Erzbistum Köln beantwortet Hilfsanträge aus Haiti mit Soforthilfe von 100.000 Euro

17. August 2021 pek210817-bue
Das vom Erdbeben zerstörte Bischofshaus in Les Cayes.

Das Erdbeben der Stärke 7,2 auf Haiti hat nach momentanen Schätzungen schon jetzt mehr als 1400 Todesopfer und zahllose Verletzte gefordert. Das Erzbistum Köln, das seit mehreren Jahren enge Beziehungen zu Haiti pflegt, hat für die Opfer des Erdbebens eine Soforthilfe von 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon wird die Hälfte über Caritas International an die Caritas im Département Nippes vergeben und die andere Hälfte über verschiedene Anträge auf Soforthilfe den betroffenen Diözesen und Orden direkt zur Verfügung gestellt. Beispielsweise wurde ein Projektantrag für drei Missionsstationen der Petits Frères de Sainte Thérèse de l’Enfant Jesus im Südwesten Haitis für Nahrungsmittel, Trinkwasser und Zelte genehmigt, welche dort dringend benötigt werden.

Kardinal Woelki spricht Haitianern Mitgefühl aus

2017 hatte Kardinal Chibly Langlois, der Bischof von Les Cayes, persönlich das Erzbistum Köln und Kardinal Woelki besucht. Sein Bistum gehört zu der am stärksten vom Erdbeben betroffenen Region in Haiti. Sein Bischofshaus ist beim Erdbeben zusammengebrochen, drei seiner Mitarbeiter sind dabei ums Leben gekommen. Er selbst wurde leicht verletzt.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki sprach ihm und allen Menschen in Haiti sein tiefes Mitgefühl aus und versicherte sie seines Gebetes: „Dass dieses schöne Land nach der furchtbaren Katastrophe vor elf Jahren nun nochmals mit solcher Wucht von einem Erdbeben heimgesucht wird, welches so viele Opfer fordert, erfüllt mich mit tiefer Trauer. Beten wir gemeinsam für die vielen Menschen, die durch die Naturkatastrophen der letzten Wochen ihr Leben, ihre Lieben und ihr Hab und Gut verloren haben, um Hoffnung und Trost in dieser schweren Zeit.“

Erzbistum Köln unterstützt Partner- und Hilfsprojekt in Haiti

Bis die zahlreichen zerstörten Schulen, Wohnhäuser, Einrichtungen und Kirchen wieder benutzbar seien, werde es noch lange dauern, berichtet Pater Verdieu Joassaint aus der Diözese Jérémie im Austausch mit der Kölner Diözesanstelle Weltkirche-Weltmission. Zunächst würden die Toten geborgen, Schutt weggeräumt und die Verletzten versorgt.

Nach dem letzten großen Erdbeben in Haiti im Jahr 2010, bei dem bis zu 500.000 Menschen ihr Leben verloren haben, hatte das Erzbistum Köln langfristige Partner- und Hilfsprojekte in Haiti begonnen, die seitdem fortgeführt wurden und zu einer engen Beziehung mit den Diözesen Haitis geführt haben. Auf Initiative der Katholischen Kirchengemeinde in Frechen und deren damaligem Kaplan, dem gebürtigen Haitianer Pater Elex Normil, wurde 2010 etwa der Bau eines Schulzentrums ermöglicht, das 2015 eingeweiht wurde. Diese Schule liegt in Croix-des-Bouquets und damit nicht im Gebiet des aktuellen Erdbebens.