Dreigestirn und Kinderdreigestirn beten mit Stadtdechant Kleine und Stadtsuperintendent Seiger für eine gute Session

10. Januar 2022 Newsdesk/Schoon, mle

Wenn im Kölner Dom das Dreigestirn und das Kinderdreigestirn im vollen Ornat vor den Dreikönigenschrein ziehen und für eine gute Session beten, zuvor neben „Großer Gott wir loben dich“ auf Kölsch auch noch der Willi-Ostermann-Klassiker „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ erklingt und ein Fahnenmeer der Karnevalsgesellschaften das Ganze einrahmt, kann wohl von einem „ Kölschen Hochamt“ gesprochen werden. Als dieses zeigte sich einmal mehr der Gottesdienst mit Karnevalisten, der am Samstagmittag gefeiert wurde – in diesem Jahr erstmals am Wochenende nach der Proklamation. Zu den Höhepunkten der Feier gehörte auch das Entzünden der Sessions-Kerze, die vom Kinderdreigestirn Prinz Felix I., Bauer Robin und Jungfrau Helena gestaltet worden war. Durch die Corona-Situation wurde der Gottesdienst nur mit einem begrenzten Personenkreis abgehalten – mit wenigen Gästen, Vertreterinnen und Vertretern aus dem Festkomitee Kölner Karneval und den Karnevalsgesellschaften. Das Domradio übertrug allerdings live.

Die kleinen Dinge wieder neu wertschätzen

„Kann man sich in einer solchen Situation überhaupt noch irgendwie freuen?“ – diese Frage stellte der Kölner Stadtdechant, Monsignore Robert Kleine, der den ökumenischen Gottesdienst mit seinem evangelischen Kollegen, Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger, leitete, in den Mittelpunkt seiner Predigt. Auch vor dem Karneval mache die Pandemie nicht halt. Dies hindere viele Menschen daran, ihrer unbekümmerten Seite Raum zu geben, denn „Unsicherheit, Angst, wirtschaftliche und gesundheitliche Sorgen, Einsamkeit und Isolation prägen weiterhin weltweit den Alltag der Menschen“ , sagte Kleine.

Um Hoffnung zu finden, warb der Stadtdechant dafür, kleinere Dinge wieder neu wertzuschätzen. „ Vielleicht ist die Pandemie besonders geeignet, wieder neu aufmerksam zu werden für die kleinen, unscheinbaren Dinge des Lebens. Indem ich sorgsam darauf achte, wie diese Dinge auf einmal anfangen, zu mir zu sprechen, kann etwas aufscheinen von der Ruhe, die Jesus gemeint hat, und zu der er seine Jünger einlädt“, erklärte Kleine. So gelte es etwa, anderen Menschen wieder mehr zuzuhören und für das eigene Leben Ruhe zu finden. Für diese Haltung könne etwa auch das Kinderdreigestirn Botschafter sein: „Ihr werdet nicht in den großen Sälen unserer Stadt auftreten, aber ihr werdet Menschen begegnen, indem ihr zu den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geht und quasi von draußen die Lebensfreude zu den Menschen bringt.“

Video: Predigt von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine

Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit

„Ihr als Dreigestirn und der Kölner Karneval stehen immer – und besonders in dieser Session für Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit“, so der Stadtdechant weiter. „Und wir wissen uns dabei von Gott begleitet, ermutigt und getragen. Deshalb ist jetzt eine Zeit der Freude.“