Kirche als Anwältin der Menschenwürde:Kardinal Woelki predigt beim Neujahrsempfang des Katholischen Büros NRW

Unter den Teilnehmern waren unter anderem Landtagspräsident André Kuper, Innenminister Herbert Reul und Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Woelki erinnerte daran, dass der Staat religiös neutral sei, zugleich aber die positive Rolle der Kirchen anerkenne. Kirche und Staat seien "voneinander unterschieden", dies bedeute jedoch "keine Trennung im Sinne einer völligen Abschottung". Vielmehr seien beide "zum Dialog und zur Zusammenarbeit aufgerufen, um das Gemeinwohl zu fördern". Die Kirche, so der Kardinal, dürfe sich daher nicht auf einen innerkirchlichen Raum zurückziehen. Sie sei "integraler Teil" der Gesellschaft, allerdings nicht als Partei, Regierung oder Opposition. Ihre Aufgabe beschrieb Woelki klar: "Sie ist vor allem eines: Anwältin der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und des Friedens, vor allem auch eines sozialen Friedens." Daraus folge der Auftrag, überall dort die Stimme zu erheben, "wo Menschen- und Freiheitsrechte verletzt werden, wo die Armen und Schwachen übersehen werden, wo das Gemeinwohl gefährdet scheint".
Verpflichtungen der Kirche
In Anlehnung an das Zweite Vatikanische Konzil stellte Woelki die enge Verbundenheit der Kirche mit der Welt heraus: "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi." Gerade daraus ergebe sich die Pflicht, sich zu gesellschaftlichen Fragen wie zum Beispiel Sozial-, Familien- oder Migrationspolitik zu äußern. Ebenso in der Bildungs-, Schul- und Hochschulpolitik, wie der Erzbischof betonte. Eine Selbstbeschränkung auf wenige Themen würde den Glauben "unzulässig verkürzen".
Austausch mit Gesellschaft und Politik
Mit Blick auf Nordrhein-Westfalen würdigte der Kardinal das Katholische Büro als bewährte Schnittstelle zwischen Kirche und Politik. Seit fast 70 Jahren ermögliche es einen "kontinuierlichen, respekt- und vertrauensvollen Austausch" mit den politischen und gesellschaftlichen Akteuren im Land.
Beim anschließenden Empfang unterstrich der Leiter des Katholischen Büros, Prälat Antonius Hamers, die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und erinnerte an die bleibende Verantwortung, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Zugleich rief er dazu auf, europäische Einigung und demokratische Werte zu schützen.
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