23. November 2019 (pek191123)

Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bittet Betroffene, die von Priestern sexuell missbraucht wurden, um Vergebung. „Ich schäme mich für das, was hier geschehen ist“, sagte Woelki dem Kölner Domradio am Samstag. Personen seien ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden und hätten wissentlich Kinder und Jugendliche einer Gefährdung ausgesetzt. Wie es dazu kommen konnte, müsse jetzt gründlich aufgeklärt werden, um benennen zu können, wer an welcher Stelle „ individuelle Verantwortung“ dafür trage. Dazu diene eine unabhängige Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei in München. Anlass für die Äußerung Woelkis ist der jetzt bekannt gewordene Fall eines Kölner Priesters, der 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war und dennoch über Jahrzehnte weiter als Priester in mehreren Bistümern wirkte.

Die mit der Untersuchung beauftragte Kanzlei werde klären, inwieweit Vorgesetzte gegen staatliches oder kirchliches Recht verstoßen und ob auch strukturelle Voraussetzungen im Erzbistum Missbrauch begünstigt haben. Zur Prävention von sexuellem Missbrauch sei inzwischen vieles unternommen. Dazu gehörten etwa Präventionsschulungen, eine veränderte Priesterausbildung und die Selbstverpflichtung, allen einschlägigen Hinweisen konsequent nachzugehen und bei allen glaubwürdigen Vorwürfen die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Ein Betroffenenbeirat helfe dabei, aus der Sicht der Betroffenen Prävention und Aufklärung zu verbessern. Es bleibe aber noch viel zu tun, so Woelki; Fälle wie der jetzt bekannt gewordene erinnerten daran, dass die Aufklärung der Vergangenheit noch längst nicht abgeschlossen sei.

Der vollständige Wortlaut des Interviews ist auf www.domradio.de veröffentlicht.

 

Ansprechpartner bei sexuellem Missbrauch

im Erzbistum Köln:
Dr. rer. med. Emil Naumann: 01520 1642 394
Frau Hildegard Arz: 01520 1642 234

im Bistum Münster:
Bernadette Böcker-Kock: 0151 6340 4738
Bardo Schaffner: 0151 4381 6695

im Bistum Essen:
Angelika von Schenk-Wilms: 0151 5715 0084
Karl Sarholz: 0171 3165 928