31. August 2020 Newsdesk/Kölner Dom/Kirchenzeitung

Dompropst Prälat Gerd Bachner ist am Sonntag, 30. August 2020 offiziell verabschiedet worden. Wegen der Corona-Pandemie war der ursprünglich für Ende April geplante Festakt abgesagt und verlegt worden.

Nach einer Festmesse im Kölner Dom in Anwesenheit von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob und zahlreichen Vertretern aus Stadt, Kirche und Gesellschaft folgte im Maternushaus ein Empfang für den 75-jährigen Bachner, der dem Metropolitankapitel fünf Jahre als Propst vorgestanden hatte.

Kardinal Woelki würdigte Bachner in Anspielung auf dessen Dombesteigung im Jahr 2015 als „Mann, der zum Himmel greift und die Sterne auf die Erde holt.“ Er hob hervor, dass der Altpropst in seiner Amtszeit den Dom nachhaltig als Gotteshaus geprägt habe, etwa mit der von Bachner initiierten Führungsreihe „Abendliche Glaubenswege“. Zugleich habe er mit der multisensorischen Installation silentMOD 2016 und der Bewegtbild-Illumination „Dona nobis pacem“ 2018 markante und stimmige Akzente auch für kirchenfernere Menschen gesetzt. Die von Bachner eingeführten Domschweizerinnen bezeichnete Woelki als Bereicherung für den Dom.

Hans-Georg Haumann, Präsident der Kölner Ehrengarde, nutzte die Gelegenheit, um Bachner für dessen Amtszeit als Feldkaplan des Traditionskorps zu danken, auf die stimmige Manöverfahrt 2016 nach Rom zurückzublicken und den emeritierten Dompropst abschließend zum Obristen zu befördern.

Die Mitglieder der Leitungskonferenz am Dom überreichten Bachner als Abschiedsgeschenk drei von den Künstlern Detlef Hartung, Georg Trenz und Boris Becker signierte Fotodrucke zur Bewegtbild-Illumination „Dona nobis pacem“. Als vorgezogenes Abschiedsgeschenk war Bachner bereits am neuen Nordgitter des Domes verewigt worden.

Bachner selbst richtete in seiner Ansprache Dankesworte an das Domkapitel, an die einzelnen Abteilungen des Domes und des Bistums. „Ich habe mich auch bei Ihnen zu Hause gefühlt“, dankte er anschließend den Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Köln für das „konstruktive Miteinander“ und hob nochmals seine Hoffnungen für das Projekt ‚Historische Mitte‘ hervor. Dem Dom wolle er als Seelsorger verbunden bleiben und weiterhin geistliche Domführungen gestalten.

Biografie von Dompropst em. Gerd Bachner

Geboren wurde Gerd Bachner am 23. April 1945. Auf der Flucht seiner Eltern aus Ostpreußen erblickte er in Burgstädt in Sachsen das Licht der Welt, seine Kindheit verbrachte er in Delmenhorst bei Bremen. Während seiner Jugendzeit engagierte sich Bachner in der Kirchengemeinde St. Franziskus-Xaverius in Düsseldorf. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Theologie an den Universitäten Bonn und Köln, drei Semester auch in Tübingen, wo er Kurse in Dogmatik bei Prof. Josef Ratzinger hörte.

Am 14. Juni 1972 wurde Bachner im Kölner Dom zum Priester geweiht. Anschließend war er drei Jahre als Kaplan in der Gemeinde St. Theodor in Köln-Vingst tätig; zur gleichen Zeit hatte er auch das Amt des Dekanatsjugendseelsorgers im Dekanat Köln-Deutz inne. Nachdem er seit 1975 als Repetent am Theologenkonvikt Collegium Albertinum in Bonn gewirkt hatte, wurde er 1983 zu dessen Direktor ernannt. Zuvor war er von 1982 bis 1983 Hochschulpfarrer in Wuppertal.

1989 übertrug Erzbischof Joachim Kardinal Meisner ihm die Aufgabe des Regens am Kölner Priesterseminar. Dieses Amt versah er bis November 2001, als er die Leitung der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat übernahm. In dieser Position wurde er 2005 zum Stellvertretenden Generalvikar ernannt. Im gleichen Jahr erfolgte die Berufung zum residierenden Domkapitular des Kölner Metropolitankapitels. Das Amt des Dompropstes bekleidete Bachner von April 2015 bis zum 1. Mai 2020. Den Titel "Kaplan Seiner Heiligkeit" verlieh ihm der Papst 1986, den Titel "Ehrenprälat Seiner Heiligkeit" 1996.