Katholische Kirche in Neuss feiert Stadtpatron in und um Quirinus-Münster

26. April 2022 Newsdesk/ke, Katholische Kirche in Neuss
Dompropst Guido Assmann nimmt das Neusser Gelübde von 1475 von Schützenkönig Kurt Koenemann und dem Heimatverein entgegen.

Neuss. Ende April findet in Neuss traditionell die Quirinus-Oktav statt. Der Neusser Oberpfarrer Andreas Süß lädt am Sonntag, 1. Mai um 18 Uhr zur Mitfeier und zum Abschluss der Quirinus-Oktav ein sowie zur Schreinprozession des Stadtpatrons um das Quirinus-Münster. Hauptzelebrant ist der aus Neuss stammende neu gewählte Abt des Benediktinerklosters Gerleve, Andreas Werner.

Feierliche Eröffnung der Wallfahrtswoche

Bereits am Sonntag, 24. April eröffnete der ernannte Generalvikar und Dompropst Msgr. Guido Assmann die Wallfahrtswoche mit einem Hochamt im Quirinus-Münster. Dabei nahm er von Schützenkönig Kurt Koenemann und dem Heimatverein das Gelübde von 1475 entgegen. Assmann war von 2007 bis 2020 Oberpfarrer von Neuss, bevor er zum Dompropst in Köln ernannt wurde.

Begleitung der Quirinus-Oktav in Schulen und Gemeinden

Während der Quirinus-Oktav besuchen Kindergartengruppen, Schulklassen, Gremien, Gruppierungen, Neusser Institutionen und Einzelpilger den Heiligen Quirin in Gottesdiensten, entzünden eine Kerze am Schrein und bitten um Fürsprache bei Gott.

Eingeladen sind ebenfalls Gemeinden und Pilger aus dem In- und Ausland in denen der Heilige Quirin verehrt wird. Zur Wallfahrt werden viele Pilgerinnen und Pilger erwartet. „Natürlich erhalten alle Pilger auch ein Pilgerabzeichen, auf dem das Lied zum Heiligen Quirin von 1900 und eine alte Stadtmünze abgedruckt ist“, verspricht Oberpfarrer Süß.

Für Schulklassen steht begleitendes Unterrichtsmaterial wie Bastel-Anleitungen für den Schrein zur Verfügung. Die Kinder beschäftigen sich mit der Gestalt des Heiligen Quirin im Unterricht, können sich den Schrein aus der Nähe anschauen und Kerzen entzünden. In den Schulen wurden Bausätze für die Basilika St. Quirin verteilt, die dann bei den täglichen Gottesdiensten von den Schulen mitgebracht werden.

Programm: Stadtführung, Vortrag und Friedensgebet

Die Quirinus-Oktav wird von einem vielfältigen Programm begleitet. Am Mittwoch, 27. April um 15:30 Uhr bietet der Neuss-Kenner und Baas der Neusser Schötzejeselle Ludger Baten eine Stadtführung auf den Spuren des Heiligen Quirin in Neuss an. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr am Marianum, Preußenstraße.

Am Abend des 27. April lädt Oberpfarrer Süß um 19.30 Uhr ins Kardinal Frings Haus ein zu einem Austausch über den Glaubenszeugen und Stadtpatron. Zum Thema „Heiliger Quirin gestern und heute“ kommen Ludger Baten und Andreas Süß mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft ins Gespräch.

Am Freitag, 29. April um 19 Uhr findet am Quirinus-Schrein ein ökumenisches Friedensgebet mit dem evangelischen Pfarrer Jörg Zimmermann von der Christuskirchengemeinde im guten ökumenischen Miteinander statt.

Über Quirinus von Neuss

Christlicher Tradition zufolge war Quirinus von Neuss ein römischer Tribun und christlicher Glaubenszeuge aus dem 2. Jahrhundert. Nach seiner im 6./7. Jahrhundert verfassten Leidensgeschichte war Quirin als römischer Tribun Gefängniswärter des heiligen Papst Alexander und konvertierte zusammen mit seiner Tochter Balbina zum Christentum.

Unter Kaiser Hadrian (117-138) als Christ verfolgt und enthauptet, wurde er in den Praetextatus- Katakomben an der Via Appia in Rom beigesetzt. Papst Leo IX. schenkte im Jahr 1050 die Reliquien seiner Schwester Gepa, Äbtissin im Kanonissenstift zu Neuss, die am 30. April nach Neuss überführt wurden.

Der 30. April ist ein Hochfest in Neuss, das am Sonntag – in diesem Jahr dem 1. Mai – um 18.00 Uhr in St. Quirinus mit Messe und anschließender Prozession gefeiert wird. Zur Ehre seiner Reliquien, die in einem kostbaren goldenen Reliquienschrein aufbewahrt werden, wurde die Kirche St. Quirinus in Neuss erbaut.