Erzbistum Köln - Klappern und Ratschen - Beispiel Düsseldorf

28. März 2018 Newsdesk/Je, Stadtdekanat Düsseldorf

An Karfreitag und Karsamstag läuten nach katholischer Tradition keine Glocken. Sprichwörtlich "fliegen die Glocken nach Rom". Anstelle des Glockenläutens treten dann Klappern und Ratschen in vielen Orten des Erzbistums Köln. „Der Karfreitag ist ein Tag der Trauer. Aus diesem Grund schweigen auch die Kirchenglocken vom Gloria in der Feier vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht. Man sagt auch, die Glocken seien nach Rom geflogen“, erklärt der Düsseldorfer Stadtdechant Monsignore Ulrich Hennes.

 

Kar-Klappern am Beispiel Düsseldorf

Kinder und Jugendliche fahren am Karfreitag um 7 Uhr morgens auf ihren Fahrrädern flott durch den Düsseldorfer Stadtteil Himmelgeist. In der Hand halten sie Ratschen, mit denen sie Lärm machen. Dazu rufen sie: „Morgensglock“. Das laute Geklapper ist nicht etwa als frühmorgendliche Ruhestörung zu verstehen, sondern die Pflege eines alten Brauchs, dem so genannten Kar-Ratschen. Am Karfreitag und Karsamstag ziehen Kinder, meistens Messdiener, mit Holzratschen durch die Straßen der Dörfer und Stadtteile, um die Gläubigen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern.

 

In Düsseldorf wird dieser Brauch nicht nur in Himmelgeist und Itter sondern auch in Hamm, Flehe und Volmerswerth sowie in Heerdt und Lörick gepflegt.

 

Dreimal am Tag an das Angelus-Gebet erinnern

Als Ersatz für das Glockenläuten kommen dann die Ratschen zum Einsatz. Sie treten an die Stelle des Angelusläutens, also des morgendlichen, mittäglichen und abendlichen Läuten der Kirchenglocken. „Auch innerhalb der Liturgie ersetzen sie die Wandlungsglocken und begleiten die Prozession mit dem Allerheiligsten am Gründonnerstag“, erklärt der Düsseldorfer Stadtdechant.

 

Himmelgeist und Itter

In Himmelgeist fahren die Messdiener am Karfreitag, 30. März, um 7 Uhr, 12 Uhr und 19 Uhr sowie am Karsamstag, 31. März, um 7 Uhr und 19 Uhr laut rasselnd mit dem Fahrrad durch den Stadtteil. Im benachbarten Itter sind die Messdiener jeweils Freitag und Samstag um 12 Uhr und um 18 Uhr unterwegs.

 

Flehe, Hamm und Volmerswerth

Um 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr erinnern die Messdiener in Flehe, Hamm und Volmerswerth am Karfreitag und Karsamstag an das Gebetsläuten und laden mit einer Extrarunde außerdem zur Karfreitagsliturgie um 15 Uhr ein. Sie sind ebenfalls mit dem Fahrrad in den Stadtteilen unterwegs. Um die Messdienerkasse etwas aufzufüllen, sammeln die Ministranten außerdem am Karsamstag von 8.30 bis 12 Uhr Geldspenden.

 

Heerdt und Lörick

In Heerdt und Lörick ziehen die Messdiener am Karfreitag von 10 bis 14 Uhr mit Holzratschen und Bollerwagen durch die beiden Ortsteile, um die Menschen an den Sterbetag Jesu zu erinnern und zur Mitfeier der Karfreitagsliturgie um 15 Uhr einzuladen. Auf ihrem Weg sammeln sie zudem gekochte und gefärbte Eier für die Agapefeier in der Osternacht, die sich an die Feier der Auferstehung Jesu Christi um 21.30 Uhr in St. Maria, Hilfe der Christen im Pfarrzentrum Lörick anschließt. Gern nehmen die Messdiener beim Kar-Ratschen auch in Sammeldosen eine Spende für ihre Messdienerkasse entgegen. Von diesem Geld werden gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel die Ferienfahrt, bezuschusst.