22. November 2021 Newsdesk/Je

Köln. Neun Männer wurden am 20. November im Kölner Dom durch den Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser zu Ständigen Diakonen geweiht.

Vor der eigentlichen Diakonenweihe ging Steinhäuser in seiner Predigt auf das Thema Berufung ein. Dass es nicht einfach sei, die Stimme Gottes zu erkennen, zeige schon die alttestamentliche Geschichte der Berufung des Samuel, der Gottes Stimme nicht von der Stimme Elis unterscheiden konnte (vgl. Sam 3,1-18). „Gott spricht ganz menschlich, ganz gewöhnlich. Wäre es da nicht denkbar, dass wir genau wie Samuel eine Stimme hören, ohne zu erkennen? Dass wir die Stimme Gottes nicht heraushören können unter den Stimmen der Werbung, der Politiker, der Priester, der Verkäufer, der Kollegen?“ Am Beispiel der Berufung Samuels lädt Steinhäuser daher auch heute dazu ein, auch „nach oben zu hören oder nach innen auf das, was Gott uns sagen will“. Seine eigene Erfahrung habe ihm gezeigt, dass es dabei hilfreich sei, im Gespräch mit Menschen zu sein, um diese Perspektive zu eröffnen durch "Deuter und Deuterinnen, für die die Welt durchschaubar auf Gott hin ist".

Die Diakone seien die kirchlichen Männer „für die Welt“, die ihre familiären und beruflichen Kontexte in die Wirklichkeit der Kirche einbrächten. Ein besonderer Dank Steinhäusers ging daher an die Ehefrauen der Weihekandidaten „für den Dienst, den sie der Kirche tun, indem sie ihre Männer begleiten, ihr Leben teilen und ihnen Korrektur und Hilfe zukommen lassen. Das Ehesakrament ist in ihrem Leben das Erste. Und darum kann ein Ehemann nur Diakon werden, wenn seine Frau das bewusst mitträgt.“

Zu Ständigen Diakonen geweiht wurden:

  • Kay Adam, geboren 1963, Heimatpfarrei: St. Mariä Himmelfahrt in Düsseldorf-Unterbach, Zahnarzt, verheiratet, drei Kinder
  • Andrés Cornejo Bettini, geboren 1974, Heimatpfarrei: Hl. Dreifaltigkeit in Düsseldorf, Referent spanischsprachige kath. Mission Düsseldorf, verheiratet, ein Kind
  • Bruder Matthias Equit FFSC, geboren 1968, Heimatpfarrei: Kloster Ebernach in Cochem, Generalassistent der Ordensgemeinschaft, ledig
  • Dirk Küffen, geboren 1980, Heimatpfarrei: Hl. Drei Könige in Köln-Rondorf, Erzieher, ledig
  • Peter Muß, geboren 1967, Heimatpfarrei: St. Pantaleon in Buchholz, Diplom-Gartenbauingenieur, ledig
  • Antonino Rizza, geboren 1975, Heimatpfarrei: St. Aldegundis in Leverkusen, Gemeindereferent, verheiratet, zwei Kinder
  • Gregor Tobias, geboren 1973, Heimatpfarrei: St. Mariä Himmelfahrt in Wuppertal, Versicherungsmakler und Küster, verheiratet, fünf Kinder
  • Klaus Volmer, geboren 1966, Heimatpfarrei: Pfarreiengemeinschaft Eller-Lierenfeld in Düsseldorf, Kundenbetreuer und Sachbearbeiter in einer Druckerei, verheiratet, zwei Kinder
  • Martin Voorwold, geboren 1965, Heimatpfarrei: St. Clemens und Mauritius in Köln-Mülheim, Verwaltungsleiter, verheiratet, zwei Kinder

Ausbildung zum Ständigen Diakon

Vier Jahre lang haben sich die neun Weihekandidaten auf diesen Tag vorbereitet. Dazu haben sie im Erzbischöflichen Diakoneninstitut in Köln gemeinsam mit Kandidaten aus den Bistümern Essen und Aachen an einer pastoralen Ausbildung teilgenommen und außerdem Theologie studiert.

Nach der Weihe geht die Ausbildung der Ständigen Diakone noch zwei Jahre in den Pfarreien vor Ort weiter. Zusätzlich besuchen sie weiterhin Seminare im Diakoneninstitut. Diakone erfüllen in den Pfarreien vielfältige Aufgaben: Sie arbeiten in der Seelsorge und haben Menschen an den Rändern der Gesellschaft im Blick. Auch kümmern sie sich um alte und kranke Menschen und sind in der Verkündigung aktiv. Sie können Wortgottesdienste leiten, die Taufe spenden oder bei Eheschließungen assistieren.

Ständiges Diakonat

Die Diakonenweihe gehört als Vorstufe zur Priesterweihe, sie ist aber auch eigenständige Weihestufe für die Ständigen Diakone. Alle Diakone, ob sie später Priester werden oder Ständige Diakone bleiben, haben dieselben Aufgaben. Ständige Diakone können entweder hauptberuflich tätig sein oder zusätzlich noch einen Zivilberuf ausüben. Es gibt sowohl ledige als auch verheiratete Ständige Diakone.