Zur Entscheidung von Papst Franziskus, die am 24.09.2021 mitgeteilt wurde

24. September 2021 Newsdesk

Ein halbes Jahr nachdem ich Papst Franziskus mein Amt zur Verfügung gestellt habe, kam heute die Nachricht, dass ich Weihbischof in Köln bleiben darf. Ich bin dem Heiligen Vater für sein Vertrauen und sein Urteil sehr dankbar.

Dankbar bin ich auch, dass für das Erzbistum Köln nun eine Zeit der Ungewissheit endet und Raum geschaffen wird für einen Weg zu einer vertieften Einheit und Versöhnung.

Die vergangenen Monate bedeuteten für mich einen tiefen Einschnitt in mein Leben. Dabei habe ich erfahren, was es heißt: Abstand bringt die Dinge näher. Es war für mich eine Zeit der (medialen) Stille, der Reflexion und des Gebetes. Ich konnte viele seelsorgliche Gespräche führen – auch mit Menschen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Diese Gespräche bewegen mich weiterhin sehr.

Mir ist klar geworden: ein einfaches "Weiter wie bisher" kann es nicht geben. Vor diesem Hintergrund ist der Wunsch in mir gewachsen, für eine Zeit in einer Diözese im Ausland als einfacher Priester mitzuwirken, näherhin in Afrika in der Erzdiözese Mombasa/Kenia, mit der wir schon lange freundschaftliche Beziehungen pflegen. So bin ich dankbar, dass der Heilige Vater diesen Wunsch ausdrücklich begrüßt und befürwortet. Der Erzbischof von Mombasa, Martin Kivuva Musonde, hat bereits zugesagt, dass er mich gerne in seinem Erzbistum als Priester einsetzt. Auch wenn ich Bischof bin und bleibe, ist es mir wichtig, dort einfach als Priester und Seelsorger wirken zu können. Ich trete diesen Dienst als Lernender an. Ich erhoffe mir von dieser Zeit innere Reifung und Erneuerung, Erweiterung des Horizontes und eine Vertiefung meiner priesterlichen und bischöflichen Berufung.

Konkret reise ich Mitte Oktober nach Kenia und möchte dann zum Schuljahresbeginn 2022/23 mit neuer Kraft und ganzem Herzen meinen Dienst im Erzbistum Köln wieder aufnehmen. Unser Erzbistum und die Menschen, die hier leben, liegen mir sehr am Herzen. Das wird auch in Kenia so bleiben. Aber in Kenia will ich ebenfalls mit offenem Herzen und ganzem Einsatz im Vertrauen auf Gottes gütigen Beistand und Hilfe meinen Dienst tun.

So bleibe ich Ihnen weiter im Gebet verbunden und bitte Sie ebenfalls herzlich, insbesondere für alle von sexualisierter Gewalt verletzten Menschen, für die katholische Kirche in Afrika und für unser Erzbistum Köln zu beten. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Köln, den 24.09.2021
+Dominikus Schwaderlapp