Erzbistum Köln – Aufnahme von Geflüchteten – Einrichtung eines Sonderfonds

23. Mai 2019 (pek190523-sam)

Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ruft zur Unterstützung für das Pilotprojekt „Neu starten im Team – NesT“ auf. NesT ist ein privates Sponsorenprogramm der Bundesregierung für die humanitäre Aufnahme besonders schutzbedürftiger Personen.

Im Rahmen des Programms des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) können 500 vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ausgewählte und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als schutzbedürftig anerkannte Personen gesichert nach Deutschland einreisen. Sie erhalten, ohne ein Asylverfahren durchlaufen zu müssen, einen Aufenthaltstitel, der für drei Jahre ausgestellt wird und verlängert werden kann. Dieser Aufenthaltstitel beinhaltet den Anspruch auf unmittelbaren Zugang zu Integrationskursen und zum Arbeitsmarkt sowie den Anspruch auf Sozialleistungen.

Jeweils fünf Mentoren, die sich als Team zusammenschließen, können einen Flüchtling oder eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen bzw. betreuen. Die Mentoren sollen bei der Integration und der gesellschaftlichen Teilhabe helfen: Sie sind für die Organisation von Wohnraum verantwortlich und teilen sich als Gruppe über zwei Jahre die Kaltmiete, die vorab auf ein gesondertes Konto einzuzahlen ist. Außerdem helfen sie beim Zugang zu Sprachkursen, Schulen und beruflicher Ausbildung, bei der Stellensuche, bei der Vernetzung vor Ort, beim Zugang zu örtlichen Vereinen sowie bei Behördengängen. Die Mentorengruppe und die Schutzbedürftigen finden mithilfe des UNHCR und auf Vorschlag des BAMF zueinander.

In seinem Bischofswort am 19. Mai rief Kardinal Woelki zur Unterstützung des Programms auf: „Sie alle wissen, dass wir uns im Erzbistum Köln seit Jahren entschieden dafür einsetzen, dass das tausendfache Ertrinken von Flüchtenden im Mittelmeer – vor unseren Augen – endlich endet! Das Pilotprojekt ‚NesT‘ ist ein Anfang! Dabei kann jede und jeder von uns mitmachen und damit Leben retten und Zusammenleben gestalten.“

Das Erzbistum Köln und der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln (DiCV) haben bereits seit 2015 mit kirchlichen Finanzmitteln Strukturen in der Aktion Neue Nachbarn aufgebaut, die zur Unterstützung der Mentoren genutzt werden können. So können beispielsweise die Integrationsbeauftragten der Aktion sowie die Engagementförderer hilfreiche Ansprechpersonen für die Mentorengruppen vor Ort sein. Unterstützung wird ebenso gewährleistet durch die Fachdienste Integration und Migration (FiM) der örtlichen Caritas.

Um über die Integrationsangebote in der Aktion Neue Nachbarn hinaus auch eine finanzielle Unterstützung bieten zu können, hat Weihbischof Ansgar Puff, Bischofsvikar für die Armen und die Caritas, in einem Brief an die leitenden Pfarrer um Beteiligung gebeten. Es soll ein Sonderfonds eingerichtet werden, aus dem auf Antrag Mittel für die notwendigen Mietaufwendungen an die Mentoren ausgezahlt werde können.

 

Fragen zum Programm NesT sowie zu möglichen Unterstützungsleistungen beantwortet der Koordinator der Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln, Herr Klaus Hagedorn, Tel.: 0221 1642 1212, fluechtlingshilfe@erzbistum-koeln.de. Allgemeine Informationen zu NesT gibt es unter: www.neustartimteam.de.

Wort des Bischfos zu NesT