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Schülerinnen und Schüler der Erzbischöflichen Papst-Johannes-XXIII.-Gesamtschule gestalten umfangreiches Aktions-Projekt:Preiswürdig: Schule beschäftigt sich intensiv mit Flüchtlingsschicksalen am Mittelmeer

Schülerprojekt der Papst-Johannes-XXIII.-Schule, vom Erzbistum mit einem Preisgeld gefördert
Datum:
19. März 2024
Von:
Newsdesk
Schülerinnen und Schüler der Erzbischöflichen Papst-Johannes-XXIII.-Gesamtschule gestalten umfangreiches Aktions-Projekt

Pulheim/Köln. Im vergangenen Jahr hat das Erzbistum Köln, Bereich Schule & Hochschule, eine Ausschreibung für Schülerprojekte gestartet. Mit bis zu 10.000 Euro pro Schule aus dem Erzbischöflichen Schulfonds soll(t)en auf diesem Wege Projekte gefördert werden, die das spezifisch katholische Profil der Schule widerspiegeln und weiterentwickeln. Eines dieser Projekte heißt „Per fare memoria – Erinnerung wachhalten“.

„Gewöhnen wir uns nicht daran, Schiffbrüche als Nachrichtenereignisse und Tote auf See als Zahlen zu betrachten: Nein, es sind Namen und Nachnamen, es sind Gesichter und Geschichten, es sind zerbrochene Leben und zerbrochene Träume.“ – Diese Worte sprach Papst Franziskus im vergangenen September anlässlich des Gedenkens für die auf dem Mittelmeer verschollenen Seeleute und Migranten. Genau diese Worte leiteten auch das Projekt „Per fare memoria - Erinnerungen wachhalten“ an der Erzbischöflichen Papst-Johannes-XXIII.-Gesamtschule in Pulheim.

Einzelschicksale und Fachexpertisen

Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit der Organisation „Komitee 3. Oktober“ statt. Das Komitee hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Flüchtlingskatastrophe vom 3. Oktober 2013 vor der Insel Lampedusa, bei dem 368 Männer, Frauen und Kinder ums Leben kamen, mit vielen europäischen Initiativen wachzuhalten und vor allem junge Menschen zu sensibilisieren. Schülerinnen und Schüler des Italienischkurses der Klassen 10 bis 13 der Erzbischöflichen Papst-Johannes-XXIII.-Gesamtschule beschäftigten sich nun aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema Migration. Sie stellten Einzelschicksale vor, holten journalistische, linguistische und juristische Fachexpertisen ein und moderierten eine anspruchsvolle Veranstaltung dazu, die am 4. März stattfand. 

Tareke Brhane, der Vorsitzende des „Komitees 3. Oktober“, war zu Gast. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 machten mit einer Präsentation seine Geschichte als Flüchtling eritreischer Herkunft sowie seine Motivation, nach geglückter Flucht das Komitee zu gründen, deutlich. Ziel der Arbeit des Komitees ist es unter anderem, eine Erinnerungskultur zu etablieren und den namenlos in Massengräbern begrabenen Menschen ihre Identität zurückzugeben, indem ihr Name rekonstruiert und für eine würdevolle Bestattung gesorgt wird. Dafür sind DNA-Datenbanken und einheitlichen Identitätsrichtlinien notwendig. 

Schülerinnen und Schüler der Klasse 13 beleuchteten das bewegende Schicksal des ebenfalls anwesenden Wahid Youssef. Er ist Arzt aus Syrien und Vater von vier auf der Flucht ertrunkenen Töchtern.

Eine weitere Perspektive auf das Thema Migration wurde durch Silvia Bottani auf die Bühne gebracht. Die aus Mailand stammende Schriftstellerin und Journalistin stellte ihr Buch „Il giorno mangia la notte“ vor, das sich vor allem auch der zweiten Generation von Flüchtlingen in der multikulturellen Metropole Mailand widmet. Die Schülerinnen und Schüler hatten das Experteninterview vorbereitet. 

Im Gespräch mit Silvio Vallecoccia, Theologe, Philosoph und Berater des Landesintegrationsrates NRW, konnte das Potenzial von Zuwanderung in Deutschland sowie die Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in den Blick genommen werden.

Beatrice Cristalli machte als Linguistin auf die Notwendigkeit von sensiblem sprachlichem Umgang mit dem Thema und den Menschen aufmerksam. Chiara Gabrielli, Dozentin an der juristischen Fakultät der Universität Urbino Carlo Bo, verdeutlichte aus juristischer Perspektive die Notwendigkeit des Schutzes von Migrantinnen und Migranten.

Flashmob am EU-Parlament

Zwei Tage später zeigten 28 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Pulheim ihre Solidarität mit den Menschen, die ein tödliches Fluchtschicksal erleidet haben, bei einem Flashmob am EU-Parlament in Brüssel. Dieser wurde vom „Komitee für den 3. Oktober“ organisiert. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler anderer Schulen nahmen daran auch Teil. Die Botschaft war: „No more deaths in the Mediterranean“. Auch ein Treffen mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Überlebenden von Schiffbrüchen und Mitarbeitenden von Verbänden, die sich für die Solidarität mit Migrantinnen und Migranten einsetzen, fand noch an diesem Tag statt.

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