Caritasverband Düsseldorf – Altenzentrum St. Anna-Stift – Bewohner auf Balkons

27. Mai 2020 Newsdesk/fh

Düsseldorf. "Die Sonne scheint und der Kardinal ist da. Was kann es Schöneres geben? Beides tut gut!" so eröffnete Stadtdechant Pfarrer Frank Heidkamp diesen ganz besonderen Augenblick: Am 26. Mai 2020 hat Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im Altenzentrum St. Anna-Stift in Düsseldorf den ersten Gottesdienst seit Beginn des Lockdowns gehalten. "Die Bewohner sprechen über nichts anderes, die Freude ist groß!", so Stefan Boja, Vorsitzender des Bewohnerbeirats im St. Anna-Stift. Unter strahlendem Sonnenschein und bei Einhaltung der besonderen Schutzmaßnahmen fand die Wortgottesfeier im Innenhof der Einrichtung statt. Die Stiftsbewohner konnten von ihren Balkons und Fenstern aus mitbeten, mitsingen und den Worten des Kardinals lauschen.

Als Menschen des Heiligen Geistes leben

In seiner Predigt nahm Kardinal Woelki Bezug auf das kommende Pfingstfest: "Jesus möchte nicht ohne uns leben! Er will nicht ohne uns sein! Er braucht einen jeden von uns! Er braucht unsre Hände, unsere Füße, unsere Augen, unseren Mund, denn er hat keine anderen Hände, Füße, Augen und Mund, als die unseren. Jedes gute Wort, jeder liebende Blick, jede helfende Hand ist ein Zeichen, dass Gottes Geist in uns wirkt und lebt." Deshalb sei es so wichtig, dass wir als Menschen des Heiligen Geistes miteinander leben und miteinander umgehen. "Es ist schön, dass es Sie gibt und dass Sie hier in diesem Haus eine Heimat haben", beendete der Kölner Erzbischof seine Ansprache an die Stiftsbewohner.

Echte Seelsorge in Wort und Tat

Im Anschluss an die Feier dankten Einrichtungsleiterin Claudia Luckas und Henric Peeters, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands Düsseldorf, Kardinal Woelki für seinen Besuch. In einer Zeit, in der sich gerade viele alte Menschen isoliert und alleingelassen fühlen, seien der gemeinsame Gottesdienst und die Begegnung besondere Zeichen der Nähe und des Angenommenseins, echte Seelsorge in Wort und Tat – wenn auch während der letzten zwei Monate trotz des Ausfalls von Gottesdiensten und Andachten die seelsorgliche Begleitung der 99 im St. Anna-Stift lebenden Senioren durch Schwester Tymoteusza Grudinzki vom Orden der Michaelitinnen aufrechterhalten werden konnte. Im Gespräch betont die Seelsorgerin, wie wichtig es für die Bewohner des Altenzentrums sei, gerade in dieser besonderen Zeit mit Gebet, der Möglichkeit zum Austausch und einem offenen Ohr begleitet zu werden.