Choreografin für Verknüpfung von Kunst und sozialem Engagement ausgezeichnet

29. September 2021 Newsdesk/Riedel
v.l.n.r. Peter Limbourg (Deutsche Welle), Bischof Dr. Georg Bätzing, Lia Rodrigues und Professor Dr. Thomas Sternberg, Vorsitzender Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Die Verknüpfung von Kunst und sozialem Engagement zeichnen laut der Jury die Arbeit von Lia Rodrigues aus. Die brasilianische Choreografin erhielt jetzt den mit 25 000 Euro dotierten Kunst- und Kulturpreis der Deutschen Katholiken. Schauplatz der Preisverleihung war am Dienstagabend der Pina-Bausch-Saal des Theater und Konzerthauses Solingen. „Es ist eine besondere Freude, in der Geburtsstadt von Pina Bausch geehrt zu werden“, betonte Rodrigues, die die Solinger Tanzpädagogin persönlich gekannt hatte.

„Ich glaube, dass jeder von uns, der einen privilegierten Platz in der Gesellschaft einnimmt, die Pflicht hat, dazu beizutragen, dass wir in einer weniger ungleichen Welt leben können“, sagte Rodrigues nach der Preisübergabe. In ihrer Heimatstadt Rio de Janeiro betreibt sie ihre Tanz-Kompanie in der Favela Maré und unterrichtet dabei viele Schüler aus prekären Lebensverhältnissen. „Lia Rodrigues will, dass Kultur für alle da ist, nicht nur für die Eliten“, hob Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, in seiner Laudatio hervor.

Zum zehnten Mal seit 1990 verliehen die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken den Preis. Erstmals ging er an eine Tänzerin. Das solle als „Statement für die längst überfällige Rehabilitierung der Tanzkunst im kirchlichen Kontext verstanden werden“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Dr. Georg Bätzing.

Die Jury unter Vorsitz der Tanz- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Gabriele Brandstetter begründete ihre Entscheidung mit dem Einsatz der Preisträgerin gegen Diskriminierung: Rodrigues betrachte „Tanz als eine Grundform menschlicher Bildung.“