Stille, die erfüllt

In Mondorf finden Interessierte bei christlichen Meditationsabenden zur Ruhe

29. September 2023 Newsdesk/apm

Eine brennende Ker­ze auf dem Bo­den, da­run­ter eine deko­rative Decke, ein paar Mat­ten zum Hin­legen. Mit weni­gen Hand­griffen ver­wan­delt sich ein tags­über mit Kinder­lachen und -spiel­zeug ge­füll­ter Raum des ört­lichen Pfarr­heims zum Abend in einen Ort stil­ler Spiri­tuali­tät. Es braucht nicht viel, um die­se Spiri­tuali­tät in den All­tag zu brin­gen. Keine Bibel­stellen, kei­ne geist­reichen Impuls­re­fera­te – nur eine kurze An­lei­tung, auf dem Weg zu sich und dann - Stil­le. Ab­schal­ten vom All­tag und hinein­spüren in das, was ge­rade ist. Ru­he für Geist und Kör­per an­neh­men, Ver­bin­dung mit dem Gött­lichen in sich er­fah­ren. Die zwei Frauen und vier Män­ner an die­sem Abend ste­hen fest im Le­ben, teils katho­lisch, teils nicht­katho­lisch, alle christ­lich ge­prägt. Sie ver­bin­det die Suche nach ihrer ei­genen Spiri­tuali­tät und die Ver­bindung zu sich und Gott.

Es sind an die­sem Abend tat­säch­lich mehr Män­ner als Frauen, die sich zu einem christ­lichen Me­ditations­abend zu­sammen­ge­funden haben. Ein neuer Trend? "Nein", sagt Rein­hold Doll, der die 14-tä­gigen Run­den ge­mein­sam mit Ale­xander Man­derfeld leitet. "Frauen und Männer ha­ben gleicher­maßen Sehn­sucht nach Ruhe, innerem An­kommen und einer tie­fen Ver­bin­dung zu Gott", stellt der ge­stan­dene Koch und kirch­lich enga­gierte Rent­ner fest. "In der Re­gel ma­chen wir zwei Me­di­ta­tionen: Die erste hilft vom All­tag runter­zu­kommen und kör­per­lich wie see­lisch zu ent­spannen. Nach ei­ner kur­zen Pau­se, in der sich die Ge­spräche ganz von selbst ver­än­dern und schließ­lich ganz ver­stummen, gibt es eine zwei­te Me­di­tation." er­gänzt Mander­feld. "Dies ist eine in der Grup­pe sehr be­lieb­te christ­liche Heil­medi­tation. Sie unter­stützt kör­per­lich und see­lische Heilungs­pro­zesse und stärkt mit ein­fachen Mit­teln das eigene Wohlbefinden."

Und das mit Er­folg, wie die per­sön­lichen Er­fah­run­gen der Teil­nehmen­den be­zeu­gen: "Nach dem ge­mein­samen Medi­tieren füh­le ich mich im­mer ge­stärkt und kann mit neu­er Kraft und Mut in den All­tag ge­hen", merkt eine Teil­neh­merin an. Wei­tere Stim­men be­tonen die Ge­mein­schaft, die wie ein Kraft­feld wir­ke, sowie die Er­fah­rung von Ge­bor­gen­heit und an­ge­nommen sein. Ein nicht­ka­tholischer Teil­nehmer er­gänzt: "Die zweite, bewusst christ­lich for­mulier­te Me­di­tation ge­fällt mir schon sehr gut."

Das rund 90-minü­tige Zu­sammen­sein im festen Tur­nus ist be­son­ders für je­ne Teil­neh­mer wich­tig, de­nen im All­tags­stress schlicht die Zeit und Mu­ße feh­len, um sich der Stille auszusetzen.

Folge­rich­tig er­gänzt eine wei­tere Teil­nehme­rin mit einem sicht­lich ent­spann­ten Lächeln: "Die Nacht nach dem Me­ditations­abend ist 'schlaf­tech­nisch' meine Beste in der gan­zen Woche. Dafür bin ich sehr dankbar."