„Ein Heiliger als Symbol für die versöhnte Einheit der Kirchen“

17. März 2022 Newsdesk/Schoon

Köln. Mit einer griechisch-­orthodoxen Vesper unter römisch-­katholischer Beteiligung ist am Mittwoch­abend, 16. März, das Jubiläums­jahr „1000 Jahre Heribert von Köln“ beschlossen worden. Es stand unter dem Leit­wort „Gerechtigkeit­.Macht.­Frieden“ und erinnerte an das Wirken des heiligen Heribert, der von 999 bis zu seinem Tod im Jahr 1021 Erzbischof von Köln war. Als einfluss­reiche Persönlich­keit im römisch-deutschen Kaiser­reich mit diplo­matischer Erfahrung trieb Heribert die Entwicklung seines Erzbistums sowie der Stadt Köln voran. So baute er unter anderem die Armen­fürsorge aus, entwickelte die Verwaltung seines Bistums und gründete die Abtei Deutz, in der er auch seine letzte Ruhe­stätte fand.

Kardinal Woelki: Heribert ist Symbol für Versöhnung

An eben jener historischen Stelle, in der romanischen Kirche Alt St. Heribert am Deutzer Rhei­nufer, in der heute die griechisch-orthodoxe Kirchen­gemeinde „Ent­schlafen der Gottes­gebärerin“ beheimatet ist, erinnerte Kardinal Rainer Maria Woelki an die ökumenische Be­deutung Heriberts: Als Heiliger des vorigen Jahr­tausends sei er ein Teil einer Kirchen­gemeinschaft gewesen, die vor dem sogenannten Großen Schisma im Jahr 1054 keine Trennung zwischen Ost- und West­kirche gekannt habe. Deswegen könne er ein Symbol sein „für eine versöhnte Ein­heit der Kirchen, für eine versöhnte Christen­heit, für Ver­söhnung generell“, so Woelki. Der heutige Kölner Erz­bischof wies darauf hin, dass Heriberts Haltung für Demut und Caritas stehe. In Zeiten von Hungers­nöten habe er ein „her­vorragendes Sozial­system“ entwickelt, um das Elend der Menschen zu lindern. Diese Botschaft sei heute - auch im Hin­blick auf den Krieg in der Ukraine - aktueller denn je: „Es gehört zu unserer christ­lichen DNA, für die Armen, Kranken und Schwachen da zu sein und zu jeder Zeit für sie zu sorgen“, erklärte Woelki. Er dankte allen, die sich mit ihren Friedens­bemühungen und in der Flüchtlings­fürsorge einsetzen. „Ich hoffe, dass wir das Andenken an Heribert weiter wachhalten. Mit seiner für­sorgenden Nächsten­liebe kann Heribert von Köln ein hervorragendes Vorbild sein, das uns eint und zusammen­bringt“, sagte der Kardinal abschließend.

Dieser Aussage schloss sich auch der Kölner Stadtdechant, Monsignore Robert Kleine, der ebenfalls an der Vesper teilnahm, an. Heribert sei in seiner Zeit ein „Brücken­bauer“ gewesen. Dies sei auch in heutigen Tagen ein Vor­bild für ein gutes ökumenisches Mit­einander, das in Köln auch mit den orthodoxen Christinnen und Christen gelebt würde, sagte Kleine.

Geleitet wurde die Vesper von Ambrosius Koutsouridis, Vikar­bischof der Griechisch-­Orthodoxen Metropolie von Deutsch­land. In seinem Grußwort betonte dieser die geschwister­liche Verbunden­heit zwischen den Kirchen. Er habe sich darüber gefreut, dass auch die griechisch-­orthodoxe Gemeinde von Anfang an in die Planungen des Heribert-­Jubiläums­jahres eingebunden worden sei.

Feierlicher Abschluss des Jubiläums "1000 Jahre Heribert von Köln"