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Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der kölschen Band Lupo, Stefan Knittler, Simon Bay, den Bläck Föös mit den einstigen Bläck Föös-Größen Bömmel Lückerath und Kafi Biermann, dem Alphornbläser Ebasa Pallada sowie den Kölner Ratsbläsern, die den Gottesdienst feierlich eröffneten. Durch den Gottesdienst führten Pastoralreferent Peter Otten, Pastor Thomas Frings und "Loss mer Singe"-Gründer Georg Hinz.
In seiner Begrüßung dankte Innenstadtpfarrer Dr. Dominik Meiering den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Organisatoren des Gottesdienstes und nahm Bezug auf das diesjährige Karnevalsmotto "Mer dun et för Kölle", das auch zur Agneskirche passe, an der nach Karneval dreijährige Renovierungsarbeiten beginnen. St. Agnes sei nicht nur ein Bau, sondern auch ein Haus Gottes und ein Zentrum für das Veedel, in dessen Zukunft nun investiert werde, so Meiering.
"Ich erlebe das Leben in verschiedenen, entgegensetzen Momenten", sagt Christoph Kuckelkorn in seiner Predigt, in der er über den Kontrast zwischen seinem Ehrenamt im Karneval und seinen Beruf als Bestatter sprach. Als scheidender Präsident des Festkomitees des Kölner Karnevals e. V. erlebe er das pralle Leben, Freude, Gemeinschaft, Lachen, Neubeginn. Im anderen Moment begegne er als Bestatter den Menschen an einem ganz anderen Punkt ihres Lebens. "Da ist kein Frohsinn. Da ist Abschied, da ist Schmerz, da sind Tränen. Da ist oft große Sprachlosigkeit, Fassungslosigkeit, da fehlt Perspektive, Lebensmut und manchmal herrscht echte Existenzangst."
Eines verbinde jedoch diese verschiedenen und scheinbar entgegengesetzten Momente. Das Leben verändere sich. Oft wünschen wir uns, dass Veränderungen sanft sind, sich ankündigen und planbar sind, uns nicht verletzten, uns nicht weh tun. Doch die tiefsten Veränderungen entstünden dort, wo wir etwas verlieren, so Kuckelkorn.
Der Glaube antworte auf die Frage "Wie geht es weiter?" nicht mit Vertrösten, sondern mit einem Versprechen: Es gibt ein Danach. Nach dem Kreuz war für die Jünger Jesu alles zerbrochen, ihre Hoffnung, ihre Zukunft, ihr Glaube. Und dann kommt Ostern. Nicht als Erklärung oder schnelle Lösung, sondern als neues Leben.
Nach einem Verlust entstehe Schritt für Schritt ein neues Leben. Damit könne in jeder tiefgreifenden Veränderung ein neuer Anfang, ein neuer Weg oder ein tieferer Sinn innewohnen. Für ihn sei das Auferstehung mitten im Leben, so Kuckelkorn.
"Das Leben verändert sich, manches tut weh, manches macht Angst, manches überrascht uns mit neuer Kraft. Aber eins dürfen wir glauben: Gott geht mit uns in jedes Danach. Und auch wenn unser Weg durch die Trauer führt, er endet nicht dort. Auch wenn wir Abschied nehmen müssen, wir bleiben geborgen in Gottes Hand. So lasst uns heute neu Vertrauen fassen: In mitten aller Veränderungen bleibt Gott treu."
Während des Gottesdienstes konnten online Fürbitten eingereicht werden, die von Pastoralreferent Peter Otten vorgetragen wurden. Als Bitte für den Frieden las Ludwig Sebus ein Friedesgebet auf Kölsch. Neben den persönlichen Fürbitten wurde auch den Menschen im Iran, der Ukraine und Gaza gedacht sowie Verstorbenen der Kölner Bevölkerung.
"In einer Zeit, in der wir viele Momente voller Glück und Seligkeit erfahren, halten wir jetzt einen Moment inne und kommen vor dich, Gott", begleitete Pastor Thomas Frings das Totengedenken, während dessen die Gottesdienstteilnehmer brennende Kerzen auf die Stufen den Altars stellten.
Der Karnevalsgottesdienst fand in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Spontan entstanden zur ausgefallenen Session 2021 im Internet, löste der Gottesdienst einen großen Zuspruch aus und fand mit der Predigt von Jürgen Becker ein großes Medienecho. 2022 folgte eine Neuauflage mit einer Predigt von Yvonne Willicks. In den folgenden Jahren konnten ebenfalls prominente Gäste für die Predigt gewonnen werden: 2023 predigte Ludwig Sebus, 2024 das „Hänneschen“ und 2025 die Präsidentin der Immisitzung, die „Immi-Mymmi“ Myriam Chebabi.
Der Gottesdienst wurde über die Website www.agnesalaaf.de, die Website des Kölner Stadtanzeigers sowie auf www.domradio.de übertragen. Ermöglicht wurde das Streamingangebot durch Spenden.
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