"Gut und richtig für die Aufarbeitung und die Folgen"

28. Mai 2021 pek210528_2

Kurzstatement:

„Es ist gut und richtig für die Aufarbeitung und die Folgen, dass es jetzt durch die Visitation auch einen nüchternen und differenzierten Blick von außen auf unser Erzbistum gibt. 

Ich habe mir nicht vorstellen können, welche immensen Auswirkungen die Aufarbeitung von Schuld nach sich zieht. Ich bin jedoch der tiefen Überzeugung, dass wir als Christen nicht die Zukunft gewinnen können, wenn wir uns nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzen. 

Mir liegt am Herzen, mit den Menschen hier im Erzbistum stärker in den Dialog zu kommen. Das ist zurzeit nicht ganz so einfach, weil wir wie überall in der Gesellschaft eine starke Tendenz zu Polarisierung haben. Dieses Gift der Polarisierung, dieses ausschließende „Du oder ich“ müssen wir als Christen überwinden.“

Eine Video- und eine Audiodatei des Kurzstatements finden Sie unter:
https://mam.erzbistum-koeln.de/web/641da621a5848eea/statement-kardinal-woelki-zur-apostolischen-visitation--kurz-/

Langes Statement:

„Es ist gut und richtig für die Aufarbeitung und die Folgen, dass es jetzt mit der Visitation auch einen Blick von außen auf unser Bistum gibt. Sie können eine Situation wie im Erzbistum Köln nach der unabhängigen Untersuchung nicht aus Rom, aus der Ferne genau erfassen. Wer auch immer sich an das Thema Aufarbeitung heranmacht, tritt allen auf die Füße.

Ich habe mir nicht vorstellen können, welche immensen Auswirkungen die Aufarbeitung von Schuld nach sich zieht. Wer redet im Moment noch über Täter, wer über die Betroffenen, wer redet über Strukturen und Prozesse, die verändert werden müssen, wer redet über Glauben und Mission und noch vieles mehr. Deshalb ist es zielführend, dass Kardinal Arborelius sowie Bischof van den Hende die nächste Zeit hier im Erzbistum verbringen und sich alles genau anschauen und Gespräche führen. 

Ich bin oft gefragt worden: „Musstest du so genau alles untersuchen lassen? Kannst du nicht einfach alles ruhen lassen?“ Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir als Christen nicht die Zukunft gewinnen können, wenn wir uns nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Das gilt auch für mich. Der Blick von außen durch die Visitation kann wertvolle Hinweise geben, was bei der Aufarbeitung schiefgelaufen ist und was noch zu tun ist. 

Mir liegt weiterhin am Herzen, mit den Menschen hier im Erzbistum stärker in den Dialog zu kommen. Das ist zurzeit nicht ganz so einfach, weil wir wie überall in der Gesellschaft eine starke Tendenz zu Polarisierung haben. Dieses Gift der Polarisierung, dieses ausschließende „Du oder ich“ müssen wir als Christen überwinden.“

Eine Video- und eine Audiodatei zum langen Statement finden Sie unter:
https://mam.erzbistum-koeln.de/web/18dcb25a23057fbb/statement-kardinal-woelki-zur-apostolischen-visitation--lang-/ 

Papst Franziskus hat eine Apostolische Visitation der Erzdiözese Köln angeordnet. Dazu hat der Heilige Vater Seine Eminenz Anders Kardinal Arborelius OCD, Bischof von Stockholm, sowie Seine Exzellenz Monsignore Johannes van den Hende, Bischof von Rotterdam und Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz, zu Apostolischen Visitatoren ernannt.

Die Gesandten des Heiligen Stuhls werden sich im Laufe der ersten Junihälfte vor Ort ein umfassendes Bild von der komplexen pastoralen Situation im Erzbistum verschaffen und gleichzeitig eventuelle Fehler Seiner Eminenz Kardinals Woelkis, sowie des Erzbischofs von Hamburg, S.E. Mons. Stefan Heße als auch der Herren Weihbischöfe, S.E. Mons. Dominikus Schwaderlapp und Mos. Ansgar Puff im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs untersuchen.