Neue Informationen zum Projekt

12. Juli 2021 Newsdesk/lmi

„…dass wir ein Teil und nicht etwa die Herren des großen Lebenszusammenhanges sind.“
(Papst Franziskus, Botschaft zum Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung 2020, zitiert p 7)

Mit der Veröffentlichung der Arbeitshilfe „Vom Wert der Vielfalt. Biodiversität als Bewährungsprobe der Schöpfungsverantwortung“ setzt die deutsche Bischofkonferenz (DBK) einen neuen Schwerpunkt für die kirchliche Umweltarbeit. In dem Expertentext der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (VI) der DBK wird dargelegt, warum die katholische Kirche in Deutschland zum Schutz der Artenvielfalt aufruft. Es wird gefordert, den anhaltenden Verlust der Biodiversität aufzuhalten, indem eine Kultur der Verantwortung entwickelt wird. In ihrem Mittelpunkt steht ein Wandel im Verhältnis Mensch-Natur und im Umgang mit den ökologischen Ressourcen. Angesichts der dramatischen Lage des Artensterbens weist die Arbeitshilfe auch darauf hin, dass kirchliche Initiativen für Biodiversitätsschutz bislang weit hinter dem Notwendigen zurückbleiben.

Projekt „BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden“ unterstützt Kirchengemeinden in ihrem gemeinschaftlichen Tun vor Ort

Im Erzbistum Köln gibt es bereits viele Ideen und etliche konkrete Initiativen. Mit dem Projekt „ BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden (BiCK)“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird, will die Abteilung Schöpfungsverantwortung diese aufgreifen, verstärken und in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund 70 Kirchengemeinden dabei unterstützen, mit konkreten Maßnahmen die biologische Vielfalt auf ihren Flächen zu schützen. Das kann z.B. das Anpflanzen und Pflegen eines essbaren Gartens mit alten Kultursorten sein, dessen Ernte man gemeinsam genießen kann oder etwas Handwerkliches wie die Installation insektenfreundlicher Beleuchtung. Das gemeinsame Tun kitzelt unsere Sinne wach für die Ehrfurcht vor dem Leben und öffnet den Raum für den Austausch über das Eingebundensein in alles, was lebt. Katholizität buchstabiert sich hier als die Verbindung weltumspannender Solidarität mit lokalem Handeln.

Mit den Mitteln des Projekts engagiert das Erzbistum Köln biologische Fachkräfte, die die Planung und Umsetzung der Maßnahmen vor Ort begleiten. Zudem unterstützt ein Schulungsprogramm engagierte Schöpfungsbotschafter und -innen, die Aktivitäten mit Begeisterung und Sachverstand zu initiieren und zu begleiten – auch über das Projekt hinaus. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und im Verbund mit zwei evangelischen Landeskirchen durchgeführt.

Auftaktveranstaltung am Tag des Hl. Franziskus (4. Oktober)

Das BiCK-Projekt befindet sich aktuell in der Konzeptionsphase. Am 4. Oktober 2021, dem Tag des Hl. Franziskus, findet eine Informationsveranstaltung für Interessierte aus Kirchengemeinden statt. Dort werden der Ablauf des Projekts und Kooperationsmöglichkeiten für Kirchengemeinden vorgestellt. 

Zudem wird eine Webinar-Reihe im Herbst in die Schöpfungsverantwortung nach Laudato Si einführen und zum Gespräch über das Visionspapier 2030 des Erzbistums Köln (PDF) einladen. Ebenfalls gesprochen wird über konkrete Beratungs- und Mitmachangebote im Bereich Biodiversität und klimapositive Energieumstellung.