Religionslehrende diskutieren in Köln, was das Fach für Umweltschutz und Nachhaltigkeit leisten kann

11. November 2021 (pek211109-wey)
Eröffnung der Pädagogischen Woche 2021 (v.l.n.r): Weihbischof Ansgar Puff, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat, Prof. Dr. Armin Grunwald, Physiker, Philosoph, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Karlsruhe, Mitglied des Deutschen Ethikrates, Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)

Köln. Religionslehrerinnen und -lehrer im Erzbistum Köln bewegt in dieser Woche die Frage, wie der Religionsunterricht einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Antworten und Ideen dazu stehen im Mittelpunkt der Fortbildungsveranstaltung „Pädagogische Woche“, die das Erzbistum Köln vom 8. bis zum 12. November im Kölner Maternushaus anbietet.

Wichtige Impulse kamen zum Auftakt von Prof. Dr. Armin Grunwald, unter anderem Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Er ermutigte dazu, durch bewusstes Handeln Verantwortung für nachhaltige Entwicklung zu übernehmen. Jeder könne überlegen, wie intensiv er Ressourcen und Techniken nutze, die für die Umwelt problematisch sein könnten, denn: „Technikfolgen sind nicht einfach Folgen der Technik sondern Folgen des Umgangs damit.“ Darüber hinaus forderte er dazu auf, eine nachhaltige Zukunft aktiv zu gestalten: „Wir wissen, dass wir nicht alles tun können, aber etwas kann jeder und jede von uns tun.“

Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/ Hochschule des Erzbistums Köln, schlug bei der Auftaktveranstaltung den Bogen zum Religionsunterricht: „Die großen Fragen der Klimakrise sind längst in unseren vielfältigen Lebensbereichen angekommen, und damit auch in unser aller Verantwortungsbereichen. Unsere Aufgabe ist es jetzt zu überlegen, wie wir im Religionsunterricht nicht einfach nur auf den Zug der schulischen Verbraucherbildung aufspringen, sondern gemeinsam an einer religiösen Bildung für nachhaltige Entwicklung arbeiten.“

Die Themen Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung spielen für das Erzbistum Köln derzeit insgesamt eine große Rolle. So hat sich die Diözese mit der „Vision Schöpfungsverantwortung“ vorgenommen, bis zum Jahr 2030 wichtige Schritte in Richtung Klimaneutralität zu gehen.

Auch in der Erzbischöflichen Schullandschaft ist das Thema bereits seit einiger Zeit angekommen. Quer durch alle Schulformen finden sich Beispiele für nachhaltiges Engagement. Von der Bienen- und Fair-Trade AG an der Liebfrauenschule in Ratingen über die Garten AG am Bildungscampus in Köln-Kalk bis hin zum Fach Humanökologie an der Ursulinenschule in Hersel oder der Initiative „LFS goes Green“ an der Liebfrauenschule Köln.

Pädagogische Woche

Die Pädagogische Woche ist die größte regelmäßige Fortbildungsveranstaltung für den katholischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, normalerweise mit jährlich zwischen 800 und 1.000 Teilnehmenden. Durch die Corona-Auflagen ist die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf rund 650 Pädagogen reduziert, die die Veranstaltung vor Ort besuchen. Darüber hinaus gibt es zusätzlich digitale Informationsmöglichkeiten. Die Pädagogische Woche wird von der Hauptabteilung Schule/Hochschule des Erzbistums Köln in Kooperation mit dem Institut für Lehrerfortbildung (IfL) organisiert und findet in diesem Jahr bereits zum 39. Mal statt.