Kenia - Erzbistum Mombasa - Reisebericht

26. Februar 2018 Newsesk/mth, mch, je

Zehn Tage besucht Generalvikar Dr. Dominik Meiering vom 22. Februar bis 3. März 2018 die katholische Kirche in Kenia. Er reist gemeinsam mit Pfarrer René Stockhausen, Nadim Ammann und Peter Kerenyi aus dem Erzbistum Köln. Der Reiseplan ist gut gefüllt: In verschiedenen Pfarreien und Ordensgemeinschaften lernen die Kölner die Kirche in dem ostafrikanischen Land kennen.

 

22.-24. Februar: „Eine Hand sucht die andere Hand“

Es ist heiß in Kenia. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt startet die Reisegruppe am 22. Februar in Frankfurt/Main, in der kenianischen Großstadt Mombasa herrschen über 30 Grad und Sonnenschein. Neben dem Wetterunterschied bemerkt Generalvikar Dr. Dominik Meiering in den ersten Tagen schnell auch einen Unterschied im Kirche-Sein: „Wir sehen, dass Menschen hier einfach loslegen und sagen: Wir wollen eine Kirche im Wachstum sein.“

 

Am zweiten Tag ihrer Reise besucht die Gruppe gemeinsam mit Erzbischof Martin Kivuva, Erzbischof von Mombasa, verschiedene Projekte. In der Pfarrei Miritini steht ein Besuch des Pastoralzentrums auf dem Programm. „Die Menschen haben einfach die Idee, miteinander etwas aufzubauen“, sagt Meiering. Das Pastoralzentrum eine solche Idee. „Dann sucht die eine Hand die andere Hand und man überlegt, wie man die Idee realisieren kann“. Erzbischof Kivuva animiert die Menschen hier, sich an dem Ausbau des Pastoralzentrums zu beteiligen. Die Diözese will mit einem großen Gebäude ihre Kapazitäten erweitern. Das kommt den Menschen zugute, denn es können Exerzitien und diverse Fortbildungen angeboten werden. Die Diözese kann das Pastoralzentrum auch extern vermieten, woraus Einnahmen entstehen.

 

Beeindruckt ist die Reisegruppe besonders von den Visionen des Erzbischofs zur Weiterentwicklung seiner Diözese. „Die Gläubigen motivieren sich gegenseitig, Schritt für Schritt etwas aufzubauen“, sagte Generalvikar Meiering.

 

Auch das Projekt Solgidi fasziniert der Reisegruppe bei ihrem Besuch: Schwestern kümmern sich um Töchter von Sexarbeiterinnen. Die Schwestern geben den Mädchen in dem Projekt die Möglichkeit, aus dem Milieu herauszukommen und ermöglichen ihnen, die Schule zu besuchen.

25. Februar: Zu Besuch bei einem Kölner Missionar

Bereits seit den 1970er-Jahren engagiert sich das Erzbistum Köln in der Erzdiözese von Mombasa. Es gibt eine langjährige, gute Freundschaft und Partnerschaft miteinander. Dazu hat auch ein Kölner Priester beigetragen, der seit Jahrzehnten dort aktiv ist. Pfarrer Uwe Diedrichs arbeitet seit vielen Jahren in der Kirchengemeinde von Miritini und hat damit einen wichtigen Anteil daran, dass Pfarrzentren entstehen konnten, Kindergärten, Schulen gebaut wurden und dass die Kirchengemeinde neue Gemeinden gepflanzt hat, die nach und nach wachsen und immer größer und schöner werden.

Bei einer dieser "Neupflanzungen" ist die Reisegruppe mit dabei, als am 25. Februar die neue "Sub-Pfarrei" Rabai proklamiert und das Priesterhaus gesegnet wird. Die Pfarrei entsteht im ländlichen Bereich, der von der wachsenden Stadt Mombasa immer mehr eingenommen wird. „Gerade hier brauchen Menschen Unterstützung, Hilfe, Orientierung. Das, was die Gemeinden hier auf die Beine stellen – größtenteils aus eigener Kraft – ist wirklich sehr imponierend“, sagt Generalvikar Dr. Dominik Meiering im Rahmen der Segnung und gratuliert zu einem Ort, wo Kirche zukünftig ihr heilsames und heilbringendes Wirken ausweiten könne.

 

Audio: Generalvikar Meiering berichtet von seinen Eindrücken in Rabai

Das Engagement der Kirchen hier ist vielfältig: Es geht den Verantwortlichen nicht nur um religiöse Bildung, sondern auch um Bildung an Schulen und in Kindergärten. Sie fördern auch Gesundheitsvorsorge und Fürsorge. Für Pfarrer Uwe Diedrichs sind Tage wie diese ein ganz besonderes Erlebnis. „Ich bin glücklich und zufrieden, dass dieser einst sehr zurückgezogene kleine Ort mit wenigen Leuten nach 15 Jahren langsamer Entwicklung nun einen entscheidenden Kick bekommen hat, um sich zu einem wunderbaren Bildungszentrum zu entwickeln in dieser friedvollen Umgebung“, sagt er bei der Einsegnungsfeier.

27. Februar

Telefonisches Interview von Domradio.de

27. Februar - 1. März

Der 27. Februar ist ein Reisetag in den Norden Kenias in das Bistum Lodwar. Der 28. Februar bildet einen der Höhepunkte der Reise: Am sechsten Reisetag fliegt die Reisegruppe um Generalvikar Dr. Dominik Meiering mit einer kleinen Propellermaschine noch weiter in den Norden Kenias. Im Grenzgebiet zu Äthiopien, Südsudan und Uganda finden die vier Männer aus dem Erzbistum Köln eine Landschaft vor, die eigentlich eine Halbwüste ist. „Es scheint mir ein bisschen, wie in alten Zeiten, als man irgendwo am Ende der Welt eine Missionsstation errichtet hat“, beschreibt Generalvikar Meiering seine ersten Eindrücke.

 

Die Reisegruppe besucht im Norden die Gemeinschaft vom Heiligen Apostel Paulus, deren Projekte das Erzbistum Köln in den vergangenen Jahren unterstützt hat. Die Gemeinschaft ist innerhalb einer riesigen Fläche tätig, betreibt dort eine Krankenstation, ist gerade dabei eine Schule zu gründen und hat mehrere Kirchen und Gemeindezentren.

Eine Ziege für Kardinal Woelki

Der Ankunftstag der Reisegruppe ist auch für die Menschen vor Ort ein besonderer Tag, denn es wird der Grundstein für eine neue Multifunktionshalle gelegt. Dort wird Raum sein für die verschiedenen Projekte der Gemeinschaft vom Heiligen Apostel Paulus.

 

Der Ort Nariokotome ist das Zentrum der Missionsstation. Von dort fahren die Missionare zu den Menschen. Am Freitag beispielsweise gehen die Missionare mit Gläubigen den Kreuzweg, den Generalvikar Meiering am Mittwoch einsegnen durfte. „Es ist schon beeindruckend, wie Menschen hier ihr Leben einer Zukunft von Kirche widmen“, sagt der Generalvikar über die Missionsstation. Mittlerweile kommen die Missionare aus unterschiedlichen Ländern Ostafrikas wie Ruanda, Somalia oder Südsudan, um das Evangelium zu verkünden. Auch hier spürt die Reisegruppe wieder die Herzlichkeit der Gastgeber. „Nach den Einweihungen haben wir eine Ziege für den Erzbischof von Köln geschenkt bekommen“, berichtet Generalvikar Meiering. Die Ziege wird aber in der Missionsstation bleiben und nicht die weite Reise ins Rheinland antreten.

Statt Kämpfen: Grenzübergreifendes Friedensprojekt

Neben der Missionsstation besucht die Reisegruppe außerdem ein Projekt vom örtlichen Bischof Dominik. In der Grenzregion hat der Bischof von Lodwar ein grenzübergreifendes Friedensprojekt ins Leben gerufen. Zwischen den verschiedenen Volksgruppen im Norden Kenias, Südens Äthiopiens und Südsudans brechen immer wieder Kämpfe aus.

 

Mit dem Friedensprojekt geht die Kirche in Kenia die Herausforderung an, den Dialog zwischen den Volksgruppen zu fördern. „Die katholische Kirche kann als grenzüberschreitende Gemeinschaft Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenholen und deutlich machen, dass das Gemeinsame nicht an der Grenze endet“, zeigt sich Pfarrer René Stockhausen von dem Projekt begeistert. „Wenn man zusammenhält sind Frieden und Gemeinschaft möglich.“ Zum Friedensprojekt gehört beispielsweise ein Radioprogramm, über das Mitarbeitende der Caritas und Engagierte in der Friedensinitiative grenzübergreifend Bildungsarbeit leisten.

 

Den nächsten Stop macht die Gruppe in Uradi, wo sie das Partnerprojekt der St. Laurentius Gemeinde in Mondorf besuchen.

2. März

Domradio-Interview mit Generalvikar Dr. Dominik Meiering