„Ein Heiliger, der für das Erzbistum Köln Spuren hinterlassen hat“

10. Mai 2021 Newsdesk/Schoon, Je

Köln. Zum Kirchweihfest der ehemaligen Kölner Jesuitenkirche St. Mariä Himmelfahrt und zum 500. Geburtstag des Heiligen Petrus Canisius hat Rainer Maria Kardinal Woelki am Samstagabend ein Pontifikalamt gefeiert. Dass an dem Gottesdienst nicht nur Gläubige, sondern auch Seminaristen teilnahmen, unterstrich die Bedeutung des Priesters, Jesuiten und Kirchenlehrers, der auch im Erzbistum Köln tiefe Spuren hinterlassen habe: Wie der Rektor von St. Mariä Himmelfahrt, Domkapitular Monsignore Markus Bosbach, ausführte, sei es Canisius Zeit seines Lebens vor allem um die Seelsorge und die gute Ausbildung von Priestern gegangen. Er sei ein „Global Player“ gewesen, der stets die Herausforderungen der ganzen Kirche vor Augen gehabt habe.

Petrus Canisius

Auf den Tag genau, am 8. Mai 1521, wurde der Heilige in Nimwegen, das damals in der Diözese Köln lag, geboren. Durch die Kartause in Köln und sein Studium kam er mit dem Jesuitenorden in Berührung, der sich in der Stadt während der ausgehenden Reformation für eine Erneuerung der katholischen Kirche einsetzte. So hätten für die Ordensleute etwa eine Zuwendung zum Einzelnen, die persönliche Beichte, gute Verkündigung und Predigt sowie Bildung einen hohen Stellenwert gehabt, erklärte Bosbach. Spuren habe Canisius auch an anderen Stellen hinterlassen: er gründete verschiedene Niederlassungen der Jesuiten und wurde Autor bedeutender Katechismen, welche ihm den Titel „Zweiter Apostel Deutschlands“ nach Bonifatius einbrachten.

Woelki: Heiliger hat Zeugnis für Erneuerung des christlichen Lebens abgelegt

Daran erinnerte auch Kardinal Woelki in seiner Predigt. Im ersten katholischen Katechismus überhaupt habe Canisius die wichtigsten Glaubens- und Lebensweisheiten als Konzentrat zusammengefasst und auf Grundlage einer demütigen Glaubenshaltung reflektiert. „Lob sei Gott, der Kirchen Fried und uns das ewige Leben“, zitierte Woelki aus den Schlussgedanken den Heiligen. Diese wenigen Worte seien die Summe des ganzen Katechismus von Petrus Canisius und dürften als Inbegriff seiner theologischen Intention und Porträtskizze seiner Person verstanden werden, sagte der Erzbischof. Zugleich warf er die Frage auf: Wie anders würde es heute in der Kirche aussehen, wenn die Verherrlichung Gottes wieder am Beginn stünde?

Wenn die Kirche ihrem Auftrag, den Frieden Christi zu verkünden, gerecht werden wolle, müsse sie selbst in Frieden leben, legte Woelki dar. „Das dies zu seiner Zeit und leider auch heute nicht weithin der Fall ist, hat Petrus Canisius damals bedrückt und bewegt, so wie es viele von uns heute bedrückt und bewegt“. Was die Situation verbessern könne, darüber habe Petrus Canisius Zeugnis abgelegt: Die Einheit im Glauben, die Erneuerung des christlichen Lebens, das Feuer der Liebe und die Gerechtigkeit, die jedem das seine zukommen lasse. Auch noch 500 Jahre nach der Geburt des Heiligen mahne sein Vermächtnis, in dieser Weise miteinander umzugehen, sagte der Erzbischof.