftes Vertrauen ermöglichen..

Was sind ihre ersten konkreten Schritte?

Steinhäuser: Ganz banal, ich muss zuerst einmal die komplett neue Situation überleben. Das fängt mit meinem Kalender an, den ich komplett ummodeln muss. Ich muss mein Büro organisieren, dass ich handlungsfähig werde. Und ich muss ganz einfach darauf achten, gesund und froh zu bleiben. Also eigentlich ganz schlicht. 

Und dann, die Gremien bleiben ja alle im Amt, werde ich mit ganz vielen Menschen in vielen Kreisen zusammenkommen und erst einmal versuchen, gut zuzuhören, wie sie die Situation erleben und was sie raten.

Und wie Ihre Stimmung?

Steinhäuser: Ich gehe das mit  Demut an. Ich habe keinen Masterplan.