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Ein Interview mit Ehrenamtlerin Brigitte Boden:Ostafrikanische Gemeinde in Köln feiert Gottesdienst auf Swahili

Brigitte Boden
Datum:
15. Jan. 2026
Von:
Newsdesk
Die ostafrikanische Gemeinde in Köln-Mülheim erfreut sich großer Beliebtheit. Aus anderen Städten und Ländern reisen Gläubige nach Köln, um dort Gottesdienst zu feiern. Gemeindegründerin Brigitte Boden erzählt, was die Gemeinschaft so besonders macht.

Wie kam es, dass Sie die ostafrikanische Gemeinde in Köln-Mülheim gegründet haben?

2018 ging ich mit einer kenianischen Freundin über den Weihnachtsmarkt, und wir dachten, wie schön es wäre, wenn wir eine Messe in Swahili öfter hätten. Anfang 2019 ist mir dann bei den Exerzitien klar geworden, dass nur ich so eine Gemeinde gründen kann, da die Ostafrikaner nicht so tief in den deutschen Gemeinden und im deutschen Denken verankert sind. 

Danach habe ich meinen Pastor gefragt, wie es gehen könnte. Der hat mir sehr geholfen und mir aber gesagt, dass ich zu groß träume. Natürlich träumt man erst mal groß, da ich so eine Gemeinde haben wollte wie eine deutsche Gemeinde: mit eigener Kirche, eigenem Pfarrheim, einer großen Rasenfläche, einem Kindergarten und Spielplatz. Ich dachte sogar an ein eigenes Restaurant und an eine Wohnanlage. Da bei der Ostafrikanischen Mission die Menschen oft von weit herkommen, ist es hier also doppelt wichtig. Bei uns kommen die Menschen aus Frankfurt, aus Aachen, aus Essen und Münster und sogar aus Belgien, nur um bei uns in die Messe zu gehen. 

Gibt es ein Erlebnis oder einen Moment, der Sie besonders geprägt hat?

Der Moment war in Ostafrika, wo ich durch Diskussionen über die und mit der Bibel wieder zu meinem Glauben gefunden habe. Deutschland war und ist zu negativ. Ich hatte in Kenia Jesus-Begegnungen, die mir niemand mehr nehmen kann.

Den Glauben feiern können Ostafrikaner für mich viel mehr. So feiern wir jedes Jahr das Uganda-Märtyrer-Fest Anfang Juni. Die Priester aus Uganda haben es vor einigen Jahren ins Leben gerufen, und wir kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. Es findet reihum mal überall statt. Der Chor der Ostafrikanischen Mission und der Uganda Community tun sich dann zusammen. Der Gottesdienst ist einmalig: Es wird viel gesungen und getanzt. Es kommt sogar immer ein Bischof aus Uganda. Nach dem Gottesdienst gibt es für alle Mittagessen, und es wird bis abends gefeiert. Da lebt der Glaube, und man kann ihn spüren.
 

Was können andere Gemeinden sich von der ostafrikanischen abgucken?

Wir sind ganz normal katholisch. Das heißt, auch wenn unsere Messen in Swahili sind, weiß man immer, wo man dran ist. Der Ablauf ist wie in einer deutschen Messe. Aber bei uns wird viel und gerne gesungen. Es gibt in jeder Messe einen Chor, wir tanzen und sind viel lebendiger. Nach den Messen sitzen wir zusammen, und manchmal gibt es etwas zu essen hinterher. Einen Tee bekommt man immer. Ich finde es sehr wichtig, dass alle Menschen sich kennenlernen und die Scheu voreinander verlieren. Bei uns Christen geht es um Nächstenliebe und Vergebung. Das ist das wichtigste im Leben.

Informationen und Ansprechpartner

Sie interessieren sich für den Gottesdienst auf Swahili? Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf der Website der Gemeinde St. Clemens und Mauritius.

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