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Premiere: Schülerinnen und Schüler haben Altarbild gestaltet:Kardinal Woelki weiht neue Kapelle der Liebfrauenschule Ratingen

Die neue Schulkapelle unter dem Dach bietet rund 120 Menschen Platz.
Datum:
12. Sep. 2023
Von:
Newsdesk/sth
Premiere: Schülerinnen und Schüler haben Altarbild gestaltet

Ratingen. Im Rahmen eines Fest­gottes­dienstes hat Rainer Maria Kar­dinal Woelki am Montag, 11. Sep­tember, die neue Ka­pelle der Lieb­frauen­schule in Ra­tin­gen ge­weiht. "Beein­druckend", emp­fand Kar­dinal Woelki die Raum­wirkung im aus­ge­bau­ten, an die­sem Tag sonnen­durch­flu­teten Dach­stuhl. Er legte Wert da­rauf, mit ein­dring­lichen und sen­siblen Worten fest­zu­stellen, dass dies "kein nor­maler Raum" sei, son­dern es hier um die An­wesen­heit Gottes gehe.

Der Erz­bischof von Köln be­spreng­te alle Wän­de, eben­so Ambo, Taber­nakel und Al­tar mit Weih­wasser. Auf die Funk­tion des Am­bo be­zogen ermun­terte Kar­dinal Woelki der an­spruchs­vollen Auf­gabe be­wusst: "Es kommt darauf an, das Wort Gottes nicht nur zu hö­ren, son­dern es zu voll­brin­gen." Die erste Le­sung ver­las dann Tho­mas Pitsch, der stell­ver­tre­tende Lei­ter des Be­reichs Schu­le und Hoch­schule im erz­bischöf­lichen General­vi­kariat. Es hörten rund 120 Teil­nehmerinnen und Teil­nehmer zu. Auch der Bür­ger­meister von Ra­tingen, Klaus Konrad Pesch, war unter den Anwesenden.

Predigt über christliches Leben

In seiner Pre­digt kam Kar­di­nal Woel­ki auf den hei­ligen Mater­nus zu sprechen, wel­cher der erste historisch nach­weis­bare Kölner Bischof ist und des­sen Synoden­be­such in Rom im Jahre 313 ver­zeichnet ist. Der Gedenk­tag des Hei­ligen fiel mit dem Tag der Kapellen­weihe zu­sammen. Kar­dinal Woelki be­tonte, dass es schon zur da­mali­gen Zeit Christen ge­geben habe, "im Alter von Euch Schü­lern wie auch in mei­nem Alter".

Was dieses christ­liche Le­ben, egal zu wel­cher Zeit, aus­mache und ver­binde, drück­te er so aus: "Je­sus möchte mit uns le­ben, in einer dicken Freund­schaft." Dieses christ­liche Le­ben be­stehe aus stän­digem Ler­nen. "Ich bin da auch noch nicht am En­de", sagte der Erz­bischof. Und mehr Spaß als das Ler­nen al­leine mache das Ler­nen in Gemein­schaft. Die Be­deu­tung des Einzel­nen und der Gemein­schaft ver­deut­lichte er in ei­nem Bild, mit dem er auch die Brücke zur neuen Ka­pelle schlug: "So, wie viele ein­zel­ne Steine dieses schöne Ge­bäude bil­den, so fügt sich die Kirchen­ge­mein­schaft aus le­ben­digen Steinen zusammen."

Ein spiritueller Raum

Die Schü­lerinnen und Schü­ler lud Kar­dinal Woelki ein, die­sen neuen Ort der An­dacht im­mer mal wie­der auf­zu­suchen, nicht nur zu den Gottes­diensten, ob in freu­diger Stim­mung oder mit Sor­gen: "Hier ist im­mer einer da, der auf euch wartet."

Höhe­punkt der Kapel­len­weihe war in die­sem Sin­ne die Wei­he des Al­tars, des zen­tra­len sinn­fälli­gen Sym­bols für die Gegen­wart Gottes. Je­de der vier Sei­ten des Al­tars be­spreng­te der Erz­bischof, die Men­sa (Altarplatte) rieb er sor­gsam mit dem von ihm zuvor ge­weih­ten Wasser ein.

Einzigartiges Marienbild

Ein ganz be­son­deres und nicht zu über­sehenes Kenn­zeichen der neuen An­dachts­stätte ist das von den Schü­lerin­nen und Schü­lern der Schule ge­stal­tete Altar­bild. Die­ses er­innert mit seinen bun­ten Qua­draten an das "Richter-Fenster" im Köl­ner Dom. Es gibt je­doch min­destens einen ent­scheidenden Unter­schied: Wäh­rend das Richter-Fenster völ­lig ab­strakt bleibt, kann man im Altar­bild der Schul­ka­pelle eine kon­krete Be­deu­tung er­kennen. Es ist näm­lich die Schrift ent­ziffer­bar: "Un­sere lie­be Frau". Da­mit ver­weist das Bild auf den Na­men der Schule. "Wie Maria bild­wirksam wer­den lassen?" Die­se Fra­ge be­schäf­tigte die Schü­lerinnen und Schü­ler im Vor­feld. Es soll­te nicht etwas Be­lie­biges, schon oft Ge­sehe­nes oder Ba­nales wer­den, was den Altar­raum schmücken soll­te. Eine Idee, die in die Zeit passt und auch das Über­zeit­liche re­flek­tiert, wollte ge­funden wer­den. Ge­dan­ken an tra­ditio­nelle Apsis-Mo­saike und an das Fenster, das der welt­be­kann­te Künstler Ger­hard Rich­ter für den Köl­ner Dom gestaltete, wiesen den Weg.

Das "L" steht für "liebevoll"

Die Schü­lerinnen und Schü­ler er­stell­ten zu­nächst ein künst­lerisches Kon­zept. Mit Ma­ria, der Mut­ter Jesu, wurde sich eben­so tief­grün­dig auseinander­ge­setzt wie mit Farb­psycho­logie, um dann am Ende auf einen eigen­stän­digen krea­tiven Pro­zess ein­zu­schwen­ken. Jeder der 15 Buch­staben auf dem 15 Quadrat­meter großen Gesamt­bild re­prä­sent­iert beispiels­weise eine mari­anische Eigen­schaft mit einer dazu er­mittel­ten Farb­welt. "Es ist groß­artig, was für Ge­dan­ken Ihr Euch ge­macht habt", sagte Kar­dinal Woelki im Gottes­dienst zur Ka­pellen­weihe. Das Er­geb­nis ist be­ein­druckend und wirkt un­mittel­bar. Die Tiefe, die Re­flexion, die Mühe hinter dem Kunst­werk wer­den spür­bar und ver­lei­hen ihm eine hohe Wertig­keit. Dies hat nicht zu­letzt auch die Kunst­kommission des Erzbistums Köln bestätigt.

Premiere im Erzbistum Köln

Das Erzbistum Köln hat hier zum ersten Mal er­möglicht, dass Schü­lerinnen und Schü­ler eine Altar­wand in einer Ka­pelle ge­stalten konnten. Der Kunst­kurs 10mk im Schul­jahr 2021/22 hat rund ein hal­bes Jahr mit Pla­nung, Konzept-Aus­arbei­tung, Probe­arbeiten, Übun­gen und Modell­herstellung ver­bracht. Im Mai 2022 wurde das Bild dann in­ner­halb von drei Projekt­tagen auf die vor­be­reitete Wand­fläche ge­malt. Jetzt kann es endlich seine Wirkung entfalten.

"Die Mög­lich­keit, eine solche Wand mit Schü­lerinnen und Schü­lern zu ge­stalten, war eine inte­ressan­te und verantwortungs­reiche Auf­gabe", sagt der mittler­weile in den Ruhe­stand ge­tretene Kunst- und Musik­lehrer André Schür­mann, der das Projekt be­treute. Mit treffen­den Wor­ten be­schreibt er den vom Kunst­werk ge­wollten Effekt: "Maria wird durch die Spra­che der Far­ben in un­seren Ge­füh­len le­ben­dig." Eine be­son­dere Heraus­forderung sei, wie Schür­mann er­klärte, mit dem Kunst­werk das Qualitäts­kriterium der dauer­haften posi­tiven Wirkung zu erfül­len: Man soll sich nicht sattsehen.

Lebendiger Kirchenort

Schulleiter Christoph Jakubowski ist mit Recht stolz auf seine Schüler und seine Schule, die wieder ein kleines Highlight gesetzt hat. Die Bedeutung der konfessionellen Schulen für die Kirche könne aus seiner Sicht auch nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Wir sind die lebendigen Kirchenorte der nächsten Jahrzehnte“, sagte er ebenso nüchtern wie voller Überzeugung. Die vielfältig aktiven jungen Leute bei der Eucharistiefeier und rund um das kleine Fest, ob im Chor, als Messdiener oder bei der Gästebewirtung, demonstrierten das eindrücklich.

Es geht noch weiter

Die Umbaumaßnahmen, die neben der neuen Kapelle unter anderem noch einen neuen Musiksaal und allgemein energetische Verbesserungen umfassten, hat das Erzbistum Köln kräftig unterstützt. Achim Schmitz, Leiter der Bauabteilung, konnte sich vom äußerst qualitätvollen Stand der Dinge überzeugen, den federführend der planende Architekt Stefan Haas und in der Projektsteuerung Enrico Speer bereits erreicht haben. Das macht sehr hoffnungsvoll mit Blick auf Arbeiten, die noch anstehen, wie etwa die Sanierung des Verwaltungsbereichs.

Neben der Segnung der Kapelle gab es übrigens einen weiteren sehr freudigen Teil des Gottesdienstes am Montag: Der neue Schulseelsorger Kaplan Mario Vera Zamora wurde offiziell in sein Amt eingeführt.

Beitrag des Domradios - Kardinal Woelki weiht neue Kapelle der Liebfrauenschule in Ratingen ein

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